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Trennung vor 8 Jahren - kann meine Frau nach so langer Zeit noch Trennungsunterhalt beanspruchen?


13.02.2007 07:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo,
ich lebe von meiner Frau seit 1999 getrennt. Ich lebte zum damaligen Zeitpunkt in Bayern (heute in Sachsen) und sie seit unserer Trennung 1999 in Berlin. Seit 2003 werden wir nicht mehr gemeinsam steuerlich veranlagt. Sie ist Rechtsanwältin und ihre Geschäfte gingen anfangs gut. Als es schlechter wurde, hat sie die Anwaltschaft aufgegeben und lebt seit 2004 als Hausfrau in Berlin. Um eine entspr. Anstellung hat sie sich nie bemüht. Im letzten Monat hat sie mir schriftlich mitgeteilt, dass sie Trennungsunterhalt beansprucht. Unsere beiden Kinder sind volljährig. Meine Frage ist: Kann sie nach so langer Zeit noch Trennungsunterhalt beanspruchen? Sie hatte vorher nie den Anspruch gestellt. Ist sie nicht verpflichtet fuer ihren Unterhalt selbst zu sorgen, zumal sie hochqualifiziert ist? MfG

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nachdem Ihre Noch-Ehefrau die Tätigkeit als selbständige Rechtsanwältin bis zum Jahre 2003 ausgeübt hat, wurden die ehelichen Lebensverhältnisse auch von diesen Einkünften geprägt. Weiterhin darf der Unterhaltsberechtigte aus unterhaltsrechtlicher Sicht sein Einkommen im Zusammenhang mit der Trennung grundsätzlich nicht eigenmächtig reduzieren oder eine Tätigkeit vollkommen aufgeben (vgl. BGH, Urteil vom 15.03.2006, Az.: XII ZR 30/04).

Die Einstellung der beruflichen Tätigkeit Ihrer Noch-Ehefrau ist nur dann unterhaltsrechtlich zu berücksichtigen, wenn sie substantiiert vortragen und beweisen kann, dass ihr eine Berufstätigkeit in dem zuvor ausgeübten Umfang beispielsweise aus Gründen der ungünstigen Arbeitsmarktlage nicht mehr möglich ist. Kann Sie keinen entsprechenden Vortrag leisten und darüber hinaus nicht darlegen, dass sie sich erfolglos bemüht hat, eine Anstellung als Rechtsanwältin zu finden, werden ihr fiktive Einkünfte bis zur Höhe ihres zuvor erzielten Einkommens zuzurechnen sein. Dieses Einkommen ist sodann im Wege der Differenz- oder Additionsmethode in die Unterhaltsberechnung einzubeziehen. Nachdem Sie mitteilen, dass sich Ihre Ehefrau in keiner Weise um eine neue Anstellung bemüht habe, werden gute Aussichten für die Anrechnung fiktiver Einkünfte bestehen. Andererseits begründet allein der Umstand, dass Ihre Noch-Ehefrau seit der Trennung keine Unterhaltsansprüche nach § 1361 BGB geltend gemacht hat, keinen Verzicht für die Zukunft.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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