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UG-Geschäftsführer-Vergütung

| 01.06.2014 22:28 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Angemessen Gehaltshöhe eines Geschäftsführers, Gesellschafter bei unregelmäßigen Einkommen

Hallo,

ich habe eine Frage zu folgender Konstellation und würde mich sehr über Ihre Beratung freuen.

Person X habe bereits Berufserfahrung im IT-Bereich und studiere momentan. Statt nur einen klassischen studentischen Minijob auszuüben, führt X ab und zu, wann immer es die Zeit zulässt, Programmieraufträge aus. Dazu sei X bisher Einzelunternehmer mit Kleinunternehmerregelung.

Nachdem jüngst bspw. sogar ein großes, globales Online-Auktionshaus „gehackt" wurde, wird X wieder einmal vor Augen geführt, dass es keine absolute IT-Sicherheit geben kann und dies im Worst-Case zu großen Haftungsrisiken / Prozessrisiken führen kann. Daher möchte X zukünftig für seine Programmierleistungen nicht mehr persönlich mit seiner ganzen Habe und auf Dauer haften. X gründet daher als alleiniger Gesellschafter (100 %) eine 1-Mann-UG (haftungsbeschränkt), deren einziger Geschäftsführer er sei. Die UG habe keine weiteren Mitarbeiter, sondern rein praktisch gesehen ändert sich an der alleinigen Tätigkeit Xs nichts, nur dass die UG in Zukunft haftungstechnisch einen „Prellbock" darstellen möge. X sei vom Verbot des Selbstkontrahierens befreit. Die UG wäre eine Kleinstkapitalgesellschaft nach § 267a HGB .

Da X die Aufträge nur neben seiner Haupttätigkeit als Student ausführe, seien die Umsätze der UG ziemlich unregelmäßig, solange bis X sein Studium abschließt und hauptberuflich für die UG arbeitet.

Fiktives Umsatz-Beispiel:
Januar: 3200,-
Februar: 600,-
März: 0,-
April: 0,-
Mai: 1200,-
Juni: 250,-
Juli: 2800,-
August: 0,-
usw.

Es stellt sich die Frage, wie die erzielten Umsätze an den Programmierer (= 100%-Gesellschafter = Geschäftsführer) gezahlt werden können. Da der GF niemandem gegenüber weisungsgebunden sei und über Arbeitszeit, -Ort und –Dauer ganz alleine entscheide, ist er wohl selbstständig.

Käme die Variante in Frage, dass der GF gar kein Gehalt bezieht, sondern nur die Gewinnausschüttung erhält? Dann wäre bei der UG beinahe Nettoumsatz = Jahresüberschuss, was vermutlich ungünstig bzgl. Körperschafts- und Gewerbesteuer wäre. Und unterjährige Zahlungen wären dann wohl auch nicht möglich. Müsste die UG dann dennoch Lohnsteuer-Anmeldungen machen?

Wenn der GF monatliche Bezüge von der UG erhielte, dürfte er in Monaten ohne nennenswerte Umsätze einfach auf die Zahlung verzichten? D. h. entweder würde ein Festbetrag (z. B. 800,- EUR) bezahlt oder gar nichts. (Weil Bezüge in variabler Höhe eine verdeckte Gewinnausschüttung bedeuten könnten (selbst wenn es nur ein paar hundert EUR wären), vermute ich?) Wie wäre das mit der Lohnsteuer bei dem selbstständigen GF grundsätzlich? Und in Monaten, in denen auf Vergütung verzichtet wird?

X gebe bereits seit Jahren eine ESt-Erklärung ab und habe eine studentische Kranken-/Pflegeversicherung, für die die Höhe des Einkommens nicht entscheidend sei, sondern nur die wöchentliche Arbeitszeit neben dem Studium.
Ein weiterer Aspekt wäre, dass X neben seiner eigenen gewerblichen Tätigkeit von der Universität als Tutor beschäftigt werde (geringfügige Beschäftigung auf 450,- EUR Basis). (Erwähnt nur, falls das eine relevante Rahmenbedingung ist.)

Wie könnte die Arbeits-Vergütung aus der UG optimal gestaltet werden? Ohne dass die UG bei umsatzarmen Monaten direkt zahlungsunfähig wird angesichts eines zu hoch angesetzten Entgelt-Versprechens an den GF? X habe keinen „sportlichen" Ehrgeiz zum Steuernsparen, sondern wolle einfach seine Arbeit legal und ohne Privathaftung (bei unregelmäßigem Zeiteinsatz) verkaufen.

Vielen Dank bereits im Voraus für Ihren Rat!

01.06.2014 | 23:59

Antwort

von


(1419)
Hochwaldstraße 16
61231 Bad Nauheim
Tel: 0176/61732353
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Zunächst bitte ich zu berücksichtigen, dass auch bei der Wahl der Rechtsform nicht jedgliche Haftung des Geschäftsführers ausgeschlossen werden kann. Bei vorsätzlichen Handlungen werden Sie auch persönlich in Anspruch genommen werden könne, wenn die UG nicht die erforderliche Haftungsmasse hat. Sicherlich wird aber eine "Durchgriffshaftung" erschwert.

