Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.661
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Übersee Urlaub während Krankengeldbezuges


| 11.06.2017 16:26 |
Preis: 40,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Rechtsanwältin,
sehr geehrter Rechtsanwalt,

folgende Fragestellung bitten wir zu beurteilen:

bereits Anfang diesen Jahres haben wir einen 14 tägigen USA Urlaub geplant und gebucht. Unerwartet ist meine Partnerin nun an Depressionen erkrankt und befindet sich seit einigen Wochen im Krankengeldbezug.
Die Psychaterin hat den Erholungsurlaub im mündlichen Gespräch bereits vor Wochen befürwortet, weil er dem Heilungsprozess nicht entgegen steht. Im relevanten Zeitraum sind keine weiteren Heilmassnahmen geplant bis auf die Medikamentöse Behandlung, die eigenverantwortlich fortgeführt wird. Erst im Anschluss an den Urlaubszeitraum ist der Aufenthalt in einer Tagesklinik geplant.
Die Psychaterin bescheinigt die Befürwortung entgegen früheren Aussagen nunmehr jedoch nicht schriftlich. Die Krankenkasse stimmt dem Urlaub nicht zu und begründet wie folgt:
Zitat Anfang
...Gerade bei einer psychichen Beeinträchtigung verweist der MDK auf die Risiken, die sich während eines Auslandsaufenthaltes ergeben können....Andererseits bestätigt uns der MDK ebenfalls, dass die Anstrengungen und Bemühungen gerade während einer Fernreise dem Grunde nach Arbeitsfähigkeit voraussetzen. Wir können deswegen dem geplanten Urlaub in Kalifornien nicht zustimmen. Folglich werden wir das Krankengeld für die Zeit ruhend stellen, in der Sie sich im Ausland aufenthalten.
Zitat Ende
Die Aussage, "wer in Urlaub fliegt, kann auch arbeiten gehen" empfinden wir als anmassend. Es handelt sich um einen reinen Erholungsurlaub. Zudem wurden Langstreckenfluege von meiner Partnerin bislang nie als Belastung empfunden.
Wir haben hierzu folgende Fragen:
Davon ausgehend, dass die Psychologin meine Partnerin für den relevanten Urlaubszeitraum krank schreiben sollte und wir erst nach dem Urlaubszeitraum nachträglich angeben, unsere Reisepläne in eine innerdeutsche Reise - die der Krankenkasse jedoch nicht im Vorfeld angezeigt wird - geändert zu haben, sind wir dann zu einem Nachweis verpflichtet? Ggf. in welcher Form? Können wir in diesem Falle die unterbrechungsfreie Fortzahlung des Krankengeldes nachträglich beantragen?
Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzung.
Sehr geehrte Ratsuchende,

es ist natürlich mehr als bedauerlich, dass die Psychologin ihre Einschätzung nicht schriftlich bestätigt; das wäre eine gute Verhandlungsgrundlage gewesen.

Möglicherweise kann noch der Hausarzt, dem möglicherweise auch die Berichte der Psycholgin vorliegen, eine Stellungnahme abgeben, die die Krankenkasse zu einer anderen Beurteilung noch bewegen könnten.


Es liegt keine Genehmigung für den Auslandsurlaub vor. Dann Ruhen nach § 16 SGB V die Leistungen. Sie erhalten kein Krankengeld.

Für Ihren Krankenversicherungsschutz müssen Sie im Ausland ohnehin Sorge tragen, da Sie in die USA reisen.


Wenn Sie nicht in das Ausland reisen, steht der Krankengeldbezug einer Urlaubsreise nicht entgegen; diese müssen Sie sich auch nicht genehmigen lassen.

Ist Ihre Partnerin krankgeschrieben, steht einem Deutschlandurlaub nichts entgegen. Haben Sie Ihre Pläne geändert, wäre diese auch nicht nachzuweisen.


Wenn Sie nach der Rückkehr der Krankenkasse mitteilen, dass die Reise nicht angetreten wurde, kann Ihre Partnerin die Aufhebung des Ruhens beantragen und die Nachzahlung anfordern.

ABER es werden in diesem Fall Nachweise angefordert werden, da die Krankenkasse zunächst davon ausgehen musste, dass die Partnerin sich im Ausland aufhält. Ihre Partnerin wird sich fragen lassen müssen, warum die Nachforderung erst jetzt beantragt wird und nicht sofort, als bekannt war, dass die Reise nicht in die USA angetreten wird.


Auf der sicheren Seite ist die Partnerin sicher, wenn sofort die Weiterzahlung des Krankengeldes beantragt wird, weil die Reise in die USA nicht angetreten wird.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2017 | 19:52

Guten Tag Frau True-Bohle,
zunächst vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Ich bitte noch um Beantwortung der folgenden Nachfrage:
Wenn der Kasse nun vor dem geplanten Reisetermin schriftlich mitgeteilt wird, dass die USA Reise nicht angetreten und die Wiederaufnahme des Krankengeldes beantragt wird, wie verhält es sich dann in Bezug auf die Zahlung des Krankengeldes, falls während Abwesenheit eine Vorladung zum Medizinischen Dienst eintreffen sollte, dieser aber keine Folge geleistet wird, weil man wegen Abwesenheit nicht rechtzeitig Kenntnis davon erlangt hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2017 | 19:59

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie sollten Sorge dafür tragen, dass die Post zur Kenntnis genommen wird und es kann reagiert werden.

Ihre Partnerin kann sich dann tetefonisch mit dem Medizinischen Dienst in Verbindung setzen und den Termin verlegen lassen.

Es sollte jedenfalls gewährleistet sein, dass Ihre Partnerin von wichtigen Schreiben Kenntnis erlangen kann.

Wird auf eine Einladung gar nicht reagiert, kann dieses zum Ruhen des Krankengeld führen, da dann eine Obliegenheitspflichtverletzung angenommen wird.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 11.06.2017 | 20:25


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die freundliche und kompetente Beratung "