Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Über Urlaubsanspruch getäuscht - nun angeblich aufrechnung mit geschenktem Urlaub

12.05.2015 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer


Hallo,

folgender Fall im Jahr 2012 bin ich am 15.05 eingetreten, jedoch erhielt ich nur 10 Tage Urlaub da ich über den Anspruch getäuscht wurde. (Mir steht aber der volle Anspruch 20 Tage zu. Im Arbeitsvertrag steht 10 Tage Urlaub und auf der Lohnabrechnung auch)

Der Arbeitgeber gewährte 2013/2014, freiwillig Urlaubstage für eine Fortbildung. Die Vereinbarung war ich zahle die Fortbildung und er schenkt mir den Urlaub. Vertraglich wurde dies ohnehin nicht festgehalten/fixiert.

Nun 2015 ist mir dies aufgefallen (das ich 2012 getäuscht wurde) das ich ja noch 10 Tage Urlaub habe. Ich habe damit argumentiert, dass der Anspruch nicht verfallen ist, da ich ja über ihn getäuscht wurde. Der Anspruch unterliegt damit der Regelverjährung und verjährt daher erst am Ende des Jahres.

Der Arbeitgeber sagt nun allerdings, dass ich ja gar keinen Urlaub mehr hätte, dieser wäre abgegolten. Außerdem hatte er die Frechheit zu sagen, er finde schon jemanden der unter Eid aussagt, dass ich den Urlaub genommen hätte.

Der Arbeitgeber kann aber meiner Meinung nach sowie nicht mit dem Urlaub wg. der Fortbildung aufrechenen, richtig?

Dies wäre doch unter keinen Umständen möglich oder?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zweck des Urlaubs ist die Erholung des Arbeitnehmers. Dies geht bereits aus der Formulierung des § 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hervor „ERHOLUNGSurlaub". Geschützt ist auch eine Sphäre der Selbstbestimmung in persönlicher Freiheit (vgl. ArbG Berlin, Urteil vom 27.03.2013 - 28 Ca 1960/13).

Mit anderen Worten: grundsätzlich entscheiden Sie was Sie im Urlaub tun. Untersagt ist lediglich eine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit, vgl. § 8 BUrlG. Wenn Sie sich dann aus freien Gründen dafür entscheiden Ihre Erholung während einer Fortbildung zu suchen, dann ist dies rechtlich in Ordnung (vgl. Lampe in Beck’scher Online-Kommentar Arbeitsrecht Stand 01.03.2015 § 8 BUrlG Rn. 2).

Nach Ihren Schilderungen ist es daher durchaus möglich, dass sich Ihr ehemaliger Arbeitgeber darauf beruft, dass der Urlaub während der Fortbildung gewährt wurde. Darlegungs- und beweisbelastet für die Urlaubsgewährung ist jedoch der Arbeitgeber. Damit dieser Zusatzurlaub nicht auf den gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch angerechnet würde, müssten Sie dann umgekehrt nachweisen, dass dies gerade ausdrücklich ein Zusatzurlaub sein sollte, weshalb eine „Aufrechnung" hiermit nicht möglich ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71378 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr sehr ausführliche Antwort auf meine Fragen. Super... Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
wie sieht es nun aus? ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bedanke mich sehr für die sehr ausführliche Beantwortung meiner Frage und Hilfestellung. ...
FRAGESTELLER