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Tunesier in Deutschland heiraten

21.08.2017 16:32 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gero Geißlreiter


Zusammenfassung: Für die beabsichtigte Eheschließung eines Ausländers mit einer Deutschen in Deutschland wird ein nationales Visum nach § 6 Abs. 3 AufenthG benötigt. Die später zu erteilende Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Erwerbstätigkeit. Das Schengen-Visum kann diesen Zweck nicht erfüllen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige Antworten folgender Fragen. Ich bin Deutsche Staatsbürgerin und lebe in Deutschland. Lebe in Scheidung, diese ist in 2 bis 3 Monaten. Dann bin ich geschieden. Mein Freund (Ausbildung als KFZ Mechatroniker) ist Tunesier und lebt in Tunesien (keine Vorstrafen oder sonstiges). Er ist seit 2 Jahren als Feuerwehrmann in Tunesien beschäftigt. Wir sind seit 2 Jahren befreundet. Wir möchten nach meiner Scheidung in Deutschland heiraten und leben (da ich in Deutschland selbständig bin und nicht den Wohnort wechseln kann). Mein Freund war bisher noch nie in Deutschland.
1. Welche Papiere benötigt mein Freund um nach Deutschland mit einem Touristenvisum (3 Monate gültig) einzureisen und welche Unterlagen werden von mir benötigt?
2. Können wir auch mit einem Touristenvisum (3 Monate gültig) in Deutschland heiraten oder benötigt er ein anderes Visum, wenn ja welche Unterlagen bzw. Visum genau.
3. Muss er, falls mit Touristenvisum eine Heirat möglich ist, wieder ausreisen und in Tunesien ein Visum zur Familienzusammenführung beantragen?
4. Falls eine Heirat klappt, ist es gewährleistet, dass der Antrag auf Familienzusammenführung genehmigt wird?
5. Sollte er zu erst ein Touristenvisum oder gleich ein Heiratsvisum beantragen?
6. Zurzeit lernt er die deutsche Sprache (es sind bereits Grundkenntnisse in Wort und Schrift vorhanden), welche Dokumente benötigt er als Nachweis?
7. Welche Dokumente bzw. Visum werden benötigt um sich bei Firmen um eine Arbeitsstelle zu bewerben, oder kann er sich mit einem Touristenvisum bei Firmen um eine Arbeitsstelle bewerben? Da er so schnell wie möglich in Deutschland arbeiten möchte.
8. Mit welchem Visum bekommt er eine Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland?
9. Wie ist die beste Vorgehensweise damit es zu keinen Problemen kommt?
10. Falls eine Heirat in Deutschland nicht möglich ist, in welchem Land ist dies ohne Probleme möglich?

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Gemeint ist das sog. Schengen-Visum nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG). Es berechtigt zu einem besuchsweisen Aufenthalt in den Schengen-Staaten von 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen. Auf der Seite http://www.tunis.diplo.de/Vertretung/tunis/de/01.1_20Visa_20Informationen/Schengen__Visa.html werden die 5 erforderlichen Schritte und Unterlagen dargestellt. Ihr Freund müsste insbesondere den Nachweis erbringen, dass er über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts für den Aufenthalt in Deutschland und die Rückreise einschließlich einer Reisekrankenversicherung verfügt. Von Ihnen wird eine schriftliche Einladung benötigt werden.

2. Für die Erteilung eines Visums ist die Angabe seines Zwecks erforderlich. Für Einreisen zur Familienzusammenführung (Eheschließung) benötigt Ihr Freund ein sog. nationales Visum nach § 6 Abs. 3 AufenthG. Die Erteilung richtet sich nach den für die Aufenthaltserlaubnis geltenden Vorschriften (§§ 27 ff. AufenthG). Die erforderlichen Unterlagen finden Sie hier: www.tunis.diplo.de/contentblob/3246658/Daten/3654981/FamZde2014.pdf. Beachten Sie, dass sich die Gebühr ab September auf 75 Euro erhöht.

3. Wird unter Geltung eines Schengen-Visums geheiratet und war dies schon vor der Einreise geplant, muss Ihr Freund grundsätzlich erst wieder ausreisen und mit dem "richtigen" D-Visum wieder einreisen.

4. Das Visum wird zum Zweck der Eheschließung erteilt. Deshalb müssen die Voraussetzungen der §§ 27 ff. AufenthG vorliegen. Einschlägig ist § 30 AufenthG, der einen Rechtsanspruch vermittelt, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

5. Wenn Sie jetzt schon den Heiratsentschluss gefasst haben, muss Ihr Freund das D-Visum beantragen mit diesem Zweck.

6. Ihr Freund muss das Niveau A 1 vorweisen. Dazu genügt jedes glaubhafte Dokument/Zertifikat.

7. Die Aufenthaltserlaubnis eines Ehegatten berechtigt zur Erwerbstätigkeit. Da Hauptzweck des Aufenthalts die Eheschließung/Familienzusammenführung sein soll, wäre ein Visum zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit nach § 18 AufenthG als ausgebildeter Mechatroniker der falsche Aufenthaltstitel. Ihrem Freund ist es nicht verwehrt, schon jetzt Arbeitsplatzangebote zu recherchieren.

8. D-Visum zur Eheschließung/Familienzusammenführung.

9. Mein Ratschlag: ehrlich bleiben und nach 8. verfahren!

10. Eine Heirat in Deutschland ist gemäß dem Vorstehenden möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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