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Trennung/Scheidung - gilt es ein Trennungsjahr einzuhalten?

| 13.06.2011 20:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich haben uns entschieden , uns nach 10Ehejahren zunächst zeitlich zu trennen - Wiedervereinigung bzw. Scheidug nicht ausgeschlossen. Dazu verlasse ich unser gemeinsamen Haus, dass wir vor 6Jahren gebaut haben, ziehe in eine Mietwohnung und zahle meiner Frau die monatliche Rate für´s Haus in Höhe v0n 1200Euro. Meine Frau hat einen Sohn (16) mit in die Ehe gebracht und gemeinsam haben wir eine 9jährige Tochter. Meine Frau erhält monatlich eine Pension in Höhe von 1700 Euro (inkl. Kindergeld für beide Kinder) und arbeitet ausserdem auf 400Euro-Basis als Sekretärin.

Nun meine Frage: sollten wir feststellen, dass wir uns endgültig scheiden lassen wollen,gilt es ein Trennungsjahr einzuhalten und wiewiel Unterhalt muss ich zahlen ? Mein monatl. Nettoeinkommen beträgt €2850,-, aber muss ich meiner Frau trotz ihrer eigenen Bezüge Unterhalt zahlen oder muss ich nur für meine Tochter sorgen ?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Es ist durchaus sinnvoll, den Zeitpunkt der Trennung schriftlich festzuhalten, falls es später doch zu einer Scheidung kommt. In diesem Fall sind dann Streitigkeiten über den Beginn des Trennungsjahres nahezu ausgeschlossen. Das Trennungsjahr ist im Übrigen grundsätzlich einzuhalten. Ausnahmen gelten nur in besonderen Härtefällen.

Zunächst besteht ein Unterhaltsanspruch Ihrer 9-jährigen Tochter, der dem Trennungsunterhaltsanspruch Ihrer Frau vorgeht, § 1609 Nr. 1 BGB. Der Unterhaltsbedarf Ihrer Tochter richtet sich nach der Altersstufe 2 der Düsseldorfer Tabelle sowie Ihrem bereinigten Nettoeinkommen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.850,00 €/Monat wären Sie in Einkommensgruppe 5 einzuordnen und müssten demnach 437,00 € an Kindesunterhalt abzgl. des hälftigen Kindergelds zahlen. Allerdings sind von Ihrem Nettoeinkommen noch Abzüge wie berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von 5% vorzunehmen. Auch berücksichtigungsfähige Schulden sind in Abzug zu bringen, worunter in der Regel auch die Darlehensrate für ein gemeinsames Haus fällt.
Der Trennungsunterhaltsanspruch berechnet sich demnach wie folgt: Ihr monatliches Nettoeinkommen wird um 5% verringert. Von diesem Betrag wird der Kindesunterhalt in Höhe von 345,00 € (437,00 € abzgl. des hälftigen Kindergelds) abgezogen. Der verbleibende Betrag wird zur Berechnung des Trennungsunterhalts herangezogen, indem die Differenz zwischen beiden Einkommen halbiert wird. Demnach (2.362,50 ./.2.080,00) x ½ = 282,50 €. Es verbleiben somit 282,50 € an Trennungsunterhalt für Ihre Frau. Bei dieser Berechnung wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass die Hausrate in Abzug zu bringen ist und dass Ihnen ein Selbstbehalt von 1.050,00 € verbleiben muss. Zudem muss Ihre Frau sich den Wohnvorteil, den sie durch das mietfreie Wohnen im selbst genutzten Eigenheim hat, anrechnen lassen. Wie hoch dieser Wohnvorteil ist, orientiert sich an den ortsüblichen Mieten für ein vergleichbares Objekt. Wenn man dies zugrunde legt, dürfte kein Trennungsunterhaltsanspruch für Ihre Frau mehr bleiben. Ich empfehle Ihnen deshalb, die genauen Zahlen einem Kollegen vor Ort vorzulegen und von diesem eine konkrete Berechnung vornehmen zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2011 | 21:39

Vielen Dank für die promte Antwort, aber können Sie mir bitte noch folgendes erklären: wie ist der Sachverhalt bei einer möglichen Scheidung und gleichzeitigem Verkauf des Hauses - die Schulden wären idealerweise damit abgewolten ? Außerdem erhält meine Frau vom Vater ihres Sohnes ebenfalls monatlich den Unterhalt gemäß Düsseldorfer Tabelle bezahlt, ihr Einkommen wächst somit nochmal um Betrag X.

Vielen Dank für Ihre Hilfe !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.06.2011 | 08:57

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Bei einem Verkauf des Hauses und anschließender Schuldenfreiheit könnten Sie die Darlehensrate natürlich nicht mehr in Abzug bringen. Zudem muss sich Ihre Frau keinen Wohnvorteil anrechnen lassen, weil sie dann nicht mehr in dem Haus wohnen wird. Die oben genannten Zahlen ändern sich nicht bzw. nur geringfügig, da ich bei meiner Berechnung die Darlehensrate nicht berücksichtigt hatte.

Der Kindesunterhalt, den Ihre Frau für ihren Sohn erhält, ist nicht als Einkommen Ihrer Frau anzurechnen, da Unterhaltsleistungen allein für das Kind zu verbrauchen sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.06.2011 | 09:03

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