Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Trennungsunterhalt: Was muss ich meiner Frau zahlen?

13.06.2009 17:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
vor nunmehr 3 Wochen eröffnete mir meine Frau recht überaschend, dass sie sich von mir trennen möchte und ausziehen wird. Ich frage mich nun, welchen Trennungsunterhalt ich ihr zahlen muss?
Ich bin in der Vergangenheit der Alleinverdiener gewesen (derzeitiges Monatsnettoeinkommen rund 3300 €), meine Frau hat auf 400 €-Basis gearbeitet, das Geld ist aber nicht in den Haushalt geflossen, sondern wurde komplett von ihr "verfeiert". Wir leben zusammen in einem Haus, dass ich gerne halten und weiterhin bewohnen möchte. Ich bin "Grundeigentümer", d.h. mein Name wird im Grundbuch für das Haus geführt (Grundstück wurde mir überschrieben von meine Eltern, die Hypothek beträgt 152.000 €). Zudem haben wir eine Tochter, deren Betreuung wir uns in Zukunft teilen wollen (meine Frau bleibt am Ort).
Für unsere Hypothek zahlen wir monatlich rund 800 € (Zinsen plus Tilgung), hinzu kommen laufende Kosten für eine Private Krankenversicherung (ganze Familie, rund 500 €). Weitere "erwähnenswerte" laufende Kosten entstehen für die Finanzierung eines PKW (rund 120 €), Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, unsere Tochter (Sparvertrag sowie Sportverein).
1.Was muss ich meiner Frau zahlen??
2. Hat sie Anspurch auf "Mietausgleich"?? Schließlich verlässt sie das Haus auf eigenen Wunsch.
3. Kann ich sie "zwingen" auch voll zu arbeiten? Schließlich werden wir unsere Tochter zu je 50% betreuen?

Sehr geehrter Fragesteller,

"1. Was muss ich meiner Frau zahlen?"

Diese Frage kann man ohne diverse Nachfragen nicht abschließend beantworten, jedoch werde ich Ihnen hier eine Berechnung aufstellen, an der Sie sich orientieren können. Beim Trennungsunterhalt ist zu beachten, dass die Höhe sich nach den Eheverhältnissen vor der Trennung richtet. Dass Ihre Frau 400 Euro verdient hat und sich nicht an den Kosten beteiligt hat, sondern dieses Geld für sich verwendet hat, spielt erstmal keine Rolle, denn hätte sie nichts verdient, hätten Sie sie "unterhalten müssen".

Das Einkommen von Ihnen muss zuerst bereinigt werden:

Vom Nettoeinkommen werden 5% berufsbedingte Aufwendungen abgezogen. Hier muss man jetzt den Kindesunterhalt abziehen (ich habe diesen jetzt einfach mit dem Wert nach der Düsseldorfer Tabelle genommen und dabei folgendes unterstellt, Ihr Kind ist in der Altersstufe 6-11 Jahre)

Es ergibt sich ein Betrag in Höhe von 420 Euro abzüglich hälftiges Kindergeld (164:2), somit 338 Euro.

Da Sie die Zins- und Tilgung für das Haus übernehmen, müssen auch diese vom Nettolohn abgezogen werden. Da Sie jedoch im Haus wohnen möchten muss im hierfür ein Wohnwert hinzugerechnet werden, denn ich hier auf 800 Euro schätze.

Weiterhin werden 10 % Erwerbstätigenbonus vom Einkommen abgezogen. Auch die Kosten für das Fahrzeug können eventuell abgezogen werden, wenn Sie auf den Wagen angewiesen sind.

Auch bei Ihrer Frau muss das Einkommen entsprechend bereinigt werden.

Wenn beide Einkommen bereinigt sind, werden diese zusammengerechnet und durch zwei geteilt, dann muss das Einkommen Ihrer Ehefrau abgezogen werden und es ergibt sich die Höhe des Trennungsunterhaltes.

