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Üben & Musizieren in Mietwohng-was dürfen wir wirklich?!


09.05.2007 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag

mein Freund ist Profimusiker und muss, sowie möchte natürlich auch üben oder komponieren/Musik aufnehmen.

Die Wohnsituation ist wie folgt:

Mehrfamilienhaus zur Miete auf 2 Etagen bzw 3 mit 4 Mietern wovon jeder jeweils EG+1.Stock hat und der darüber liegende Mieter 2.Stock und Dachgeschoss. Jeder hat einen Keller. Wir unseren direkt unter dem eigenen Wohnzimmer. Wir haben jeweils recht und links Nachbarn und über uns-allerdings natürlich nur über dem 1.Stock. Über dem EG und dem Keller liegen wir selbst.

Mein Freund spielt (wenn) folgende Instrumente: Trompete (hauptsächlich) und Piano bzw Keyboard, sowie (Akustik) Gitarre.

Bisher gibt es keine Beschwerden. Es gibt aber einen Nachbarn über uns (im 2.Stock also), die aus mir wirklich unerfindlichen Gründen seit ca 1.5 Jahren nur unfreundlich sind und ich Streit suchen nicht für ausgeschlossen halte. Ich selbst bin teilweise 5 Monate im Jahr ges. gar nicht da gewesen und mein Freund nach 1.5 Jahren jetzt seit 6 Wochen wieder. Er hat Trompete bisher nur mit einem sogenannten Silent Brass gespielt,was noch leiser ist, als ein "Stopfer". Man hört beim Silent Brass über Kopfhörer die Trompete. Also nahezu ausgeschlossen,dass es überhaupt über 1 Stockwerk hinaus geht oder auch nur 1 Zimmer. Der "Stopfer"/Dämpfer) ist vom EG aus dann noch ca. bei uns selbst im 1.Stock zu hören. Was mit weiter oben oder nebenan ist, kann ich nicht beurteilen. Übersteigt aber sicher auch kein Radio oder Tv, ist aber u.U. ein Tick über Zimmerlautstärke,wenn wirklich stark "geblasen" wird. Ohne Dämpfungsmassnahme hat er bisher nie und nicht gespielt. Das Keyboard auch meist über Kopfhörer,aber gelegentlich ohne. DAs ist natürlich zu hören. Die Akustikgitarre natürlich ohne irgendwelche Dämpfungsmassnahmen, aber immer "gesittet" und nicht mit voll Power reingehauen gewissermassen. Jedoch spielt er gern die Gitarre im Garten, wenn schönes Wetter ist.

Alle oben angegeben Situation beziehen sich auf Zeiten, die nicht Ruhezeiten sind. Also NIE oder sagen wir mal lieber 95% bisher nicht zwischen 13-15 Uhr oder nach 22 Uhr.

Da ich vorbereitet sein möchte (und auch nicht durch falsches Verhalten Grund liefern möchte), möchte ich also folgende Fragen geklärt haben:

1.) wie lange (Stunden) darf am Tag gespielt, geübt etc werden?! und auch OHNE Dämpfer bei der Trompete?!

2.) darf die Gitarre im Garten gespielt werden?!

3.) wäre es relevant, dass er Profimusiker ist und im Grunde seine Arbeit zu Hause ausübt/ausüben muss?! zb das Komponieren von Musik oder Arrangieren wo es auch zu Gesangsaufnahmen kommen kann (max 1 Person,die dann singt und bisher auch nie ausserhalb der Nicht-Ruhezeiten). GELEGENTLICH spielt er die auf dem PC aufgenommene Musik auch lauter als Zimmerlautstärke ab. Würde sagen alle 2-3 Tage für u.U. 2Stunden insgesamt auf den Tag verteilt. Es handelt sich auch nicht um Rock oder sonstige "harte" Musik, sondern Cubanische Musik, jedoch,wie gesagt, manchmal schon etwas lauter abgespielt.

