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Trennung von Ehemann

30.03.2009 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Ich (39 Jahre alt) moechte mich von meinem Mann trennen und mit unseren zwei Maedchen (11 und 14 Jahre alt) bei meinen Eltern (Mama und Papa je 62 Jahre alt und Rentner) wohnen. Mein Mann ist Rentner und 43 Jahre alt (die Rente ist nicht besonders hoch). Er geht zur Zeit arbeiten (etwas Geld hinzuverdienen). Moeglicherweise wird er die Kinder bei sich behalten wollen und die Arbeit ganz oder teilweise wegen der Kinder einstellen.

1. Kann mein Mann mir die Kinder wegnehmen?

2. Darf mein Mann in die elterliche Wohnung, um die Kinder zu sehen?

3. Muss ich die Kinder zeitweise (evtl. jede 2. Woche am Wochenende) zu meinem Mann gehen lassen?

4. Wie und wo beantrage ich Alimente fuer die Kinder und mich?

Seit ca. 5 Jahren arbeite ich im Wechsel von ca.6 Wochen (6 Wochen in Deutschland, 6 Wochen zu Hause in Polen bei meiner Familie) in Deutschland (ohne Renten- und Krankenversicherung sowie ohne Bezahlung von Steuern). Kann ich dies bei einer Trennung von meinem Mann auch weiterhin tun? Ich habe keinen Beruf.

Wir sind polnische Staatsbuerger und wohnen in Polen.

Vielen Dank fuer Ihre Antwort



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


1. Ihr Mann kann Ihnen die Kinder nicht wegnehmen. Grundsätzlich steht den Eltern das gemeinsame Sorgerecht zu, § 1626 I BGB. Dies umfasst auch die Personensorge (§ 1631 BGB) und das damit verbundene gemeinsame Umgangsrecht mit den Kindern. Desweiteren resultiert aus den Rechten der Eltern das Recht, über den Aufenthaltsort der Kinder zu bestimmen.
Solange die Eltern nicht dauernd getrennt leben, müssen sie sich bezüglich der Ausübung der Rechte einigen.
Wird nun von Ihnen eine dauernde Trennung angestrebt, so hat jedes Elternteil gem. § 1671 BGB das Recht, beim Gericht zu beantragen, dass ihm gewisse Sorgerechte (wie eben das der Aufenthaltsbestimmung) allein übertragen werden. Zuvor hat im Grunde keiner von beiden das Recht, dem anderen die Kinder wegzunehmen. Im Streitfall entscheidet stets das Familiengericht. Dabei wird stets danach entschieden, welche Entscheidung dem Wohle der Kinder am ehesten gerecht wird. Die Trennung der Kinder von der Mutter ist dabei in den seltensten Fällen die beste Entscheidung für die Kinder. So stellt sich auch die Rechtsprechung der Familiengerichte dar.

2. Ihr Mann hat nicht das Recht, in die Wohnung der Eltern einzudringen. Ihre Eltern haben diesbezüglich das sogenannte Hausrecht und dürfen allein entscheiden, wen sie in ihre Wohnung hineinlassen und wen nicht. Eine andere Frage ist eben, ob Ihr Mann das Recht hat, mit den Kindern Kontakt zu haben. Dies ist entsprechend der obigen Ausführungen zu bejahen. Der Kontakt hat sich dann aber außerhalb der elterlichen Wohnung abzuspielen, wenn Ihre Eltern das nicht wollen.

3. Sollte nicht eine Entscheidung das Familiengerichtes vorliegen, nach der Ihrem Mann das Umgangsrecht mit den Kindern vollständig entzogen wird, müssen Ihrem Mann auch den Umgang mit den Kindern einräumen. Der vollständige Sorgerechtsentzug wird nur in Ausnahmefällen vorgenommen. Hiervon ist nicht auszugehen, solange sich Ihr Mann nicht irgendwelcher Straftaten gegen die Kinder schuldig gemacht hat oder Sie bedroht oder ähnliches. Denn es herrscht auch bei den Familiengerichten die Einstellung vor, dass für eine ordentliche Erziehung der Kontakt mit beiden Elternteilen von Nutzen ist. Stets ist eben das Wohl des Kindes der Messfaktor, an dem sich die Entscheidungen in Sachen Sorgerecht zu richten haben.

4. Die Unterhaltshöhe richtet sich im Wesentlichen nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Nun könnten Sie sich mit Ihrem Mann außergerichtlich über den Unterhalt einigen – also anhand der Vorgaben aus der Tabelle die Zahlungen ausmachen. Zu empfehlen wäre jedoch auch die Geltendmachung durch einen Rechtsanwalt, da gerade die Berechnung des für die Zahlungen grundlegenden Nettoeinkommens des Unterhaltsschuldners (Ihres Mannes) Schwierigkeiten aufweist, die von einem „Fachmann“ vorgenommen werden sollte. Bei Streit darüber, wird sodann das am Amtsgericht ansässige Familiengericht über den Unterhaltsanspruch entscheiden.
Weiter gibt es noch die Möglichkeit durch das zuständige Jugendamt Ihrer Stadt gemäß des Unterhaltsvorschussgesetzes Leistungen (also Vorschussleistungen) geltend zu machen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen



Mathias Drewelow
Rechtsanwalt



Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock

fon : 0381-25296970
fax : 0381-25296971
mail: drewelow@mv-recht.de
web: www.mv-recht.de


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