Also zum besseren Verständnis folgende Rechnung:

1. Einkommen Ehemann: 3300

2. Abzüglich Krankenkassenbeiträge -500

3.abzügl. 5%berufsbed. Aufwendungen -140

Zwischenergebnis: 2660

Kindesunterhalt -338

abzüglich Zins- und Tilgung -800

abzügl. Hauslasten geschätzt auf !!!! -100

Ergebnis: 1422

abzügl. 10% Erwerbstätigenbonus -142,2

Ergebnis (bereinigtes Einkommen): 1279,8 Euro

Zuzüglich Wohnwert: 800 Euro

Einkommen Ehefrau: 400

-5 % berufsbed. Aufwendungen -20

(hier Können auch pauschal einfach 100 Euro abgezogen werden)

Zwischenergebnis: 380

abzüglich 10 % Erwerbstätigenbonus -38

Ergebnis (bereinigtes Einkommen) 322 Euro

Summe beider Einkommen: 2401,8

geteilt durch 2 = Bedarf 1200,00

abzüglich Einkommen Ehefrau: 322,00

Ergebnis: 878,9

Anspruch: 879 Euro

Zu berücksichtigen wäre in Ihrem Fall noch Folgendes:

Da Sie Ihre Tochter zu je 50 % betreuen, können Betreuungskosten in voller Höhe von Ihrem Einkommen abgezogen werden. Denkbar ist auch ein Model, dass der zu leistende Kindesunterhalt gegeneinander aufgehoben wird (dieses Modell der „Aufhebung des Kindesunterhaltes“ wird öfters in Berlin-Brandenburg angenommen) bzw. sich um 50 % schmälert, da Sie auch Ihr Kind betreuen.

Der Gesetzgeber hat bestimmt, dass nach der Scheidung jeder Partner für seinen Unterhalt selbst verantwortlich ist, das sog. Eigenverantwortungsprinzip. Während der Trennung geht man jedoch vom der sog. Ehelichen Solidarität aus. Es wäre aber durchaus möglich Trennungsunterhalt zeitlich zu begrenzen.

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen ein erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Sehr gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen.

Abschließend darf ich Sie auf die Möglichkeit der Nachfrage hinweisen.

Ich wünschen Ihnen einen schönen Sonntag und verbleibe

Ergänzung vom Anwalt 14.06.2009 | 23:00

Sehr geehrter Fragesteller,

eine kurze Verdeutlichung zu Ihrer dritten Frage:

//Kann ich sie "zwingen" auch voll zu arbeiten? Schließlich werden wir unsere Tochter zu je 50% betreuen? //

Nicht SIE zwingen Ihre Frau zu arbeiten - der Gesetzgeber tut das, da er geregelt hat, dass prinzipiell nach der Scheidung jeder für seinen Unterhalt selbst verantwortlich ist. Es kann zwar sein, dass zunächst Unterhalt für Ihre Frau festgesetzt wird - aber vermutlich nur für begrenzte Zeit, selten länger als 2-3 Jahre, oft aber nur für ein Jahr. Eine Verlängerung ist zwar möglich, würde aber voraussetzen, dass sie intensivste (!) vergebliche Bewerbungsbemühungen nachweist. Tut Sie das nicht auf nachvollziehbare Weise, wird Ihr fiktives Einkommen unterstellt.

Sie können sie also nicht zwingen, voll zu arbeiten - aber sie muß sich behandeln lassen, als würde sie voll arbeiten.

Das Alter Ihrer Tochter, das Sie nicht genannt haben und ihr Betreuungsbedarf müssen bei einer abschliessenden Bewertung natürlich noch berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

N. Unruh-Berchter
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71458 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ja war alles sehr gut, danke ! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Die Antwort auf meine Frage war kompetent und schnell. Mein Gegner ist weiterhin bockig und will die Rechtslage nicht wahrhaben. Da wäre noch ein Verweis auf einen Gesetzestext oder Paragrafen hilfreich gewesen. Bin aber trotzdem ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt war hilfsbereit, hat schnell und detailliert geantwortet und war sehr freundlich. ...
FRAGESTELLER