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Übernahme des Elternhauses

| 27.03.2012 12:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Hallo, ich fasse mich kurz. Meine Eltern haben sich vor 2 Jahren scheiden lassen. In der Scheidung wurde wegen dem Haus nichts geregelt, weil ich mich mit meinem Vater mündlich geeinigt habe seine Hälfte zu übernehmen. Jetzt habe ich das Problem das ich ins Haus investieren will mir aber noch nichts gehört. Da mein Vater momentan wichtigere Dinge im Sinn hat als es mit mir zu regeln möchte ich die Haushälfte der Mutter kaufen um auch von der Bank einen Kredit zu bekommen.

Meine Frage.. Muss mein Vater zustimmen wenn meine Mutter mir ihren Teil des Hauses (50%) überschreibt?

und.. kann ich bei der Bank einen Kredit aufnehmen und somit meine Haushälfte belasten ohne die Unterschrift meines Vaters?

Wie wäre die einfachste Lösung des Problems ohne mitwirken meines vaters.

-- Einsatz geändert am 27.03.2012 13:17:15

27.03.2012 | 13:50

Antwort

von


(217)
Marktstätte 32
78462 Konstanz
Tel: 07531 - 808 798
Tel: : 07751 - 802 604
Web: http://www.kanzlei-plewe.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt beantworte:

Ich verstehe den von Ihnen geschilderten Sachverhalt so, dass Ihre Eltern Miteigentümer eines Hauses zu je ein halb sind, dass also das Haus den Eltern gemeinsam gehört und im Grundbuch nicht in Wohnungseigentum aufgeteilt wurde.
Somit können Sie auch nicht das Eigentum an einer Haushälfte erwerben, wenn Sie das hälftige Miteigentum von einem Elternteil kaufen. Selbst wenn das Haus über 2 Wohnungen oder über getrennt nutzbare Bereiche verfügt, besteht ideelles Miteigentum.

Miteigentum bedeutet, dass beide Eigentümer (derzeit also Ihre Eltern) über das Haus nur gemeinsam verfügen können und auch Entscheidungen bezüglich des Hauses nur gemeinsam treffen können. Dies gilt für die Verwaltung, Vermietung, für Investitionen, Baumaßnahmen etc. Die Eltern bilden insoweit eine Gemeinschaft.

Es ist zwar grundsätzlich möglich, dass Ihre Mutter Ihnen ihren Miteigentumsanteil verkauft, aber dann bilden Sie und Ihr Vater eine Gemeinschaft und müssen sich über das weitere Vorgehen absprechen. Sie sollten sich also gut überlegen, ob das funktionieren kann, wenn die Kommunikation mit Ihrem Vater derzeit nicht klappt.

Wenn das Haus als ein einziges ungeteiltes Objekt im Grundbuch eingetragen ist, kann es auch nur einheitlich mit einer Grundschuld oder Hypothek belastet werden. Dazu ist die Zustimmung aller Miteigentümer erforderlich. Sie können nicht „Ihre Hälfte" mit einer Grundschuld belasten, da es rechtlich eine solche „Hälfte" nicht gibt. Ohne Zustimmung des Vaters wird die Absicherung des Kredits im Grundbuch daher nicht möglich sein.

Es wird kaum möglich sein, eine Lösung ohne Ihren Vater zu finden.

Eine – allerdings sehr konfrontative – Möglichkeit bestünde in einer Teilungsversteigerung. Grundsätzlich kann jeder Miteigentümer die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen. Dies erfolgt – wenn freiwillig nichts geht – im Wege der Zwangsversteigerung. Ihre Mutter könnte eine solche Versteigerung beantragen (wobei dann das gesamte Haus versteigert wird) und dann könnten Sie mit Ihrer Mutter gemeinsam das Haus ersteigern. Damit hätten Sie dann aber im Ergebnis den Anteil des Vaters übernommen.

Wenn Sie Ihrem Vater dieses Szenario schildern, wird er möglicherweise einer Übertragung auf Sie zustimmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen


Karin Plewe
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Karin Plewe
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht

Rückfrage vom Fragesteller 27.03.2012 | 14:12

Danke für die sehr gute antwort, nur eins verstehe ich nicht. Sie schreiben einmal

Somit können Sie auch nicht das Eigentum an einer Haushälfte erwerben, wenn Sie das hälftige Miteigentum von einem Elternteil kaufen

und

Es ist zwar grundsätzlich möglich, dass Ihre Mutter Ihnen ihren Miteigentumsanteil verkauft


Da wiederspricht sich für mich ein bisschen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.03.2012 | 14:34

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne erläutere ich Ihnen diesen Punkt:

Sie können zwar das hälftige Miteigentum an dem Haus erwerben, jedoch handelt es sich dabei nur um ein rechnerisches ideelles Miteigentum, nicht um eine konkrete Nutzungsmöglichkeit ausschließlich an einer Haushälfte.

Vielleicht wird es am Besten klar an einem Beispiel:
Wenn Sie mit einem Freund zusammen ein Pferd kaufen, dann gehört Ihnen beiden das Pferd gemeinsam. Es gehört Ihnen nicht die vordere oder hintere oder linke oder rechte Hälfte des Pferdes, sondern das ganze Tier gehört Ihnen beiden zusammen und Sie müssen sich einigen, was damit geschehen soll. Sie können nicht mit der linken Hälfte des Pferdes ausreiten, während der Freund mit seiner rechten Hälfte im Stall bleibt.

Ich hoffe, ich konnte die Unklarheit damit ausräumen.

Mit freundlichen Grüßen


Karin Plewe
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 27.03.2012 | 15:08

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