Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

UPS rückt Nachname-Zahlung nicht raus

27.09.2010 13:06 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Hallo zusammen,

seit Anfang des Monats streite ich mich mit meinem Zusteller UPS.
Ich bin selbstständig und arbeite mit UPS seit ca. 6 Monaten vollster Zufriedenheit zusammen.
Seit letzten Monat biete ich Nachnahme meinen Kunden an.

Es wurden 4 Überweisungen an mein Firmenkonto von Nachnahme-Zahlungen erfolgreich durchgeführt.
Ich bekam ~10/11.09.2010 den ersten Anruf der Nachnahme-Abteilung von UPS, dass eine Überweisung (die 5.) zurück gegangen sei an UPS.
Man wüsste leider nicht warum und wieso aber man breuchte um diese erneut anzuweisen Unterlagen von mir. (Nachweise das ich der Inhaber des Kontos bin etc.).
Ich verweigerte dies mit der Aussage, dass es doch schon 4 Mal geklappt hatte und ich diesen Arbeitsaufwand nicht auf mich nehmen möchte, zudem ich das Geld dringend brauche (immerhin 935€) und Sie auf Originale bestanden (kein Fax etc.).

Man versprach mir einen Rückruf.
Ich bekam am selben Tag einen Rückruf der Abteilungsleiterin, die mir Sprüche wie "Dann versenden Sie halt mit Hermes und nicht mit UPS" kam und auf diese Unterlagen bestand. Als ich dann etwas aufbrausend reagierte, legte diese Dame mit dem kommentar "Dann gucken Sie doch mal wie Sie an das Geld kommen, Sie können Sich dann ja mit unserem Chef streiten" auf.

Seit diesem Tag warte ich auf mein Geld.
Ich habe ca. 3-6 Mal beim CallCenter angerufen (Nachweise über die Telefonverbindung + Zeit vorhanden), wurde auch teilweise zurückgerufen, aber getan hat sich nichts.

UPS verweigert mir immer noch die Zahlung, die NN-Abweiltung rührt sich nicht, das CallCenter hat keine Befugnis, keiner kann mir bis dato erklären wieso die Zahlung überhaupt zurück gegangen ist.

Mein Schaden:
Ich habe inzwischen gut 6 Arbeitsstunden investieren müssen um ergo gar nichts zu erreichen. Bei einem regulären Durchschnittsverdienst von 40€ / Stunde, wenn ich gearbeitet hätte, kommt da schon was zusammen.
Zudem konnte ich durch die fehlenden 930€ weniger Wareneinkäufe machen, ergo musste auch mein Warenangebot kleiner halten, was mir ca. bei 2 Verkauften Geräten, einen Verlust von Nochmals 100€ - 200€ einfährt.

Wie kann ich vorgehen?
Ich arbeite nun die fast 7. Stunde und formuliere hier Anwaltstexte, geschweige den habe ich das Geld und kann Anfangen wieder damit zu arbeiten.

Bitte um ausführliche Antwort + Kontakt für weitere Mandatschaft.

Sehr geehrter Fragesteller,

anhand des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ich gehe zunächst davon aus, dass UPS den Nachnahmebetrag in bar erhalten hat.
Nach den UPS Beförderungsbedingungen ist Folgendes vereinbart:
"Zieht UPS Nachnahmebeträge bar ein, hat UPS dem Versender den Gegenwert in der Währung desjenigen Landes zu zahlen, in dem die Sendung an UPS zum Zwecke der
Beförderung übergeben wurde. UPS ist berechtigt, diese Beträge entweder auf ein vom dem Versender benanntes Bankkonto zu überweisen oder einen Scheck über diese Beträge zugunsten des Versenders auszustellen."
Es gibt mithin keinen vertragliche Verpflichtung, Original-Kontounterlagen vorzulegen. Es reicht aus, wenn Sie Ihr Konto angeben, wie Sie es bereits getan haben.

Eine besondere Fälligkeit für die Auszahlung ist in den Bestimmungen nicht geregelt. Danach gilt, dass der Betrag sofort zur Auszahlung fällig ist, § 271 BGB: Leistungszeit .

Um von UPS Schadensersatz und Zinsen verlangen zu können, müssen Sie UPS durch Mahnung in Verzug setzen.
Zwar kann eine Mahnung auch telefonisch erfolgen, in dem Sie einfach UPS zur Zahlung aufgefordert haben. Dies wird allerdings schwer zu beweisen sein. Es empfiehlt sich daher, zumindest schriftlich per Fax die UPS zu mahnen. Wenn Sie sicher gehen wollen, können Sie auch per Einschreiben-Rückschein vorgehen, damit Sie den Zugang der Mahnung nachweisen können.

Nachdem Sie UPS auf diese Weise in Verzug gesetzt haben, können Sie ab diesem Zeitpunkt Zinsen verlangen. Wenn Sie danach einen Anwalt mit der Durchsetzung beauftragen, sind dessen kosten von UPS zu ersetzen.

Die Rechtsprechung sieht in der mit der Regulierung aufgewendeten Zeit keinen ersatzfähigen Vermögensschaden. Falls Sie allerdings konkret nachweisen können, dass Ihnen ein Gewinn entgangen ist, können Sie dies als Schadensposition geltend machen.
Hier denke ich an die entgangenen Folgegeschäfte.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort behilflich sein. Für eine Nachfrage stehe ich gerne zur Verfügung. Falls Sie mich im weiteren Verlauf beauftragen wollen, stellen Sie bitte in Ihrem Interesse zunächst sicher, dass Sie den Verzug durch eine Mahnung herbeigeführt haben.

Rückfrage vom Fragesteller 27.09.2010 | 13:56

Hallo,

super Antwort, danke!
Kleine Zusatzfrage:
Wie viel zeit muss ich UPS bei einer Mahnung und Fristsetzung geben?
Muss das Geld bis zum Datum der Fristsetzung bei mir sein oder bis zum Datum der Fristsetzung in Auftrag an mich sein?

Nach Verstreichen der Frist, darf ich einen Anwalt beauftragn und UPS muss diese Kosten übernehmen? Soweit alles richtig?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.09.2010 | 14:16

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich ihre Nachfrage.

In einer Mahnung müssen Sie nur eindeutig zum Ausdruck bringen, dass Sie UPS zur Leistung auffordern. Sie muss weder eine Fristsetzung noch eine Androhung von Folgen enthalten.
Der Verzug tritt mit dem Zugang der Mahnung ein.

Wenn Sie eine Frist setzen möchten, empfehle ich 1 Woche bis 10 Tage. Bevor Sie dann weitere kostenverursachende Massnahmen ergreifen, sollten Sie den fruchtlosen Ablauf der Frist abwarten. Für die Einhaltung der Frist ist der Geldeingang auf Ihrem Konto maßgeblich, also der Tag der Gutschrift.

Falls Sie keine Frist setzen, sollten Sie ebenfalls zumindest eine Woche zuwarten, denn die Rechtsverfolgungsmassnahmen sollen zweckentsprechend sein, damit die Kosten ersetzt werden.

Wegen der Vorgeschichte empfehle ich außerdem, in der Mahnung nochmals Ihre Kontoverbindung anzugeben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ben Buder
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81030 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Info ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr freundlich, kompetent, hilfreich ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine schnelle, präzise und unmissverständliche Antwort – vielen Dank! ...
FRAGESTELLER