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USt bei Leistungserbringung im EU-Ausland


25.01.2009 14:25 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herrren,

ich bin selbständiger Maschinenbaumeister (Einzelfirma) und betreibe dieses Gewerbe alleine, ohne Angestellte.
Seit einigen Jahren ist mein Hauptauftraggeber eine Firma mit Sitz in Deutschland, die Sondermaschinen baut.
Ich führe für diese Firma Inbetriebnahmen, Reparaturen und Wartungen in Deutschland und im EU-Ausland durch. Nach Rücksprache mit meinem Steuerberater weise ich auf meinen Rechnungen für Dienstleistungen im EU-Ausland keine Umsatzsteuer aus. Ich vermerke nur den Zusatz "Leistung ist in Deutschland nicht steuerbar, Leistungsort (Polen, Schweden, usw.)" und adressiere diese Rechnungen an deren deutsche Zentrale.
Nun habe ich mich letzt Woche mit einem Kollegen unterhalten, der für die selbe Firma in gleicher Weise tätig ist, auf seinen Rechnungen aber die Umsatzsteuer ausweist.
Nun zu meinen Fragen:
Sind meine Rechnungen korrekt, auf denen die USt nicht ausgewiesen ist?
Welche Folgen kann fälschlicherweise ausgewiesene bzw. nicht ausgewiesene USt für Rechnungssteller und Empfänger haben?

Vielen Dank im Voraus
Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst danke ich für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Eine Leistung unterliegt in Deutschland der Umsatzbesteuerung, sofern sie im Inland entgeltlich erbracht wird, § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG. Die Beantwortung Ihrer Frage im Hinblick auf Ihre Tätigkeit im EU-Ausland hängt also davon ab, was aus der Perspektive des deutschen Umsatzsteuerrechts als Leistungsort bestimmt wird.

Als Leistungsort für Montage- und Reparaturleistungen gilt der Ort, an dem der Unternehmer jeweils ausschließlich oder zum wesentlichen Teil tätig wird, § 3a Abs. 3 Nr. 3 UStG. Dabei ist auf jeden Auftrag/Umsatz gesondert abzustellen. Es kommt daher nicht darauf an, ob Sie (Ihre Gesamttätigkeit betrachtet) überwiegend im In- oder Ausland ausüben. Sofern Sie also Ihre Tätigkeit im Ausland ausüben, unterliegt diese nicht der deutschen Umsatzsteuer. Etwas anderes könnte gelten, wenn bei der Montage- und Reparaturleistung die verwendeten Stoffe/Ersatzteile von Ihnen beschafft werden, sofern sie nicht nur als Zutaten oder Nebensachen darstellen. In diesem Falle bitte ich Sie um Ihren Hinweis.

Unter Inbetriebnahme verstehe ich eine Art Sonderform der (erstmaligen) Wartung, gegebenenfalls mit Einweisung des Abnehmers. Auch diese Leistung ist als Leistung im Sinne des § 3a Abs. 3 Nr. 3 UStG zu qualifizieren und damit bei einer überwiegenden Tätigkeit im Ausland in Deutschland nicht umsatzsteuerpflichtig.

Ich weise vorsorglich darauf hin, dass Ihre für diese Umsätze angefallenen Vorsteuern dementsprechend auch nicht abzugsfähig sind.

Weisen Sie in einer Rechnung Umsatzsteuer aus, so sind Sie zur Abführung auch dann verpflichtet, wenn die Leistung gar nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Sofern Sie Rechnungen ohne Umsatzsteuer ausstellen, die tatsächlich umsatzsteuerbar sind, so haften Sie für die Abführung der auf diese Umsätze entfallenden Umsatzsteuer, auch wenn Sie diese nicht vereinnahmt haben. Ob Sie dann Rückgriff bei Ihrem Auftraggeber nehmen können, hängt nicht zuletzt davon ab, ob eine Brutto- oder Nettoabrede besteht.

Da die Umsatzsteuergesetze der einzelnen europäischen Staaten nahezu identisch gestaltet sind, wird auch nach diesen Gesetzen ein identischer Leistungsort am Ort der Tätigkeit angenommen werden können. Es ist daher davon auszugehen, dass Ihre Leistungen jeweils in dem entsprechenden Land der Umsatzsteuer unterliegen. Für eine abschließende Beurteilung sind jedoch Kenntnisse des jeweiligen Umsatzsteuerrechts erforderlich.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben. Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Lehmann
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