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Trennung/Scheidung Kinder und Haus, wenn die Frau erzieht und das Haus abzahlt

08.04.2018 01:17 |
Preis: 75,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Anwälte,
ich habe folgende Sachlage.
Mein Mann und ich sind verheiratet wir haben zwei gemeinsame Kinder (1 und 6 Jahre alt) und möchten uns ab Mai/Juni räumlich trennen. Wir 2016 gemeinsam ein Haus gekauft. Wir sind gemeinsame Eigentümer des Hauses und stehen auch beide im Grundbuch. Darlehensverträge mit Banken, da sind wir auch beide eingetragen. Über eine Scheidung haben wir bisher nicht sprechen können zu groß sind die Kommunikationsprobleme und Differenzen. Wir haben uns dazu entschieden uns räumlich zu trennen um dann genaueres über Scheidung Hausverbleib usw. zu einigen. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass er eingesehen hat, dass er ausziehen muss. Ich hoffe er zieht wirklich aus, denn die Situation ist mehr als schwierig für uns. Wir streiten uns nun fast täglich und leider auch vor den Kindern. Unsere finanzielle Situation ist schwierig da wir durch die Elternzeit alle Ersparnisse aufgebraucht haben.
Mein Mann hat vor in die Eigentumswohnung seiner Familie zu ziehen (die Wohnung war eine Schenkung seinen Eltern gegenüber seinen Geschwistern, also mein Mann ist nicht Eigentümer einer weiteren Immobilie). So sparen wir die doppelte (Hauskredit und Miete) finanzielle Belastung, da er vielleicht nur die Hauskosten für die Wohnung bezahlen muss.
Die finanzielle Situation sieht so aus: Ich verdiene 3.100 Euro netto (öffentlicher Dienst). Mein Mann verdient ca. 2.100 Euro netto (dreischichtsystem, da sind die Zuschläge verschieden). Da ich mehr verdiene als mein Mann, muss ich ihm Unterhalt zahlen? Weil wenn ich ihm von meinem Einkommen noch etwas abgeben muss, dann muss ich noch mal überlegen.
Die Kinder werden bei mir leben, da mein Mann aufgrund der verschiedenen Dienste (Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst) nicht immer für die Kinder da sein kann. Er hat aber versprochen die Kinder 2-3 Tage in der Woche zu sehen.
Mein Mann hat den Wunsch das Haus so schnell wie möglich zu verkaufen, da er finanziell nicht für das Haus aufkommen kann und will. Leider sind unsere Meinungen so verschieden, dass er gesagt hat, wenn nötig zwingt er mich dazu, dass Haus zu verkaufen. Kann mich mein Mann dazu zwingen, das Haus zu verkaufen? Wird nicht immer zum Kindeswohle entschieden? Ich habe den Wunsch mit beiden Kindern in diesem Haus zu leben. Ich finde es schrecklich für die Kinder, dass die Eltern nicht zusammenleben können und dann sollen sie noch ihr gewohntes Umfeld aufgeben. Er sagt, dass ich ihn auch nicht dazu zwingen kann, dass er Bürge für die Bank ist und nichts von dem Haus hat. Soll natürlich auch nicht so ein. Auch das Überschreiben des Hauses auf die Kinder habe ich angesprochen, aber das wollte er auch nicht, da er ja dann die nächsten 30 Jahre trotzdem für das Haus bürgen müsste.
Die Hausrate bzw. Bankdarlehen kostet 1.300 Euro kalt. Strom, Wasser und Heizung so 300-400 Euro, also ca. 1.700 Euro warm.
Ich denke mein Mann wird mir sicher 500-600 Unterhalt für die gemeinsamen Kinder zahlen und Kindergeld in Höhe von 380 Euro erhalte ich ebenfalls allein. Ich denke mehr als 600 Euro wird er an Kindesunterhalt nicht zahlen können, da er sicher auch noch einige Einrichtungssachen für die Wohnung benötigt und/oder ein neues Auto kaufen muss. Ich würde mir es zutrauen das Haus allein zu bezahlen. Jetzt haben wir ja gerade mal seit 1,5 Jahren die Hausraten bezahlt, d.h. von „Eigentum" kann ja beiderseits keine Rede sein. Sicherlich wäre es für meine finanzielle Situation besser in eine 4 Zimmer Wohnung mit den Kindern zu ziehen, da würde ich einige hunderte Euro sparen (wir haben unser Haus in Berlin). Aber das möchte ich wie gesagt nicht zum Wohle der Kinder, damit sie ihr gewohntes Umfeld nicht verlieren. Desweiteren wird es nicht einfach sein für den Jüngsten eine andere Kita zu finden.
Mit meinem Mann habe ich mich bis jetzt auch darauf einigen können, dass ich das Haus erstmal allein bezahle. Muss ich da schon etwas vertraglich mit ihm festlegen? Auf die Jahre gesehen möchte ich natürlich ungern ein Haus allein abbezahlen und ihm gehört es zur Hälfte. Er würde es auch nicht wollen, da er keine finanziellen Verpflichtungen haben möchte. Muss ich meinem Mann jetzt in der Trennungsphase und nach der Scheidung auch noch Nutzungsentschädigung oder sowas zahlen? Es kann ja durchaus sein, dass er auf langer Sicht in eine Mietswohnung zieht die 600-700 Euro im Monat kostet. Oder seine Familie möchte gern soviel Miete von ihm haben.
Wenn wir das Haus auf mich überschreiben, hat er ja den Anspruch auf die Hälfte des Immobilienwertes. Muss ich ihm dann die Hälfte des Hauses ausbezahlen? Ich möchte meinen Mann auf keinen Fall mit dem Unterhalt für meine Kinder ausbezahlen müssen. Ich habe Angst davor, dass ich vielleicht eines Tages nicht mehr Vollzeit arbeiten kann weil mich die Kinder brauchen in Krankheit oder in anderen Situationen. Und dann brauche ich ja finanzielle Unterstützung für die Kinder. Also meine Frage, wie kann ich das Haus auf mich überschreiben und meinen Mann aus den finanziellen Pflichten entlassen und ihn ausbezahlen? Welche Möglichkeiten habe ich da? Ich möchte gern fair bleiben bei der Trennung so dass mein Mann keine großen finanziellen Verluste hinnehmen muss. Kann ich ihm, wenn ich das Haus abbezahlt habe, einen kleinen Teil zukommen lassen also nicht genau die Hälfte? Denn irgendwie wäre das ja auch unfair für mich, wenn ich die nächsten 30 Jahre das Haus alleine abzahle und die finanziellen Risiken übernehme. Unser Haus war vor 1.5 Jahren 300.000 Euro wert und jetzt ist es ca. 370.000 Euro wert. Wir haben umgebaut, die Modernisierung der Heizung im Sommer übernehme ich dann auch schon allein. Das Haus ist ca. 25 Jahre alt. Den Umbau hat er allein gemacht, da ich mit unserem Neugeborenen 12 Monate in Elternzeit war.
Und was muss ich bei der Übertragung des Hauses auf mich beachten in der Trennungszeit oder erst bei der Scheidung?
Ich hoffe sehr, dass sie mir Antworten können. Vielen herzlichen Dank.