4.) wir würden gern in unserem Keller einen Aufnahmeraum/"Studio" einrichten. DAs wäre dann eine sogenannte Kabine, die schallisoliert ist, wie in Musikstudios üblich. Normal dringt nahezu kein Ton ausserhalb der Kabine. Könnten die Mitbewohner sich über mehr "Besuch" beschweren? Gäbe es sowas? Mir erscheint die Frage an sich schon lächerlich,aber den einen Nachbarn scheinen einfach alle Menschen zu stören.

Müssten wir eine Erlaubnis dafür vom Vermieter einholen,wenn es NICHT-kommerziel wäre?! wie oft dürfte man dann zb mit 4-5 Leuten in dieser Kabine proben oder wäre dies egal, wenn kein Laut nach draussen dringt?!

Würden wir die Kabine auch für Aufnahme oder Probezwecke vermieten wollen, dann müsste unter ziemlicher Sicherheit Genehmigung des Vermieters erfolgen oder? und könnte der Vermieter dies ohne Weiteres abschmettern? Ich habe zb bereits für einen Raum im 1.Stock eine Erlaubnis des Vermieters, dass dieser beruflich als Büro genutzt werden darf, aber nicht mit übermässigem Kundenverkehr.

Mir ist es wichtig, diese Fragen zu klären, damit man nicht unnötig Ärger provoziert,wenn man etwas tut, was eben nicht im Rahmen liegt, aber möchte auch genau wissen, wo wir stehen, wenn jemand uns einfach Ärger machen möchte, weil ihm vielleicht eine Nationalität oder sonstwas nicht gefällt oder einfach schlechte Laune hat.

Vielen Dank für Ihre Antwort

MfG


Ps. mir wurde geraten, den Einsatz um auf mind. 50 Euro zu erhöhen. Auf nur 30 Euro war mir dies möglich, weil derzeit einfach nicht mehr Geld da ist (bekommen Baby etc pp). Sollte sich dafür dann keine Antwort finden, so müssen wir es leider so "riskieren" und verfahren, wie wir annehmen, dass es ohne Nachbarschaftsprobleme geht oder eben warten, bis mehr Geld da ist. Ich habe es schon ähnlich befürchtet, aber was nicht geht, geht eben leider nicht....
09.05.2007 | 21:19

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, etwa 1 ½ bis 2 Stunden täglich in einer Mietswohnung zu musizieren. Ist das Musikinstrument besonders laut, reduziert sich die Zeit evtl. auf eine Stunde täglich.

AG Düsseldorf, DWW 1988, 357: 2 Stunden Klavierspielen täglich
AG Frankfurt/ WuM 1997, 430: 90 Minuten Klavier täglich
OLG Frankfurt/M.,WuM 1984, 303: 1 1/2 bis 2 Stunden täglich, bei besonders lauten Instrumenten nur 1 Stunde
LG Kleve, DWW 1992, 26: 1 ½ Stunden, wenn lauter als Zimmerlautstärke
LG Nürnberg-Fürth,WuM 1992, 253: Schlagzeug 45 Min täglich im Sommer, 90 Min im Winter
BayObLG Az. 2 Z BR 55/95.: 3 Stunden Klavierspielen täglich

Die Ruhezeiten sind unbedingt einzuhalten, auf die Art der Musik kommt es dabei nicht an, nur auf Dauer und Lautstärke. Ob die Zeiten auch für Berufsmusiker gelten, wird nicht einheitlich beurteilt, es gibt aber nur sehr wenige Urteile, die Berufsmusikern längere Zeiten einräumen. Das (regelmäßige) Musizieren auf der Terrasse wird aber in jedem Fall unzulässig sein.

Für den Einbau einer schallisolierten Kabine sollten Sie in jedem Fall die Genehmigung Ihres Vermieters einholen, schon deshalb weil Sie andernfalls das Risiko eingehen, die Kabine wieder entfernen zu müssen. Wenn die Genehmigung vorliegt, aus der Kabine wirklich kein Laut dringt und die „Besucher“ sich beim Kommen und Gehen ruhig verhalten, gelten dann auch die oben angegebenen Einschränkungen nicht.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


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