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Überhöhte Heizkostenabrechnung - Welche Möglichkeiten habe ich dagegen vorzugehen?


| 31.05.2005 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

ich habe letzte Woche die Abrechnung der Heizkosten bekommen. Diese belaufen sich auf ~1.150 Euro (genauer Betrag leider gerade nicht zur Hand). Nach Abrechnung der Vorleistungen und Verrechnung mit einer Gutschrift kommen nun 500 Euro Nachzahlung zusammen. Dies ist für eine 66 qm Wohnung in einem neuen Haus viel zu viel.

Die Heizkosten werden nicht an der Heizung, sondern an der in der Wohnung befindlichen Gastherme abgelesen. Vergleichswerte zum Vorjahr liegen nicht vor, da ich erst zum Jahresende 2003 eingezogen bin.

In der gesamten Heizperiode waren die Heizkörper teilweise nur zu einem viertel, teilweise sogar gar nicht warm. Dadurch musste natürlich die Heizung auf die höchste Stufe gestellt werden. Der Vermieter wurde von mir (leider nur telefonisch) mehrfach auf diesen Mangel hingewiesen, getan hat sich daraufhin gar nichts.

Gegen die Abrechnung und der damit verbunden Erhöhung der Vorauszahlungen habe ich nun schriftlich Widerspruch eingelegt.

Welche Möglichkeiten habe ich noch dagegen vorzugehen? Sehen Sie für mich eine Chance, um die Heizkostennachzahlung herumzugkommen? Was müsste ich noch weiter tun?
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass Ihre Wohnung mit einer Etagenheizung ausgestattet und im Mietvertrag vereinbart ist, dass Sie die mit deren Betrieb verbundenen Kosten zu tragen haben.

Die berechneten Kosten sind dann, soweit sie tatsächlich entstanden sind, auch von Ihnen als Mieter grundsätzlich zu zahlen. Zu beachten ist allerdings, dass der Vermieter bei der Berechnung der Betriebskosten dem

Gebot der Wirtschaftlichkeit

unterliegt und dementsprechend dafür sorgen muss, dass die in Ihrer Wohnung befindliche Etagenheizung auch ohne überflüssige Kosten betrieben werden kann. Aufgrund Ihrer Schilderung mag das zweifelhaft sein. Hier sollten Sie gegebenenfalls einen Fachmann zu Rate ziehen. Sollte er feststellen, dass infolge eines Mangels der Etagenheizung überhöhte Heizkosten angefallen sind, so brauchen Sie nur für einen Betrag aufkommen, der bei einer mangelfreien Heizung angefallen wäre. Dementsprechend wären dann auch die Vorauszahlungen nur im gekürzten Umfange von Ihnen zu leisten.

Selbstverständlich sind allerdings Sie im Falle eines Rechtsstreits sowohl für das Vorhandensein des Mangels als auch dafür, dass der Mangel dem Vermieter angezeigt wurde, darlegungs-und beweispflichtig. Eine schriftliche Anzeige muss nicht unbedingt erforderlich sein, auch eine mündliche (telefonische) Mitteilung kann genügen, wenn es hierfür Zeugen gibt.

Auch wenn Sie nicht direkt danach gefragt haben, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ein uneffektives Arbeiten der Heizung eine Minderung der Bruttowarmmiete zur Folge haben kann. Ebenso kann die Bruttowarmmiete gemindert werden, wenn wegen nicht warm gewordener Heizkörper einzelne Räume Ihrer Wohnung nicht auf mindestens 20 °C erwärmt werden konnten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen ein wenig weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

Nachfrage vom Fragesteller 08.06.2005 | 06:39

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.

Die Wohnungsgesellschaft hat nun geantwortet und sich darauf berufen, dass eine Ablesefirma die Daten erfasst und abrechnet und dass die Wohnungsgesellschaft keinen Fehler gemacht habe. Ebenso lägen die Verbrauchswerte aus 2003 als Vergleich vor.

Diese habe ich nun geprüft und festgestellt, dass auch diese Abrechnung völlig überhöht ist. Denn im Jahr 2003 hatte ich die Wohnun nur für drei Monate gemietet und lediglich einen Monat darin gewohnt. Die Abrechnung erhielt ich 11/2004.

Wie kann ich nun weiter vorgehen? Kann ich die Abrechnung von 2003 ebenfalls noch anzweifeln und wen muss ich nun anschreiben? Die Wohnungsbaugesellschaft oder die Ablesefirma? Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2005 | 08:32

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie können gegen die Abrechnung für das Jahr 2003 noch vorgehen, so nicht bereits eine dort ausgewiesene Nachzahlung ausgeglichen wurde. Denn zahlt der Mieter die in einer Betriebskostenabrechnung ausgewiesene Nachzahlung ohne Vorbehalt, gilt das als Anerkenntnis ihrer Richtigkeit.

Der Widerspruch ist an die Wohnungsbaugesellschaft zu richten, mit der Sie den Mietvertrag geschlossen haben. Verweisen Sie dabei auf den Umstand, dass die zu hohen Kosten Folge der aus Ihrer Sicht uneffektiv arbeitenden Heizungsanlage sind. Der Einwand der Wohnungsbausgesellschaft, die Ablesung der Verbrauchsdaten sei korrekt erfolgt, hilft da nicht weiter.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

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