Im weiteren bedeutet eine Kapitalgesellschaft höhere Anforderung an die Buchhaltung und die Bilanzierung. Es ist eine Bilanz zu erstellen und diese ist im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Neben den hier anfallenden Kosten haben Sie auch einen IHK Beitrag zu leisten.

Zu Ihrer eigentlichen Frage.

Die Höhe der Vergütung können Sie frei wählen. Da Sie als Gesellschaftergeschäftsführer keine Sozialabgaben zu leisten haben, bliebe lediglich eine Lohnsteuerlast. Wird das Gehalt oberhalb der Minijobgrenze angesiedelt, fällt jedoch auch hier keine Lohnsteuer an. Insoweit sollte das Gehalt höher als EUR 450,- liegen, um nicht als Minijob qualifiziert zu werden. Eine akzeptable Untergrenze ist aus meiner Sicht EUR 500,- pro Monat.

Sollten Sie in Lage kommen, das Gehalt nicht zahlen zu können, können Sie dies entweder stunden, um die Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen oder ein Gesellschafterdarlehen für eine Übergangszeit gewähren, was bei einem Geldzufluss wieder zurückgeführt wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 02.06.2014 | 02:01

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für die schnelle Antwort und all Ihre Hinweise!

Wenn möglich, würde ich gerne zu 2 Punkten der Antwort eine Rückfrage stellen, um dies zu konkretisieren.

> Die Höhe der Vergütung können Sie frei wählen. [...]
> als Gesellschaftergeschäftsführer keine Sozialabgaben

Wie müsste dies konkret erfolgen? Es müsste also am besten einen Vertrag der UG mit dem Gesellschaftergeschäftsführer geben, der ...
- die Selbständigkeit deutlich macht,
- das Gehalt z. B. bei 500,- EUR festlegt
- und die Möglichkeit zur Gehaltsstundung vorsieht.

Richtig? (Wäre dann natürlich ein neues Thema bzw. eine Direktanfrage.) Oder ergibt sich dies in der geschilderten 1-Mann-Situation implizit, sofern nichts Abweichendes geregelt ist, sodass eine schriftliche Vereinbarung über die Höhe des Gehalts ausreichend wäre (als Beleg, wenn das FA prüft)?

> bliebe lediglich eine Lohnsteuerlast.
> Wird das Gehalt oberhalb der Minijobgrenze angesiedelt,
> fällt jedoch auch hier keine Lohnsteuer an.

Das klingt hoch-interessant! Würde sich dies konkret so gestalten, dass die UG bspw. die 500,- EUR in voller Höhe an den Gesellschafter-GF zahlt (ohne Lohnsteuer abzuführen) und dieser die Vergütung dann nur in seiner ESt-Erklärung angeben und versteuern muss - vermutlich in Anlage S: "Einkünfte aus selbständiger Arbeit - Gewinn aus sonstiger selbständiger Arbeit (z. B. als Aufsichtsratsmitglied)" (Zeile 9)?

> fällt jedoch auch hier keine Lohnsteuer an.

Im "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung - Gründung einer Körperschaft ==> Angaben zur Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer" wäre die "Anzahl der Arbeitnehmer" demzufolge 0, wenn es außer dem selbständigen Gesellschafter-GF keine Mitarbeiter gibt?

Vielen Dank noch mal für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.06.2014 | 08:40

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Einen Geschäftsführervertrag benötigen Sie in jedem Fall. (Diesen kann ich Ihnen im Rahmen einer Direktanfrage erstellen)

Hier sollten Sie die Vergütung von EUR 500,- pro Monat regeln. Weiterhin wäre hier eine Regelung über Tantiemen bzw. eine Erfolgsvergütung aufzunehmen, um hier flexibel auf höhere Gewinne reagieren zu können und diese mit dem Gehalt abzuschöpfen.

Die Selbstständigkeit bzw. die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht ergibt sich aus der Höhe der Beteiligung. Ab einer Beteiligung von 45 % besteht in der Regel keine Sozialversicherungspflicht, so dass hier keiner Regelung bedarf.

Die Gehaltsstundung sollte nicht bereits im Geschäftsführervertrag geregelt sein, sondern gesondert Fallweise mit einem separaten Schreiben erfolgen.

Die Gehaltsauszahlung von den hier angeführten EUR 500,- werden komplett ohne Abzüge an Sie ausgezahlt. Die Versteuerung erfolgt dann mit der Einkommenssteuererklärung.

Bei der steuerlichen Erfassung ist in der Tat kein Arbeitnehmer aufzuführen. Gleiches gilt für die Unfallversicherung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.06.2014 | 21:08

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