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Trennung von meiner Frau - Scheidungsverfahren

| 22.05.2007 20:43 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Meine Frau ist bis einschl. 23.05.07 auf Schulung,hatte gestern das Vergnügen sie Inflagrantie zu erwischen.
Kann es mir zum Nachteil bei der Scheidung werden,wenn ich ihre Sachen (Kleider,Schuhe,Kosmetika usw.)in ihr Auto gepackt habe,zusätzlich noch auch noch die Maestro und Master-Card unseres gemeinsamen Kontos sperren lassen.
Kann es zum Nachteil für mich werden ?

Sehr geehrter Fragesteller,

verständlich ist Ihre heftige Reaktionen. Sie fragen, ob dies Verhalten in der Scheidung für Sie nachteilig werden könnte.

Das sogenannte Verschuldensmoment spielte bei der Ehescheidung keine Rolle mehr. Eine Ehe wird geschieden, wenn sie zerrüttet ist und die Zerrüttung nachgewiesen oder zu vermuten ist. Wer die Zerrüttung zu verantworten hat, spielt keine Rolle.

Neben der reinen Scheidung sind natürlich viele andere Fragen zu klären und Dinge zu regeln. Aber auch hier kommt es auf ein Verschulden oder ein unrechtmäßiges Handeln für eine nachteiliges Ergebnis im Scheidungsverfahren im weitesten Sinne nicht an. Es kann allenfalls geschehen, dass Sie verklagt werden auf Schadensersatz, weil Sie bestimmte Gegenstände beschädigt haben oder Ihrer Frau bestimmte Gegenstände vorenthalten. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so würden sie entsprechend verurteilt und hätten als Nachteil lediglich die Verfahrenskosten zu tragen.

Hinsichtlich des Verschuldens gibt es jedoch eine Ausnahme. Bei sehr schwerwiegenden Verstößen kann ein Unterhaltsanspruch verwirkt sein. Dies trifft jedoch wohl allenfalls auf die möglichen Unterhaltsansprüche Ihrer Ehefrau zu.

Grundsätzlich ist jedoch anzuraten, so schwer dies auch sein mag, das Scheidungsverfahren möglichst ohne emotionale Entscheidungen durchzuführen und grundsätzlich den Ratschlägen des Anwaltes im Scheidungsverfahren zu folgen. Zu starke Emotionsausbrüche lösen bei der Gegenpartei ebenfalls heftige Reaktionen aus, sodass dann wirklich vernünftige und schnelle Lösungen nicht mehr möglich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Torsten Sommer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2007 | 21:10

Wegen dem sofortigen Auszug und Sperrung der Karten entstehen bei einer Scheidung keine Nachteile für mich ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.05.2007 | 09:23

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Ihre Nachfrage kann ich antworten wie folgt:

Durch Ihre Handlungen erleiden Sie bei einer Scheidung keine Rechtsnachteile.

Für den Fall, dass Ihre Ehefrau Ansprüche erhebt auf die Wohnung, müßte Sie ein gesondertes Verfahren anstrengen. Hier würde geprüft werden, ob Ihre Ehefrau wieder in die Wohnung zurück kann. Wenn das Gericht so entscheidet, müssen Sie Ihre Ehefrau wieder in die Wohnung lassen. Sie hätten also diesen Prozeß mit der Kostenfolge verloren. Ich meine jedoch, dass dies nicht als "Nachteil" Ihrer Handlungsweise zu betrachten ist, sondern als Feststellung der Rechtslage.

Ähnlich verhält es sich mit den Kreditkarten. Sie erwähnten, dass es sich um Ihr gemeinsames Konto handelt. Ihr Ehefrau wird sich daher wohl wieder eine neue Karte ausstellen lassen können. Aber auch hier hat Ihre Handlungsweise keine Nachteile für Sie im Scheidungsverfahren. Wenn Ihre Frau ein Verfahren einleitet, in dem sie feststellen läßt, dass Ihr Vorgehen unrechtmäßig gewesen sein sollte, und das Gericht entsprechend entscheidet, so haben Sie auch hierdurch keinen Nachteil für das Scheidungsverfahren zu erwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Torsten Sommer
Rechtsanwalt

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