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Trittschallmessung


22.04.2005 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle




Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

als Wohnungseigentümerin stellt sich mir folgendes Problem:

Ich bin seit ca. 5 Jahren Eigentümerin einer Wohnung (Baujahr ca. 1991), die bereits vom Voreigentümer 1991 mit Fliesenboden ausgestattet wurde. Nunmehr hat der Wohnungseigentümer unter mir, dem die Wohnung bereits seit 1991 gehört, wegen Lärmbelästigung (Trittgeräusche etc.) aus meiner Wohnung eine Trittsschallmessung bei mir durchführen lassen. Ich musste diese Messung dulden, da er den Bauherrn verklagt hat. Er war/ist der Meinung, dass die Zwischendecke zwischen unseren Wohnungen mangelhaft gebaut wurde. Um diesen Baumangel nachweisen zu können, bekam er die gerichtliche Genehmigung zur Messung mit dem Ergebnis von 59 anstatt erlaubter 53 Dezibel. Mit diesem Ergebnis sollte dann die gesamte Wohnungseigentümergemeinschaft gegen den Bauherrn vorgegangen werden. Davon ist jetzt aber nicht mehr die Rede. Er will nun, dass ich entweder einen Teppichboden verlege oder aber eventuelle Schallbrücken im Fliesenboden (von Meisterfirma verlegt) entfernen lasse.

Meine Fragen sind nun:

Kann sich seine ursprüngliche Klage gegen den Bauherrn mit den Ergebnissen der Trittschallmessung einfach so auf mich übertragen lassen, oder muss er mich jetzt zunächst verklagen?

Hätte er nicht viel früher auf den Mangel (Lärmbelästigung) aufmerksam machen müssen insbes. bei dem Voreigentümer. Immerhin gibt es den Fliesenboden seit 11 Jahren und die Wohnung wird seit dieser Zeit nicht "lauter" genutzt. Sollte die Fliesenfirma die Fliesen nicht sachgerecht (nach DIN) verlegt haben, kann ich die wohl wegen abgelaufener Gewährleistungsfrist kaum noch in Anspruch nehmen und müsste den Teppich oder die Reparatur selber bezahlen. Ist dies nach dieser langen Zeit noch zumutbar?

Für Ihre Auskünfte vielen Dank im voraus. Sollte es entsprechende Gerichtsurteile geben, wäre ich für die Angabe der Quelle sehr dankbar.

Sehr geehrter Ratsuchende,

natürlich können Sie das Gutachten anzeifeln, da Sie nicht Partei des Verfahrens gewesen sind. Es müsste dann ggfs. ein neues Gutachten eingeholt werden, wobei die nicht unerheblichen Kosten dann aber von der unterliegenden Partei ggfs. zu zahlen wäre. Es ist daher hier wirklich fraglich, ob Sie dann gut beraten sind, ein neues Gutachten einholen zu lassen. Dieses wäre nur dann wirklich zu empfehlen, wenn Sie tatsächliche Anhaltspunkte dafür haben, dass bei der Messung etwas richtig schief gelaufen ist.

Zu beachten ist aber Folgendes:

Hier geht es um eine Auseinandersetzung der Eigentümer, wobei die bei der Errichtung der Anlage geltenden Maßstäbe eingehalten werden mussten. Nach den §§ 14, 15 WEG ist die Gebrauchsregelung in der Teilungserklärung zu klären, die Sie unbedingt einsehen sollten.

Sollte dort eine Regelung enthalten sein, würde ich an Ihrer Stelle die Verwalter informieren und beantragen, die Kostentragungslast auf die gesamte Wohungseigentümergemeinschaft umzulegen und diese Frage ebenso wie die Frage einer notwendigen Reparatur bei der nächsten Wohnungseigentümerversammlung zu klären. Diese Kosten müssen ggfs. nach § 16 WEG anteilsmäßig auf die Wohnungseigentümer umgelegt werden. Sie werden staunen, wie schnell bei einer Abstimmung dann das Interesse an einer Reparatur verschwindet.

Da dieses Verfahren gut vorbereitet werden sollte und auch die Teilungserklärung hierzu untersucht werden muss, kann ich Ihnen nur raten, einen Kollegen vor Ort aufzusuchen (auch wenn dieses teuerer als diese Beratung werden wird).

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 22.04.2005 | 14:16

Sehr geehrte Frau True-Bohle,
vielen Dank für Ihre kurzfristige Antwort. Eine Frage ist leider offen geblieben. Selbst wenn der Wohnungseigentümer nicht mit der Eigentümergemeinschaft weiterkommt, wird er die Lärmbelästigung abstellen wollen und mich dann wohl privat verklagen. Kommen mir dann die 11 Jahre (Unzumutbarkeit nach so langer Zeit) zugute, in denen er keine Lärmbelästigung angezeigt hat oder spielt das keine Rolle?

Vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen T. Wienke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.04.2005 | 18:52

Wenn die Eigentümergemeinschaft keine Nachbesserng bschliet, wird er Sie gar nicht veklagen können. Sie sollten auf einen Bschluss der Gemeinschaft drängen.

Auch haben Sie Recht; nach 11 Jahren könnte eine Verwirkung eingetreten sein, wenn sich am Geräuschpegel nicht geändert hat. Sie haben gute Chancen, so ein Verfahren zu gewinnen.

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