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Überholmanöver auf der Autobahn, Toter Winkel


14.10.2007 13:36 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Auf einer dreispurigen Autobahn mit einem Tempolimit von 120km/h bin ich auf der mittleren Spur mit etwa 100-110km/h gefahren, auf der rechten Spur waren LKW/Lastern. Vor mir fährt ein Auto das ich überholen möchte. Ich fahre einen etwas älteren Corsa.

Im Rückspiegel sehe ich ein Auto kommen das aber noch geschätze 500m entfernt ist, ich setze zum Überholen an. Ich blinke, warte 1-2Sek und ziehe nun langsam rüber. Plötzlich geht links neben mir ein Audi heftig in die Bremsen, ich höre das Quietschen der Reifen, und ich sehe die Kühlerhaube neben mir. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht komplett auf der Linken Spur, sondern etwa nur zur Hälfte. Ich ziehe wieder nach Rechts auf die Mittlere Spur, der Audi fährt lenkt ebenfalls nach Rechts und fährt nun hinter mir.

Nach dem Vorfall fährt der Audi relativ dicht hinter mir und überholt mich mehrfach Rechts und Links und macht bedrohliche Gesten, nach etwa 10Min ist er dann verschwunden.

Ich bin mir ziemlich sicher das der Audi mit massiv erhöhter Geschwindigkeit auf der Linken Spur gefahren ist, nur so kann ich mir erklären das der Fahrer so massiv in die Bremsen gehen muss, damit kein Unfall passiert. Ich habe beim Überholen vergessen den Seitenblick/Schulterblick zu machen, bin mir aber auch sehr sicher das kein Fahrzeug neben mir fuhr da ich sehr regelmäßig im Rückspiegel den Verkehr beobachte. Es kann also meines Erachtens nur sein das der Audi entweder schon längere Zeit exakt neben mir fuhr, im Toten Winkel, oder eben mit stark erhöhter Geschwindigkeit fuhr und ich diese Geschwindigkeit falsch eingeschätzt habe.

Meine Eltern haben nun einen Bogen zur Fahrerfestellung bekommen, das Auto ist auf meine Mutter angemeldet (Versicherung etc). Ich habe meinen Führerschein seit 7 Jahre, bisher kein Unfall und meinen ersten Punkt habe ich vor ein paar Monaten bekommen - sprich: ich bin bisher nicht besonders aufgefallen im Straßenverkehr.

Mit was kann ich jetzt rechnen? Kann der Audi-Fahrer eine Anzeige gegen mich gestellt haben? Was könnte mich da erwarten? Ich kann mich nicht daran erinnern das ein Unfall stattgefunden hat (auch wenn es vielleicht nah dran war), auch konnte ich keine Beschädigung an dem Audi feststellen oder an meinem Auto. Ich habe diesbzgl. auch nichts gehört (Ich gehe davon aus man hört es wenn ein Auto an der Leitplanke schrammt).

Vielen Dank für Ihre Hinweise schon im vorraus.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sowie Ihrer Sachverhaltschilderung wie folgt beantworten möchte:

Zu 1) In Betracht kommt vorliegend, dass Sie sich einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs, strafbar gemäß § 315 c StGB (Strafgesetzbuch), schuldig machten

Gemäß § 5 Absatz 4 Satz 1 StVO (Straßenverkehrsordnung) ist derjenige, welcher zum Überholen ausscheren möchte, verpflichtet, sich zu versichern, dass er den nachfolgenden Verkehr nicht gefährdet.
Offenbar verstießen sie gegen diese Vorschrift, denn dem Audi-Fahr war es nur durch sehr starkes Abbremsen seines Kfz möglich, den Unfall zu vermeiden.
Denn ausweislich Ihrer Sachverhaltsdarstellung unterließen Sie den Schulterblick bevor Sie die Spur wechselten. Der Schulterblick ist notwendig, um auszuschließen, dass sich Fahrzeuge im toten Winkel befinden. Die regelmäßige Kontrolle im Rückspiegel ist hierfür nicht ausreichend. Auch eine genaue Einschätzung des Abstandes zwischen eigenem Fahrzeug und des hinter einem fahrenden Fahrzeuges ist nicht möglich. Häufig kommt es hierdurch zu Fehleinschätzungen.

Zu 2) Es erscheint möglich, dass der Fahrer des Audis Anzeige gegen Sie erstattete.

Zu 3) Vorliegend könnte gegen Sie eine Geldstrafe im unteren Bereich sowie ein Fahrverbot bzw. die Entziehung der Fahrerlaubnis verhängt werden.
Eine abschließende Beurteilung dieser Frage ist ohne Kenntnis der Ermittlungsakte nicht möglich. Einsicht in die Ermittlungsakte erhalten Sie über einen als Strafverteidiger tätigen Rechtsanwalt. Gerne stehe auch ich Ihnen dahingehend zur Verfügung.

Zu 4) Für die Verwirklichung des vorbezeichneten Straftatbestandes ist es nicht notwendig, dass es zu einem Unfall beziehungsweise zu einem Sachschaden kam. Vielmehr ist eine konkrete Gefahr für Sachen von bedeutendem Wert von erforderlich. Diesbezüglich ist die auf Tatsachen begründete naheliegende Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts notwendig.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Quietschens der Reifen bestand wohl vorliegend doch aus eine konkrete Gefahr.

Zuletzt möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass Ihre Mutter auf Grund ihres Verwandtschaftsgrades zu Ihnen nicht verpflichtet ist, Sie gegenüber den Ermittlungsbehörden zu belasten. Das bedeutet, dass Ihre Mutter Sie nicht als Fahrer des Kfz zu dem betroffenen Zeitpunkt angeben muss.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Rechtsanwalt Kämpf - Strafverteidiger in München

Nachfrage vom Fragesteller 14.10.2007 | 15:58

ist es realistisch das ein Fahrverbot/-Entzug verhängt wird, auch wenn ich bisher nicht auffällig war?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2007 | 10:35

Sehr geehrter Fragesteller,

sollte das Ergebnis eines eventuellen Strafverfahrens gegen Sie tatsächlich sein, dass Sie sich einer Straßenverkehrsgefährdung strafbar gemacht haben, ist zumindest mit einem Fahrverbot (bis zu drei Monaten) zu rechnen.
Dies ergibt sich aus § 44 Absatz 1 Satz 2 StGB, danach ist im Falle einer Straßenverkehrsgefährdung in der Regel ein Fahrverbot anzuordnen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Rechtsanwalt Kämpf - Strafverteidiger in München

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