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Üble Nachrede durch Kunden auf der Arbeit, was tun?

01.02.2009 20:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin im Außendienst tätig und habe ein Problem mit einem meiner ehemaligen Kunden. Diesen Kunden habe ich bis vor 3 Jahren regelmäßig betreut und es gab nie Probleme. Ich habe vor ca. 2 Jahren die Firma gewechselt und hatte keinen Kontakt mehr zu diesem Kunden.

Im April letzten Jahres bin ich zu meiner alten Firma zurückgekehrt. Aber diesmal bin ich in einem anderen Bereich und Kundenkreis tätig. Dieser Kunde hat schon im April zu meinem Vorgesetzten gemeint, warum denn so einer wieder eingestellt wird. Bis vor einer Woche war dann auch Ruhe. Leider musste ich diesem Kunden ein Ersatzteil vorbeibringen, weil etwas schiefgelaufen war.

Wir haben uns etwas unterhalten und nach ca 20 Min. wieder getrennt. Er hat am selben Tag noch mit meinem Chef gesprochen und meinte, dieser müsste mich mal kontrollieren, weil ich könne ja nicht viel arbeiten, weil ich mich so lange bei ihm aufhalten würde.

Dieser Kunde war schon immer zeitintensiv. Er stellt es heute aber so dar, als ob ich ihn von der Arbeit abhalten würde. Dies war aber nie der Fall, weil er sehr kompliziert ist und einfach keine kurzen Gespräche mit ihm möglich sind bzw. waren.

Warum er solche Unwahrheiten verbreitet kann ich nicht sagen, aber ich vermute einfach Neid. Mein Chef steht hinter mir, weil er den Kunden und meine Leistungen kennt. Ich betreue ca. 90 Kunden regelmäßig, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.

Mein Chef hat mich aber auch gebeten, den Kunden nicht darauf anzusprechen, weil ein gewisser Umsatz dahinter steht und der würde uns dann sicherlich verloren gehen. Das fällt mir sehr schwer, weil ich mich angegriffen fühle und natürlich sehr sauer darüber bin.

Ich wollte einfach mal um Rat fragen und welche Rechtlichen Möglichkeiten ich hätte.

Vielen Dank



Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Strafrechtlich dürfte die ehrverletzende Äußerung gegenüber Ihrem Vorgesetzten den Tatbestand der Verleumdung nach § 187 StGB erfüllen. Der Unterscheid zu der von Ihnen erwähnten üblen Nachrede nach § 186 StGB ist der, dass bei der Äußerer bei der Verleumdung weiss, dass die behauptete ehrverletzende Tatsache nicht der Wahrheit entspricht, während die ehrverletzende Äußerung bei der üblen Nachrede lediglich nicht nachweisbar ist, theoretisch aber der Wahrheit entsprechen könnte. In Ihrem Fall hat der Kunde jedoch nach Ihrer Schilderung positive Kenntnis davon, dass die Äußerungen nicht der Wahrheit entsprechen. Insofern kommt hier eher die Verleumdung in Betracht. Bei der Verleumdung handelt es sich um ein Antragsdelikt. Die Tat wird also nur auf Antrag verfolgt. Dazu reicht es aus, dass Sie bei einer örtlichen Polizeidienststelle einen entsprechenden Starfantrag gegen alle in Betracht kommenden Straftaten stellen. Alternativ auch bei der Staatsanwaltschaft. Der Antrag hat binnen drei Monaten nach Kenntnis der Tat sowie des Täters zu erfolgen. Im Zuge des Strafverfahrens haben Sie auch die Möglichkeit, einen eventuellen Schadensersatzanspruch gegen den Kunden geltend zu machen. Der Vorteil, dies im Strafprozess geltend zu machen ist darin zu sehen, dass Sie sich auf diesem Weg nicht dem Prozess- bzw. Kostenrisiko eines Zivilprozesses aussetzen. Die Nachweisbarkeit ehrverletzenden Äußerung dürfte nach Ihrer Schilderung zumindest theoretisch unprobelamtisch sein, da Ihr Vorgesetzter die Äußerungen bestätigen kann und darüber hinaus auch zu wissen scheint, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen. Da Ihr Vorgesetzter aber den Kunden offensichtlich nicht verlieren will, ist fraglich, ob er dies bezeugen würde. Ebenso problematisch ist das anschließende Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Vorgesetzten, sofern dieser den Kunden durch Ihre Strafanzeige verlieren würde.

Zivilrechtlich kommt hier eine Unterlassungsklage in Betracht. Diese wäre darauf zu richten, dem Kunden weitere ehrverletzende Äußerungen über Sie zu untersagen. Hier obliegt allerdings Ihnen die Beweislast. Mit anderen Worten: Sollten Sie die ehrverletzenden Äußerungen nicht beweisen können, tragen Sie die gesamten Kosten des Verfahrens, da Sie hier - anders als im Strafprozess -das Prozess- und damit das Kostenrisiko tragen. Problematisch ist auch hier wieder die Aussagewilligkeit Ihres Vorgesetzten. Des Weiteren ist auch bezüglich einer Zivilklage gegen den Kunden mit der Missgunst Ihres Vorgesetzten zu rechnen. Wegen der erwähnten Risiken ist es ratsam, eine Unterlassungsklage zunächst von einem Anwalt vor Ort prüfen zu lassen.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2009 | 22:23

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Was mich noch interessieren würde, ob bei der Unterlassungsklage ein Zeuge als Beweis ausreicht ? Und ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet seine Arbeitnehmer gegenüber dritte zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.02.2009 | 23:06

Sehr geehrter Fragensteller,

zur Beweisführung ist selbstvertständlich auch ein Zeuge geeignet und zulässig. Allerdings ist der Zeugenbeweis immer der schwächste Beweis, da nie genau vorhersehbar ist, was genau der Zeuge aussagen wird und für wie glaubhaft das Gericht diese Aussage bewertet.

Tatsächlich besteht eine Arbeitgeberpflicht, den Arbeitnehmer gegen z.B. Diskriminierungen Dritter zu schützen. Zum Schutz des Arbeitnehmers würde es jedoch schon genügen, diesem andere Kunden zuzuweisen, um weitere Konflikte mit dem speziellen Kunden zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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