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Trennungsunterhalt: Gibt es eine für beide Seiten akzeptable Lösung?

| 20.04.2009 10:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Mein Mann und ich sind Miteigentümer zu je 1/2 der Ehewohnung. Die Kreditverträge für die Ehewohnung haben wir beide unterschrieben.

Nach der Trennung wohne ich mit Kind in der Ehewohnung.

Der Wohnvorteil beträgt 500 €, die Hauslasten jedoch 850 €.

Soweit ich die Hauslasten übernehme, wurde mir mitgeteilt, dass ich 580 € Trennungsunterhalt bekomme. Die Hauslasten übersteigen dann aber ja den Trennungsunterhaltsbetrag und ich könnte trotzdem mietfrei inder Wohnung wohnen, oder ?

Bezahlt mein Mann die Hauslasten, bekomme ich keinen Trennungsunterhalt. Der Vorteil für mich wäre aber dann, dass ich keine Hauslasten tragen müßte.

Andererseits müßte dann mein Mann die Hauslasten tragen.

Gibt es eine für beide Seiten akzeptable Lösung?

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Grundsätzlich sind die von Ihnen genannten Möglichkeiten diejenigen, die der Gesetzgeber als gerechte Lösung für die Trennungsphase konstruiert hat.
Wer die Schulden letztendlich bezahlt, ist hier im Ergebnis unerheblich. Zahlen Sie die Schulden, so verringert sich ihr Wohnwert bzw. ist hier negativ, und der Unterhaltsanspruch erhöht sich. Zahlt der ausgezogene Ehemann die Schulden, so verringert sich sein Einkommen und dadurch der Unterhalt. Dafür wohnen Sie dann mietfrei in der Immobilie, was finanziell gesehen zum selben Ergebnis führt.

Natürlich können Sie auch eine Vereinbarung treffen, die hiervon abweicht, z.B. dass Sie einen Teil der Hauslasten übernehmen, obwohl Sie keinen Trennungsunterhalt erhalten. Hier würde sich anbieten, die Reglung nach der Scheidung, wenn Ihnen das Haus zugesprochen wurde, zu übernehmen. Es muss nämlich beachtet werden, dass während der Trennungszeit in die Hauslasten sowohl die Zinsen eines Kredites als auch die Tilgung fallen. Nach Stellung des Scheidungsantrages werden bei den Hauslasten nur noch die Zinsen berücksichtigt.
Der Tilgungsanteil kann dann grundsätzlich nicht mehr abgezogen werden. Dies wird damit begründet, dass es sich dabei um Vermögensbildung handelt, an welcher der andere Ehegatte ab Stellung des Scheidungsantrags keinen Anteil mehr hat, da er von der Abzahlung des Hauses keinen Vorteil mehr hat. Sie müssten dann die Tilgungsraten alleine leisten.
Hier bestünde ein Ansatz, auch bereits in der Trennungsphase eine gerechte Lösung zu finden.

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich der Verkauf des Hauses und die Aufteilung des Gewinnes. Ich gehe jedoch davon aus, dass dies keine Möglichkeit ist, die Sie in Erwägung ziehen.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Rückfrage vom Fragesteller 20.04.2009 | 18:04

Ich kann darin keine gerechte Lösung sehen:

Nochmals zur Klarstellung:

1. Alternative: Ich bekomme Trennungsunterhalt, muß hiervon aber Hauslasten bezahlen, die den Unterhaltsbetrag übersteigen. Es handelt sich um 270 € (850 € - 580 €).

2. Alternative: Mein Mann zahlt die Hauslasten, ich wohne mietfrei, bekomme zwar keinen Trennungsunterhalt, erspare mir aber die 270 € , die ich nach der 1.Alternative zu bezahlen hätte. Mein Mann erspart sich zwar die Zahlung meines Trennungsunterhalts, muß aber die ganzen Hauslasten tragen.

Die 1. Alternative benachteiligt mich, die 2. Alternative meinen Mann, oder mache ich einen Denkfehler?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.04.2009 | 09:29

Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich ist die aufgezeigte, vom Gesetzgeber vorgesehene Lösung die gerechteste. Aufgrund der konkreten Einkommensverhältnisse der getrennten Partner kann es aber zu Fällen kommen, dass die Aufteilung der Lasten als ungerecht empfunden wird bzw. wie hier ungerecht aussieht.
Zu beachten ist hierbei, dass der Wohnvorteil Ihnen nicht zu Gute kommt, wenn Sie die Hauslasten tragen. Von Ihrem Einkommen wären vorliegend somit die 350 € abzuziehen, nämlich die Differenz zwischen dem Wohnwert und den Lasten.
Dieser Einkommenswert ist nun in die Unterhaltsberechnung einzubeziehen. Das Einkommen des Mannes kann hier ohne weitere Abzüge eingerechnet werden.
Trägt Ihr Mann die Lasten werden diese bei seinem Einkommen abgezogen, so dass sich dieses verringert. Ihr Einkommen erhöht sich um den Wohnvorteil.
Wenn man in beiden Varianten den Unterhalt berechnet, ergibt sich eine gerechte Lösung, da vorher die Einkommen bereinigt wurden, so dass keine Ungerechtigkeiten entstehen.

Sollten Sie dieses Ergebnis als nicht gerecht empfinden, könnten Sie natürlich vereinbaren, dass Sie 135 € der Hauslasten tragen und Ihr Mann den Rest übernimmt.

Bevor Sie sich hierfür entscheiden, rate ich Ihnen jedoch an, die Angelegenheit mit einem Anwalt vor Ort zu besprechen, der Ihnen anhand der genauen Einkommensverhältnisse die Berechnung genauer darlegen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 23.04.2009 | 09:03

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