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Übergewichtiger Nachbar beim Lufthansa Langstreckenflug (Frankfurt - Sao Paulo).

21.06.2014 19:21 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Allgemeines zu Leistungsstörungen auf einem Langstreckenflug.

Mein Brief an Lufthansa (Ausschnitt):
"Meine Tochter hatte den Sitzplatz 56J zugewiesen bekommen. Es stellte sich heraus, dass ihr Sitznachbar schwer übergewichtig war. Er klappte die Armlehne hoch, damit er überhaupt Platz nehmen konnte und nahm damit fast die Hälfte des Sitzes meiner Tochter ein. Auf Nachfrage an ein Crewmitglied bekam meine mittlerweile verzweifelte Tochter gesagt, dass es keine anderen freien Sitze gäben würde. Während des gesamten 12-stündigen Fluges stand meiner Tochter nur ca. der halbe Sitzplatz zur Verfügung; außerdem war sie dem ständigen Körperkontakt mit dem fremden Sitznachbarn ausgesetzt. In einer eh schon engen Bestuhlung, wie sie bei Ihnen vorherrscht, ist dieser Zustand untragbar. Im Notfall hätte meine Tochter ihren Platz nie rechtzeitig verlassen können – ein eindeutiges Sicherheitsrisiko, dass von der Crew niemals hätte toleriert werden dürfen!

Lufthansa Antwort: Nicht unser Problem, jeder darf fliegen.

Danach habe ich es über die Schlichtungsstelle versucht (soep-online), Antwort von Lufthansa:

„Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei der Anfrage von Frau ** um eine allgemeine Beschwerde handelt. [...] An einer freiwilligenSchlichtung nehmen wir nicht teil."

Meine Frage, muss ich das hinnehmen? Nützt es weiter zu gehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des Ihrerseits dargestellten Sachverhalts möchte ich Ihre Frage gerne wie folgt beantworten.

Ein Luftfahrtunternehmen hat die geschuldete Leistung in der Weise zu erbringen, dass alle Sicherheitsstandards eingehalten werden. Soweit dies in Ihrem geschilderten Falle bereits aufgrund eines schlecht erreichbaren Notausgangs der Fall gewesen sein sollte, liegt darin eine Leistungsstörung, die nach den allgemeinen Regeln des Leistungsstörungsrechts zur Minderung des Reisepreises beziehungsweise zum Schadensersatz führen kann. Darüber hinaus halte ich auch die Tatsache, dass Ihre Tochter einem 12-stündigen Körperkontakt ausgesetzt war und somit nicht ordnungsgemäß und bequem Platz nehmen konnte, für einen Mangel des geschuldeten Langstreckenflugs, der ebenfalls zu entsprechenden Ansprüchen führen dürfte.

Die lapidare Antwort der Lufthansa, dies sei nicht deren Problem und jeder Gast dürfe fliegen, halte ich für rechtlich untragbar wie gleichwohl peinlich für ein derart großes Luftfahrtunternehmen.

Nach alledem rate ich Ihnen dringend an, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen Ihrer Tochter zu beauftragen. Dies muss Ihre Tochter als geschädigte Vertragspartnerin allerdings selbst tun. Sodann wird der Rechtsanwalt entsprechende außergerichtliche, nötigenfalls gerichtliche Schritte einleiten, um Ihrer Tochter zu ihrem Recht zu verhelfen. Ob im Zweifel ein Gericht dieselbe Rechtsauffassung vertritt, ist immer ein bleibendes Prozessrisiko, auf das ich Sie hier ausdrücklich hinweisen möchte. Beispielsweise hielt das Amtsgericht Frankfurt einen schnarchenden Fluggast auf einem Langstreckenflug nicht für einen Reisemangel, vgl. AG Frankfurt, Az. 31 C 842/01-83. Sollten Sie Ihre Ansprüche allerdings erfolgreich verfolgen, so haben Sie grundsätzlich auch einen Anspruch auf Erstattung Ihrer Anwaltskosten.

Bitte beachten Sie, dass das Weglassen relevanter Angaben oder eine geringfügige Änderung des Sachverhalts eine völlig neue rechtliche Beurteilung zulässt.

Ich hoffe Ihre Frage verständlich beantwortet und Ihnen weitergeholfen zu haben. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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