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Überbau durch Fassadendämmung


27.12.2011 11:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Wir sind eine sechsköpfige Wohnungseigentümergemeinschaft in Bochum, NRW.
Unser Haus ist an der Fassade eines älteren Hauses versetzt angebaut worden. Das andere Haus ist höher.

Nun wollen die Eigentümer des Nachbarhauses (ebenfalls eine WEG) diese Seitenwand mit Dämmplatten versehen, da die Wand reparaturbedürftig ist und Risse aufweist.

Mit der Dämmung würde ein Überbau von 15 cm entstehen. Teilweise betrifft es Grundstück im Sondernutzungsrecht (Terrasse), teilweise gemeinschaftlicher Vorgarten. Aber auch das Dach (Dachabschluss, Regenrinne) ist betroffen, da das Nachbarhaus höher ist und das Dach ebenfalls überbaut werden soll.

Meine Fragen:

a) Nach welchem Abstimmungsmodus muss ein gültiger Beschluss zur Zustimmung der WEG erfolgen? Mehrheitsbeschluss oder Allstimmigkeit?

b) Sollte der Überbau ins Grundbuch eingetragen werden?

c) Was ist sonst noch zu beachten?

Sehr geehrte Fragestellerin,

da es sich bei der Dämmung und dem Überbau um eine bauliche Veränderung handelt und auch das Grundstück selbst betroffen ist, muss die Zustimmung hierzu gem. § 22 I WEG einstimmig sein.

Die Eintragung und damit Absicherung im Grundbuch sollte allerdings im Interesse der überbauenden WEG liegen, um nicht später mit eventuellen Forderungen (Überbaurente) belastet zu sein. Von Ihrer Seite aus bedarf es aber keiner Eintragung, wenn ein ordnungsgemäßer Beschluss gefasst worden ist, da eine Eintragung in das Grundbuch grundsätzlich eine (wertmindernde) Belastung darstellt.

Sämtliche Kosten für die Eintragung sollten auch vom Überbauer getragen werden, wenn diese eine Eintragung wünschen.

Hinsichtlich der Bauarbeiten selbst rate ich dazu, dass man sich bereits im Vorfeld die Kontaktdaten der Baufirma geben lässt und diese bereits im Vorfeld anschreibt, um auf eventuelle Mängel reagieren zu können und gleich den richtigen Ansprechpartner zu haben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche mit Unterlagen ausgestattete Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu geben.


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