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Treppe nicht gemäß DIN

27.09.2010 12:32 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Sehr geehrte Anwälte,
wir beabsichtigen eine Sanierung eines Gebäudes. Nun soll eine möglichst raumsparende Treppe eingebaut werden, die nicht gemäß DIN 18065 gebaut wird. Sonst müsste der gesamte Grundriss umgestaltet werden.
Welche Konsequenzen können für mich als Bauherr dadurch entstehen, dass von der geltenden DIN Norm in einem privaten Gebäude abgewichen wird?
z.B. bei einem späteren Unfall (jemand stürzt)
z.B. bei einem späteren Verkauf des Objektes

...schließlich wurden in älteren Häusern auch oftmals Treppen eingepasst...
Danke

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragestellung kann ich wie folgt beantworten:

I.

Auszug DIN 18065 - Treppengeländer und Treppenhandläufe
Treppengeländer

Bei Treppenläufen und Treppenpodesten sind die freien Seiten - soweit vorhanden - als Sicherung gegen Absturz mit Treppengeländern zu versehen.
Mindestanforderungen Treppengeländerhöhen
Die Maße entsprechen den Anforderungen der Landesbauordnungen bzw. dem Arbeitsschutzrecht des Bundes (insbesondere Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit den Arbeitsstättenrichtlinien).

Gehbereich
Bei nutzbaren Treppenlaufbreiten bis 100 cm hat der Gehbereich eine Breite von 2/10 der nutzbaren Treppenlaufbreite und liegt im Mittelbereich der Treppen. Die Krümmungsradien der Begrenzungslinien des Gehbereiches müssen mindestens 30 cm betragen.
Bei nutzbaren Treppenlaufbreiten über 100 cm - außer bei Spindeltreppen - beträgt die Breite des Gehbereiches 20 cm. Der Abstand des Gehbereiches von der inneren Begrenzung der nutzbaren Treppenlaufbreite beträgt 40 cm.
Bei Spindeltreppen beträgt der Gehbereich 2/10 der nutzbaren Treppenlaufbreite. Die innere Begrenzung des Gehbereiches liegt in der Mitte der Treppenlaufbreite.
Treppengeländer mit Öffnungen
In Gebäuden, in denen mit der Anwesenheit von unbeaufsichtigten Kleinkindern zu rechnen ist, sind Treppengeländer so zu gestalten, dass ein Oberklettern des Treppengeländers durch Kleinkinder erschwert wird.
Dabei darf der lichte Abstand von Geländerteilen in einer Richtung nicht mehr als 12 cm betragen. Dies gilt nicht für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen.
Treppenhandlauf
Treppenhandlaufhöhe
Treppenhandläufe sind in der Höhe so anzubringen, dass sie bequem genutzt werden können. Sie sollen dabei nicht tiefer als 80 cm und nicht höher als 115 cm angebracht sein, gemessen lotrecht über Stufenvorderkante bis Oberkante Handlauf.
ANMERKUNG: Es ist möglich (und üblich), die Oberkante des Treppengeländers als Treppenhandlauf auszubilden. Dabei müssen jedoch die vorgenannten Bedingungen eingehalten werden. Ein Treppengeländer höher als 115 cm benötigt daher einen gesonderten tiefer liegenden Handlauf.

