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Trittschallisolierung


| 28.08.2007 22:11 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Das Gebäude wurde 1958 errichtet und ist der Bauzeit entsprechend etwas "hellhöriger" - steht im Mietvertrag. 2 Wochen nach Einzug verstarb der Mieter über uns. 3 Monate hatten wir Ruhe. Im Januar 2007 begann die Renovierung bis Ende Februar. Krach kaum auszuhalten, man konnte zwischen Hammer, Schraubendreher oder Bleistift unterscheiden was auf den Steinmehlboden fiel. Machte Verwalter darauf aufmerksam (Mietvertrag), daß er gut trittschallisolieren soll bevor er Parkett verlegen lässt. Ist aber nicht geschehen. Parkett direkt auf den Steinmehlboden verklebt. Seitdem hört man Tag und Nacht von oben jedes Stühlerücken, Möbelschieben, Gepolter und Schrittgeräusche. Habe mehrmals den Verwalter schriftlich aufgefordert den Mangel zu beheben. Nichts. Es wäre alles fachgerecht verlegt. Bei Wohnungsbegehung mit Parkettverleger, Verwalter und "Über-Mieter" wurde der Mangel bestätigt. Es wurden Randschallschutzleisten verlegt. Keine Wirkung. Kann ich Miete mindern oder soll ich erst mal Miete zurückbehalten um Druck zu machen? Wenn, wie hoch? Soll ich auf Instandsetzung oder Reparatur klagen oder soll er klagen?
Sehr geehrter Ratsuchender,


Die fehlende Trittschallisolierung stellt grundsätzlich einen Mangel der Mietsache im Sinne des § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB dar, wenn damit eine nicht unerhebliche Lärmbelästigung verbunden ist, die über das Maß gewöhnlicher Lebensgeräusche hinaus geht.

Nachdem Sie dem Vermieter hinreichend Gelegenheit gegeben haben, den Mangel zu beseitigen, seine Bemühungen aber keinen Erfolg gezeitigt haben, sollten Sie nunmehr in der Tat von Ihrem Minderungsrecht Gebrauch machen. Dies können Sie auch rückwirkend für den Zeitraum geltend machen, seitdem die Lärmbelästigung aufgetreten ist und Sie den Mangel dem Vermieter angezeigt haben, vgl. § 536c BGB.

Darauf, dass der Mieter, der über Ihnen wohnt, seine Rechte geltend macht, sollten Sie sich nicht verlassen. In diesem Fall ist die Minderung das geeignete Druckmittel, da auch der Vermieter nicht allzu sehr einsichtig erscheint.

Die Rechtsprechung erkennt in vergleichbaren Fällen in der Regel zwischen 10% und 15% der Warmmiete als angemessene Minderungsquote an (AG Köln - Az. 220 C 215/99; AG Braunschweig, WuM 1983, 122).
Allerdings kommt es auf die und den Grad der tatsächlichen Belästigung an (vgl. LG Berlin GE 1996, 677; AG Hamburg WuM 1996, 760).
Obwohl Sie sich in Ihrem Vertrag mit einer allgemein intensiveren Schallübertragung einverstanden erklärt haben, dürfte hier jedenfalls eine Quote von 10% gerechtfertigt sein, wenn nicht andere Umstände des Einzelfalls eine andere rechtliche Beurteilung nahe legen.


Ich hoffe, Ihre Fragen hinreichend und in verständlicher Form beantwortet zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2007 | 10:39

Danke für die schnelle und präzise Beratung. Aber Abs. 3 in Ihrer Antwort verstehe ich nicht.
Darauf, dass der Mieter......

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2007 | 13:29

Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich stehen auch dem Mieter, der über Ihnen wohnt, Ansprüche wegen der fehlenden Schallisolierung zu, da dies einen Mangel der Mietsache darstellt. Bezüglich Ihrer Frage: „Soll ich auf Instandsetzung oder Reparatur klagen oder soll er klagen“ ist es aber meines Erachtens eher ratsam, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, als sich darauf zu verlassen, dass der Mieter von sich aus aktiv wird.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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