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Überhöhte Schlüsseldienst-Rechung wurde bereits durch Mieterin bezahlt

| 30.05.2016 10:24 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


12:50

Zusammenfassung: Schadensersatzanspruch des Vermieters bei verlorenen/gestohlenen Wohnungsschlüsseln. Kosten für Schlossaustausch trägt Mieter.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Meiner Mieterin wurde Ihre Jacke mit Schlüsselbund gestohlen.
Der Schlüsseldienst hat die Rechnung auf die Mieterin ausgestellt und wurde von Ihr auch bezahlt.

Meine Frage hierzu:
Kann ich als Vermieter diese m.E. völlig überhöhte Rechnung im Nachhinein ablehnen bezw.
mit Erfolg bei dem Schlüsseldienst anfechten?

Besten Dank für Ihre Antwort
und freundliche Grüße
30.05.2016 | 10:52

Antwort

von


(24)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Mieterin hat den Schlüsseldienst beauftragt und demnach richtigerweise auch die entsprechende Rechnung erhalten und bezahlt. Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, möchte die Mieterin von Ihnen offenbar Ersatz dieser Kosten verlangen?!?

Einen Anspruch hierauf hat die Mieterin jedoch nicht, umgekehrt besteht für Sie auch keine Pflicht, die Kosten zu übernehmen!

Dass der Mieterin die Schlüssel gestohlen worden sind oder sie sie vielleicht auch einfach verloren hat, geht nicht zu Ihren Lasten. Die Mieterin hat dies selbst zu vertreten.
Vielmehr hätten Sie sogar einen Schadensersatzanspruch gegenüber der Mieterin bzgl der Abhanden gekommenen Schlüssel, da nun die Gefahr besteht, dass sich jemand widerrechtlich Zutritt zu dem Anwesen bzw der Wohnung verschafft. Hierzu wäre ein Schlosswechsel erforderlich. Sofern der Schlüsseldienst dies bereits erledigt hat und die Mieterin die Kosten getragen hat, ist die Angelegenheit für Sie erledigt.

Sollte der Schlüsseldienst eine überhöhte Rechnung gestellt haben, haben Sie auch darauf entsprechend den obigen Ausführungen keinen Einfluss, da Sie die Kosten ohnehin nicht übernehmen müssen. Ist die Rechnung tatsächlich überhöht, kann Ihre Mieterin als Auftraggeber des Schlüsseldienstes hiergegen vorgehen oder auch nicht. Ihnen entsteht dadurch kein Nachteil.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Georg Schohl
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 31.05.2016 | 10:32

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Schohl,
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sie schreiben das der Wohnungseigentümer auch bei Diebstahl des Schlüsselbundes nicht zahlen muss.

Ich habe einen halben Tag "gegoogelt" und überall gelesen, daß der Vermieter auch bei Diebstahl die Kosten zu übernehmen hat, es sei denn der Mieter ist mit dem Schlüssel grob fahrlässig umgegangen.

Zu Ihrer genaueren Beurteilung: der Mieterin wurde nachts um 4 Uhr in einem Bus von Amsterdam nach Köln die JACKE MIT SCHLÜSSELBUND gestohlen.

Meine Nachfrage hierzu: Ist es "grob fahrlässig", wenn die Mieterin nachts im Bus Ihre Jacke mit Schlüsselbund unbeaufsichtigt liegen lässt.
Falls dies nicht grob fahrlässig ist, müsste ich für die Kosten demnach aufkommen?

Vielen Dank für die angebotene Nachfrage und freundliche Grüße


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.05.2016 | 12:50

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich Ihnen aufgrund der mitgeteilten Informationen wie folgt:

Richtig ist, dass Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch ein Verschulden des Mieters ist. Fahrlässigkeit reicht hierzu grundsätzlich aus.
Die Jacke mit Schlüsselbund unbeaufsichtigt im Bus liegen zu lassen mit der Folge, dass die Jacke dann tatsächlich abhanden kommt, stellt meiner Ansicht nach sogar die von Ihnen angesprochene grobe Fahrlässigkeit dar. Das Verschulden der Mieterin liegt damit also vor.

Weitere Voraussetzung für die Ersatzpflicht der Mieterin ist, dass ein Missbrauch des Schlüssels nicht ausgeschlossen sein darf. Das wäre zB dann der Fall, wenn allein der Schlüssel abhanden gekommen wäre, ggf in einiger Entfernung zur Wohnung, ohne Anhaltspunkte dazu, zu welcher Wohnung der Schlüssel gehört.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, hat die Mieterin auch Ersatz zu leisten.
Sind die Voraussetzungen umgekehrt nicht erfüllt, muss die Mieterin den Schlossautsausch auch nicht bezahlen.

Allerdings hatte ich Sie hier so verstanden, dass die Mieterin den Schlüsselnotdienst beauftragt hat, damit sie zum einen überhaupt wieder in die Wohnung hinein gelangt und dann zum anderen auch das Schloss gewechselt wurde. Sollte ein Schlosswechsel nicht erforderlich gewesen sein, die Mieterin gleichwohl einen solchen Auftrag erteilt haben, kann dies nicht zu Ihren Lasten gehen. Gleiches gilt auch für die vorbehatllose Zahlung einer offensichtlich überhöhten Schlüsseldienstrechnung einfach nur aus dem Grunde, dass sie der Auffassung ist, Sie müssten die Kosten ohnehin übernehmen.

Umgekehrt gilt, wenn Sie einen Schlossaustausch veranlassen, ohne dass die o.g. Voraussetzungen für einen Ersatzanspruch gegeben sind, die Mieterin dafür nicht haftet.

Im Ergebnis gehe ich aufgrund der mitgeteilten Informationen allerdings davon aus, dass vorliegend die Voraussetzungen erfüllt sind und die Mieterin auf den Kosten sitzen bleibt.

Als letzten Punkt sollte noch überprüft werden, ob nicht ggf eine Versicherung für den Schlüsselverlust und entsprechend für die Kosten des Schlüsseldienstes aufkommt. Zu denken wäre hier an die Privathaftpflicht der Mieterin oder ggf auch eine von Ihnen abgeschlossene Versicherung betreffend das Wohngebäude.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 31.05.2016 | 13:45

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