Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Überragender Baumbewuchs an Grundstücksgrenze; Abfall von Emissionen

21.07.2021 19:57 |
Preis: 100,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

• Ein Eichenbaum (ca. 70 Jahre alt) und auch ein Ahornbaum (ca. 35 Jahre alt) steht mit 1,50 Metern Abstand weit innerhalb der Grenzabstandsregelung der geforderten 4 Metern (§ 37 BbgNRG ) vom Eigentümer entfernt. Die Grenzabstandsreglung ist somit nicht eingehalten.
Gem. § 40 BbgNRG ist der Beseitigungsanspruch (Fällung) jedoch angeblich wegen Baumschutz ausgeschlossen.
Dieser Eichenbaum und seine herüberhängenden Äste werfen große Imissionen wie z.B. Pollenflug, Herausfallen der Samen und Früchte, Herabfallen der vollen Eicheln sowie Blätter und Reisig auf Garage und EFH ab. Beide Entwässerungssysteme sind ständig verstopft. Auf meinem Grundstück wachsen ständig junge Eichen- und Ahornbäume von diesen Samen. Starker Moosbefall auf den Dächern. Größere Schäden um diese Bäume herum.
Außerdem befindet sich unter/neben diesem Eichenbaum unsere Ruhestelle nach der Sauna. Oftmals sind hier schon stärkere Äste auf unser Grundstück durch Sturm eingestürzt.

Fragestellung:

• Der Nachbar wurde inzwischen mehrfach und immer wieder vergeblich zum Rückschnitt beider Bäume aufgefordert.
• Ein aktuelles BGH- Urteil aus 06.2021 bestätigt eigentlich die These, dass der Eigentümer des Baumes zum Rückschnitt verpflichtet ist und hier sogar zur Selbstjustiz gegriffen werden darf.
• Steht mir als Eigentümer ein eventueller Aufwendungsersatzanspruch, Ausgleichsanspruch oder Zahlung einer Laubrente gem. § 906 Ans. 1.-2. BGB zu? Muss ich auf Rückschnitt klagen, wie muss ich mich hier verhalten?

21.07.2021 | 21:02

Antwort

von


(2281)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,


hier sollten Sie unverzüglich das Schiedsamt einschaften, da dieses Zulässigkeitsvoraussetzung für ein offenbar notwendiges Klageverfahren ist. Erst wenn das Schiedsverfahren erfolglos beendet worden ist, ist eine Klage vor Gericht zulässig.

Daher ist die Einschaltung des Schiedsamtes hier dringend zu empfehlen.


Denn SIe Sie selbst festgestellt haben, kann der Anspruch auf Rückschnitt bestehen und das sogar dann, wenn die Bäume durch den Rückschnitt in ihrer Substanz gefährdet werden.

Der BGH hat aber auch festgestellt, dass es darauf ankommt, ob die Beeinträchtigungen derart ungewöhnlich hoch sind, dass sie im Allgemeinen nicht mehr hingenommen werden müssen. Das ist aber nach Auffassung des Gerichtes in der Regel weder bei Laubfall, noch bei Schattenwirkung der Fall. Dazu auch:

https://rabohledotcom.wordpress.com/2021/04/29/beseitigungsanspruch-nachbarbaum/


Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung ist diese Grenze überschritten, insbesondere wenn Zweige auf Ihr Grundstück fallen und es dadurch zu einer Gefährung aller sich darunter befindlichen Personen kommt. Das ist nicht mehr hinzunehmen.


Daher können und sollten Sie nach erfolglosem Schiedsverfahren dann auf Rückschnitt klagen; von einer Selbstvornahme würde ich abraten.

Zudem sollte dann auch bis zum Zeitpunkt des Rückschnitts die Laubrente verlangen. Denn der Anspruch auf Laubrente besteht bei starker Beeinträchtigung - unabhängig vom Nachbargesetz und den dortigen Fristen - dann, wenn eine starke Beeintrachtigung vorliegt (BGH, Urt.v. 14.06.2019, Az.: V ZR 8/17).

Und vor so einer starken Beeinträchtigung ist hier auiszugehen, sodass auch dieser Anspruch geltend gemacht werden sollte.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


ANTWORT VON

(2281)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Zivilrecht, Baurecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89283 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort des Anwaltes hat mir sehr geholfen. Schnell und klar verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle, präzise, verständliche und freundliche Antwort. Ihn würde ich jederzeit wieder kontaktieren. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
freundliche , kompetente Beratung ! ...
FRAGESTELLER