Seitenabstand des Treppenhandlaufes
Der Seitenabstand des Handlaufes von benachbarten Bauteilen (Wand) muss mindestens 5 cm betragen.
Geländer und Handläufe
Die freien Seiten der Treppen, Treppenabsätze und Treppenöffnungen müssen durch Geländer gesichert sein. Die Höhe der Geländer muss lotrecht über der Stufenvorderkante mindestens 1,00 m betragen. Bei möglichen Absturzhöhen von mehr als 12 m muss die Geländerhöhe mindestens 1,10 m betragen.
Die Geländer müssen so ausgeführt sein, dass sie in der angegebenen Mindesthöhe eine Horizontalkraft von mindestens 500 N/m aufnehmen können.
Abweichend genügt ein Lastansatz von 300 N/m für Geländer an Treppen, die nur zu Kontroll- und Wartungszwecken begangen werden.
Geländer müssen so ausgeführt sein, dass Personen nicht hindurchstürzen können. Grundsätzlich ist das Füllstabgeländer mit senkrecht angebrachten Stäben dem Knieleistengeländer vorzuziehen. Treppengeländer in Gebäuden, in denen mit dauernder oder häufiger Anwesenheit von Kindern gerechnet werden muss, dürfen nur Öffnungen aufweisen, die nicht breiter als 12 cm sind.
Handläufe sollen dem Treppenbenutzer einen sicheren Halt bieten. Sie müssen so geformt sein, dass sie ein sicheres Umgreifen ermöglichen. An den freien Seiten der Treppen müssen Handläufe ohne Unterbrechung über den gesamten Treppenlauf geführt werden. Die Enden der Handläufe müssen so gestaltet sein, daß man daran nicht hängen bleiben oder abgleiten kann.( DIN 18024-2 )
Treppen mit mehr als vier Stufen müssen einen Handlauf haben, soweit dieser nicht bereits aufgrund des Bauordnungsrechts der Länder bei einer geringeren Stufenzahl gefordert wird;
der Handlauf sollte in Abwärtsrichtung gesehen an der rechten Treppenseite angebracht sein, auf beiden Seiten Handläufe haben, wenn die Stufenbreite mehr als 1,50 m beträgt,
und zusätzlich
Zwischenhandläufe haben, mit denen sie in zwei gleiche Breitenabschnitte unterteilt werden, wenn die Stufenbreite mehr als 4,00 m beträgt.
Treppensicherheit - beidseitiger Handlauf - Wandhandlauf
"Beidseitige Handläufe werden in einer Vielzahl von Landesbauordnungen um im "Barrierefreien Bauen" gefordert. So regelt die DIN 18024-2, den beidseitigen Handlauf an Treppen in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Dazu gehören nicht nur öffentliche Gebäude, sondern u.a. auch Hotels und Gaststätten, Verkaufsstätten, Büro und Verwaltungsgebäude, Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens, Sport und Freizeitstätten, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, Einrichtungen der Kirchen, Versammlungsstätten, aber auch Schulen und Kindergärten. Der beidseitige Handlauf (oftmals auch äußerer Handlauf, 2. Handlauf oder Wandhandlauf genannt) muss 3 cm bis 4,5 cm Durchmesser haben, griffsicher sein, durchgehend ausgeführt und in 85 cm Höhe angebracht werden sowie 30 cm waagrecht über den Anfang und das Ende einer Treppe hinausragen. Anfang und Ende des Treppenlaufs sind rechtzeitig und deutlich erkennbar zu machen z.B. durch taktile Hilfen an den Handläufen."

II.

Wie Sie dem vorstehenden Auszug aus DIN entnehmen können, wird hier unterschieden zwischen (1) den baulichen Anforderungen an eine Treppe nach dem sog. Stand der Technik und (2) der Treppensicherheit.

In dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt wird nur allgemein darauf hingewiesen, dass von der DIN abgewichen wird. Es wäre daher erforderlich, diese Abweichung zu spezifizieren.

(1) Abweichung vom Stand der Technik

Beziehen sich die Abweichungen nur auf den Stand der Technik und haben diese keine Auswirkungen auf die sog. "Treppensicherheit", so führt dies im Ergebnis dazu, dass Sie sich im Verhältnis zum Treppenbauer - also im Innenverhältnis - nicht auf einen Mangel berufen können, weil die Treppe nicht nach dem Stand der Technik errichtet wurde.

Dies wäre auch im Falle eines späteren Verkaufs nicht schädlich. Hier lassen sich kaufvertragliche Formulierungen für einen Haftungsausschluss finden.

(2) Abweichungen von der Treppensicherheit

Gravierend wären Abweichungen, wenn hierdurch die sog. Treppensicherheit nicht mehr gewährleistet ist, zumal dies im Extremfalle auch ein Einschreiten der Bauaufsicht zur Folge haben könnte.
Sollten die von Ihnen geplanten Abweichungen im Sachzusammenhang mit der Treppensicherheit stehen, so wäre zumindest im Rahmen eines sog. Dispenses die Genehmigung der Bauaufsicht hierzu einzuholen.

Würde ein solcher erteilt, wären damit auch haftungs- und versicherungstechnische Fragestellungen beantwortet.

Ich hoffe, Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung weitergeholfen zu haben. Sollten Sie weitere Fragen haben, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr RA Lothar Eichholz

(1) Stand der Technik

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