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Sehr geehrter Ratsuchender,


aufgrund der Tatsache, dass die gemeinsamen Kinder bei Ihnen leben, werden Sie aufgrund Ihrer Sachverhaltsdarstellung keinen Unterhalt zahlen müssen, da Teile Ihres Einkommens überobligatorisch sein werden, dann also nicht bei der Berechnung zu berücksichtigen sind.


Ihr Mann kann Sie zwar nicht zum freihändigen Verkauf zwingen, aber er könnte bei Trennung in der Tat die Zwangsversteigerung einleiten, so dass das Haus dann im Wege der Versteigerung fortfallen könnte. Die Kinder spielen rechtlich dabei keine Rolle.


In der Trennungsphase wird keine Miete/Entschädigung zu zahlen sein.


Die Zahlungen der laufenden Kosten sollten schriftlich fixiert werden, damit später bei einer Auseinandersetzung der Vermögenswerte dieses manifestiert ist.


Bei einer Hausüberschreibung werden Sie dann den Überschussanteil entsprechend prozentual an Ihren Mann zahlen müssen. Dabei werden dann eben natürlich auch schon geleistete Zahlungen zu berücksichtigen sein.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 08.04.2018 | 10:43

Sehr geehrte Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Mühen und ihre Antwort.

Das mein Mann im Zuge von Nichttilgung des Kredite eine Zwangsversteigerung einleiten kann ist rechtlich sicher zulässig. Ist es auch rechtlich zulässig eine Zwangsversteigerung ohne meine Erlaubnis einzuleiten, wenn ich alle Verbindlichkeiten des Hauses immer pünktlich begleiche?
Wir haben noch einige private Kredite für Renovierung Modernisierung gemeinsam aufgenommen, wenn wir das Haus in den nächsten Jahren wirklich verkaufen (müssen), dann werden mein Mann und ich mit Sicherheit nicht ohne einen Schuldenberg davon kommen. Diese Privatkredite werde ich selbstverständlich auch immer pünktlich alleine bezahlen.

" In der Trennungsphase wird keine Miete/Entschädigung zu zahlen sein"
Heißt es dass ich nach der Scheidung meinem Mann Miete/Entschädigung zahlen muss? Auch wenn ich für die unterhaltspflichtigen Kinder verantwortlich bin und alle Verbindlichkeiten rund ums Haus allein finanziere? Dies wäre sehr wichtig zu wissen, denn ich kann leider nicht alles finanzieren.
Danke für Ihre Zeit und Mühen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.04.2018 | 13:40

Sehr geehrte Ratsuchende,


so eine Teilungsversteigerung (als Form der Zwangsversteigerung) ist auch ohne oder gegen Ihren Willen möglich. Denn überlegen Sie - sonst könnte man auf immer und ewig das Haus behalten, der Andere musste nach außen hin die Krdite mit tragen und hätte nichts von seinem hälftigen Eigentum.

Daher lässt Gesetz und Rechtsprechung eben diese Art der Zwangsversteigerung auch ohne Willen der anderen Partei zu - die pünktliche Ratenzahlung ändert daran nichts.



Grundsätzlich müsste dann das Wohnen tatsächlich entschädigt werden, die sie nutzen ja seine ideelle Haushälfte ja nun einmal mit. Dieser "Wohnvorteil" ist also grundsätzlich bei der Unterhaltsfrage zu berücksichtigen.

Ob Sie aber auch bei Berücksichtigung dieses Wohnwertvorteils Unterhalt zahlen müssten, lässt sich dann nur anhand der konkreten Zahlen berechnen, denn die von Ihnen getragenen Verbindlichkeiten werden natürlich auch zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen sein.

Zudem ist die Kindesbetreuung zu berücksichtigen, so dass Sie wahrscheinlich auch dann nicht Unterhalt werden zahlen müssen - aber verbindlich kann das nur anhand aller Zahlen, Gesamtumstände und einer Einzelfallberechnung abgeklärt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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