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Übertragung von Wohnanteil bei Scheidung


| 22.03.2006 09:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Meine Frau und ich beabsichtigen uns in diesem Jahr (gütlich) scheiden zu lassen. Der Scheidungsantrag wird in Kürze gestellt. Meine Frau wohnt z. Zt. noch offiziell in unserem neu gebauten Haus, ist jedoch schon über 1 Jahr von Tisch und Bett getrennt; außerdem nutzt sie auch eine Zweitwohnung, die ihrem neuen Partner gehört. Unsere beiden Kinder werden von uns beiden versorgt.
Meine Frau will mir nun ihren Hausanteil überschreiben, wenn ich sie im Gegenzug von den weiteren finanziellen Belastungen für das Haus entbinde (kostenloser Übergang).
Da bei der Überschreibung (notariell) keine Bezahlung fließt, dürfte es sich hier doch auch um keine Spekulationsgewinne handeln, die vom Finanzamt versteuert werden müssten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Übertragung? Vor oder nach dem Scheidungsantrag, bzw. vor oder nach der Scheidung oder dem offiziellen Auszug?
m.f.g.
A.B.
Guten Tag,

bei der Überschreibung des Mitgeintumsanteil von Ihrer Frau an Sie fällt auf Ihrer Seite allenfalls denkbar Schenkungssteuer an, wenn der von Ihrer Frau übernommene Miteigentumsanteil im Wert höher ist als die finanziellen Belastungen. Dies dürfte allerdings aufgrund des ohnehin hohen Freibetrages (307.000,00 €) keine Rolle spielen.

Bei Ihrer Frau kann theoretisch ein Veräußerungsgewinn entstehen, der dann versteuert werden müsste, wenn zwischen der Anschaffung bzw. Fertigstellung des Hauses und der Veräußerung weniger als 10 Jahre liegen. Allerdings ist eine Besteuerung ohnehin dann ausgenommen, wenn Sie von der Fertigstellung bis zur Veräußerung das Haus selbst zu eigenen Wohnzwecken gemeinsam genutzt haben. Der Gesetzgeber will allein die Spekulation mit Grundstücken besteuern, nicht aber den An- und Verkauf von selbst genutzten Immobilien. Ich zitiere Ihnen die hierfür maßgebliche Vorschrift des § 23 Abs. 1 Ziffer 1 des EStG:

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
§ 23

Private Veräußerungsgeschäfte

(1) <1>Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nr. 2) sind

1.
Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z.B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. <2>Gebäude und Außenanlagen sind einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses Zeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden; dies gilt entsprechend für Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, sowie für Eigentumswohnungen und im Teileigentum stehende Räume. <3>Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;

Da nach Ihren Angaben diese Voraussetzungen vorliegen, ist mit einer Besteuerung eines etwaigen Veräußerungsgewinnes nicht zu rechnen.

Wann der richtige Zeitpunkt für eine Übertragung ist, läßt sich anhand Ihrer Angaben nicht ersehen. Für die Frage der Versteuerung ist es vollkommen gleichgültig, ob Sie vor oder nach dem Scheidungsantrag übertragen. Allerdings ist es hier aus familienrechtlicher Sicht sicherlich sinnvoll, wenn Sie ein Gesamtpaket schnüren, indem sämtliche zu regelnden Punkte der Scheidung im Sinne einer Scheidungsfolgenvereinbarung zusammen gefaßt sind. Dies beschleunigt erfahrungsgemäß das Scheidungsverfahren, da dann die zu regelnden Punkte bereits durch notarielle Urkunde behandelt sind. Eine abschließende Beurteilung kann ich hier aber anhand Ihrer Angaben nicht machen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weiter geholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht

Esenser Str. 19
26603 Aurich
Tel. 04941-605347
Fax 04941-605348
email: info@fachanwalt-aurich.de
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