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Überteuerter Kauf von Konzertkarten bei Laolaevents


21.11.2017 21:20 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Überteuerter Kauf von Rolling-Stones-Karten für das Konzert am 9.Oktober 2017 in Düsseldorf wurde für uns erst im Nachhinein feststellbar.
.
Drei Konzert- Karten wurden am ersten Ticket-Verkaufstag bei Laolaevents geordert. Das Angebot: angeblich sehr gute Sitzplatzkarten für Stück 595 €.
1785€ zuzüglich 10€ Bearbeitungsgebühr mussten sofort überwiesen werden, was auch getan wurde.
Die Konzertkarten wurden trotz Nachfrage und Bitten von unserer Seite nicht vorher zugestellt, sondern „durften" erst kurz vor Beginn des Konzerts am 9.10.2017 ab 17 Uhr in einem Raum des Tulipp-Hotel an der Esprit-Arena abgeholt werden.Ein Versand war wegen Verlustmöglichkeit und/oder "Noch nicht Vorhandensein der Karten" (?) angeblich nicht möglich.
Im Stadion angekommen wurde uns klar, welche "sehr guten Sitzplätze" es waren; Platz 1-3 im Unterrang, Block 25, Reihe 24. Wir saßen seitlich weit oben und fern der Bühne. Die Sicht war definitiv schlecht und das Konzert ließ sich eigentlich nur per Videoleinwand verfolgen.
Beim Vergleich mit den Sitzplatznachbarn wurde uns der reguläre Preis für diese Sitzplatz-Kategorie deutlich, nämlich nur 293€.
Der Preisaufdruck auf unseren Karten war überklebt durch ein silbernes Schildchen mit dem Aufdruck „Original".
Beim späteren Durchleuchten konnte man den Preis 293 € auf unseren „Original"-Tickets über 595€ feststellen.

Im wdr-quintessenz-Beitrag vom 17.11.2017 wird vor dem Ticket-Zweitmarkt, den Ticket-Resellern und nicht offiziellen Ticketverkäufern, gewarnt, genau an einem Beispiel von überteuerten Stones-Konzertkarten von Laolaevents.
Audio unter http://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm/servicezeit-uebersicht-108.html

Daraufhin meine Frage:
Ist eine nachträgliche Reklamation/Teilrückerstattung des Kaufpreises noch möglich, da es sich m.E. um Wucher handelt, der in Deutschland verboten ist.
Sitzplatz und Originalpreis wurden außerdem von Laolaevents bis zum Konzertbeginn verschleiert und war für uns vorher nicht überprüfbar.
21.11.2017 | 22:40

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Der Kaufvertrag könnte nichtig nach § 138 BGB sein. In dem Fall hätten sie einen Bereicherungsanspruch gem. § 812 BGB. Es könnte zunächst sittenwidrig nach Absatz 1 sein. Sittenwidrig ist ein Rechtsgeschäft, wenn es gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt. Das liegt in der Regel vor wenn der Preis mehr als 100% über der Normalpreis liegt. Hinzukommen muß jedoch eine subjektive Komponente. Der Verkäufer muß von den Umständen gewusst haben und sie gewollt haben. Wucher ist hingegen in Absatz 2 geregelt. Ein auffälliges MIssverhältniss liegt vor. Es stellt sich die Frage, ob eine der anderen Voraussetzungen vorliegt, Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche. Zudem müsste auch hier die subjektive Komponente vorliegen. Sie hätten für all diese Punkte zudem die Beweislast. Sie müßten das überklebte Ticket einreichen und auch alle anderen Preisinformationen heranziehen. Der Medienbericht sollte außerdem eingereicht werden. Auch sollten alle mögliche Zeugen benannt werden. Sie können den eigentlichen Ablauf des Konzerts auch schlüssig vortragen. Letztendlich besteht ein erhebliches Prozessrisiko, da die konkrete Auslegung und Anwendung des § 138 ZPO dem Amtsrichter obliegt. Eine seriöse Prognose, wie der Amtsrichter den Einzelfall entscheiden wird ist nicht möglich. Wenn sie rechsschutzversichert sind lohnt sich ein Vorgehen. Im anderen Falle besteht mit den Anwalts- und Gerichtskosten ein Risiko. Davon abgesehen bleibt ihnen immer noch eine Strafanzeige wegen Bertruges gem. § 263 StGB.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich


Nachfrage vom Fragesteller 04.12.2017 | 11:16

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Noch eine Frage dazu:
SACHVERHALT: Die drei Stones-Karten wurden von meiner Freundin bestellt und 1795€ dafür per Überweisung von ihr gezahlt. Ich habe dann die Kosten für zwei Karten in Höhe von 1190 € an meine Freundin überwiesen.
Meine Freundin hat als Karten-Käuferin und Eventteilnehmerin keine Rechtschutzversicherung und möchte aus diesem Grund die Sache persönlich nicht weiter verfolgen.
Ich bekam von meiner Freundin alle Schriftwechsel mit Laolaevents und habe ihre Zustimmung für alle rechtlichen Schritte, die meine Freundin finanziell nicht belasten.
FRAGE: Habe ich die Möglichkeit – auch wenn ich nicht die direkte Käuferin der Tickets war, aber als indirekte Zahlerin und Konzertteilnehmerin - rechtliche Schritte gegen Laolaevents einzuleiten?

Mit freundlichen Grüßen
die Ratsuchende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.12.2017 | 11:24

Sie können sich alle Ansprüche von ihrer Freundin abtreten lassen. Sie sollten aber vorher mit ihrer Rechtsschutzversicherung klären, ob die mit diesem Verfahren einverstanden ist,

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich

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