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Trittschallgeräusche


01.06.2005 17:52 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Guten Abend,
ich bewohne seit 1992 meine Eigentumswohnung. Bj. des Hauses: 1980.

In 2000 habe ich einen Teil de Wohnung mit Laminat auslegen
lassen. Diese Arbeiten wurden von einer Fachfirma vorgenommen,
welche auch eine Dämunterlage verlegt hat. Die Rechnung liegt
mir vor.

Seit Herbst 2004 beklagen sich die unter mir wohnenden Eigen-
tümer über "unerträgliche" Trittschallgeräusche. Über
einen Rechtsanwalt verlangen diese nun, dass ich Maßnahmen
ergreife um diese Geräusche abzustellen z.B. Teppiche legen.
Mit Fristsetzung werden gerichtliche Schritte angedroht.

Ich darf noch bemerken, dass ich die Wohnung überwiegend alleine
bewohne, voll berufstätig bin und meine Lebensgefährtin lediglich
am Wochenende (Fr. bis So.) und auch nur in der kühleren Jahres-
zeit zu Besuch ist. Wir bewegen uns grundsätzlich mit Hausschuhen
(Gummisohlen) in der Wohnung, morgens und abends ca. 2 bis 3 Minuten auch mit Straßenschuhen (Ledersohle). Im Anwaltsschreiben
wird besonders darauf hingewiesen, dass der Lärm immer dann be-
sonders stark ist, wenn wir Besuch haben.

Aus dem Bekanntenkreis wurde mir eine andere Bodenverlegefirma
empfohlen. Deren Inhaber hat den Laminatboden gründlich geprüft
und ist zum Schluß gekommen, dass der Boden einwandfrei unter
Berücksichtigung aller handwerklicher Kunst verlegt ist.

Meine Fragen:
- Was kann ich tun um diese Forderung abzuwehren?

- Wie würde event. ein Gericht urteilen?

Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst einmal haben Sie, durch die fachmännische Verlegung des Bodenbelages mit entsprechender Trittschalldämmung, alles erforderliche getan, um die durch den Gebrauch entstehenden Geräusche im zumutbaren Rahmen zu halten.

Ein Anspruch des unter Ihnen wohnenden Eigentümers auf weitere Maßnahmen besteht daher m.E. nicht. Sie sollten die anwaltliche Aufforderung trotzdem nicht ignorieren und die Gegenseite auffordern, ein entsprechendes Lärmgutachten vorzulegen, aus welchem sich ergibt, dass der angebliche aus Ihrer Wohnung stammende Trittschall, den zulässigen Lärmpegel überschreitet.

Zum zulässigen Lärmpegel Folgendes:

Das Landgericht Berlin hat in einem Rechtsstreit im Juni 1998 entschieden, daß die Beklagte eine fachgerechte, dem Stand der Technik entsprechende Schallisolierung vorzunehmen hat, die mindestens den Anforderungen der DIN 4109 mit Ausgabedatum 11.89 entspricht. Die Isolierung ist dergestalt durchzuführen, daß die Lärmimmissionen aus der Wohnung der Beklagten in der Wohnung der Kläger in der Mittagszeit von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr sowie in der Zeit der Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr höchstens einen Schall-druck von 25 dB(A) und in den übrigen Zeiten höchstens einen Schalldruck von 35 dB(A) erreichen entsprechend der Richtwerte der VDI-Richtlinie 2058 (Immissionswerte "Innen").

Anhaltspunkt für eine wesentliche Lärmbeeinträchtigung ist bereits der Umstand, daß die Anforderungen der DIN 4109 mit Ausgabedatum 11.89 überschritten sind. Nach dieser Norm gilt bei Wohnungstrenndecken der Norm-Trittschallpegel von 53 dB.

Sie sehen, hier kann nur ein Gutachter die Sachlage einschätzen.

Das gericht entscheidet im Falle einer Klage des "Untermieters" auf Grundlage eines Lärmschutzgutachtens. Das dort festgestellte Ergebnis (Lärmpegel) wird letztlich für das auszusprechende Urteil entscheidend sein.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
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