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Trennungsunterhalt trotz Fehlverhaltens?

19.09.2014 20:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Verwirkung des Trennungsunterhalts

Mein Mann hat sich kürzlich von mir getrennt und sich eine Freundin gesucht. Wir sind nicht mehr jung.
Wir waren zusammen im Urlaub, alles war harmonisch. Er blieb eine Woche länger, ich mußte wegen Arbeit zurück. Nach seiner Rückkehr überraschte er mich mit der Nachricht, jemanden kennengelernt zu haben und sich von mir scheiden zu lassen.

Jetzt will er Unterhalt! Ich arbeite, er nicht. Wir hatten bisher ergänzend ALG II.

Ich habe gelesen, daß jemand keinen Unterhalt kriegt, der aus einer intakten Ehe ausgebrochen ist, allerdings immer nur im Zusammenhang mit nachehelichem Unterhalt. Gilt das auch für Trennungsunterhalt?

Wenn ich keinen Unterhalt schulde, muß ich dennoch Auskunft über mein Einkommen erteilen? Dies ist erst jetzt, fast zeitgleich mit der Trennung, deutlich gestiegen, da ich jetzt eine ganze Stelle bekam.

Eine kurze Antwort genügt mir.

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Ich habe gelesen, daß jemand keinen Unterhalt kriegt, der aus einer intakten Ehe ausgebrochen ist, allerdings immer nur im Zusammenhang mit nachehelichem Unterhalt. Gilt das auch für Trennungsunterhalt?

Die Verwirkungstatbestände (mit Ausnahme der kurzen Ehezeit) gelten auch für den Trennungsunterhalt. § 1361 III BGB verweist insofern auf § 1579 BGB.


Wenn ich keinen Unterhalt schulde, muß ich dennoch Auskunft über mein Einkommen erteilen?

Verwirkung bedeutet nicht zwangsläufig, dass gar kein Unterhalt geschuldet wird. Es kommt auch eine Reduzierung in Betracht. Auskunft wird in aller Regel zunächst geschuldet, weil es für die Berücksichtigung aller Umstände bei der Prüfung der Verwirkung auch auf die Höhe Ihrer Einkünfte ankommt.


Wichtig erscheinen mir aber noch zwei Gesichtspunkte: Zum einen muss Ihr Selbstbehalt gewahrt werden. Dieser beträgt z. Zt. bereinigt 1.100 €. Darüber hinaus kann Ihr Mann Unterhalt wegen Arbeitslosigkeit nur verlangen, wenn er trotz ausreichender Bewerbungen keinen Arbeitsplatz findet. Hier sollten Sie ggf. ansetzen. Ich empfehle Ihnen, einen Anwalt zu beauftragen, sobald Unterhaltsansprüche geltend gemacht werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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