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Trennung und Unterhalt - Stehen mir Vergütungen meiner Frau zu, weil Sie in dem gemeinsamen Haus woh

19.10.2006 20:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder


Bin seit 21 Jahren verheiratet und leben in Gütergemeinschaft. Wir haben zwei Söhne, 20 und 19 Jahre alt. Der Ältere ist in Ausbildung, 2.Lehrjahr und verdient derzeit 600 Euro netto, der jüngere besucht 13.Klasse Gymnasium und hat keine Einkünfte. Für beide Kinder wird Kindergeld gezahlt. Mein Frau arbeitet halbtags und hat einen monatlichen Nettoverdienst von ca. 700 Euro und ist mit einer Nebentätigkeit selbständig, wobei nochmals ca. 600 bis 800 Euro brutto Einnahmen vorhanden sind. Ich verdiene als Angesteller ca. 2500 Euro. Meine Frau wird auf Steuerklasse 5 und ich auf 3 berechnet. Wir haben vor ca. 10 Jahre gemeinsam ein Reihenhaus gekauft und zahlen derzeit monatlich ca. 1250 Euro an die Bank.
Nunmehr ist die Ehe seit ca. 2 Jahren zerrüttet und ich habe mir vorgenommen auf Ende November aus dem Haus auszuziehen und mir eine eigene Wohnung zu nehmen. Mit welchen Unterhaltszahlungen an meine Frau und die Kinder muß ich rechnen? Stehen mir Vergütungen meiner Frau zu, weil Sie in dem gemeinsamen Haus wohnen bleibt - da ja das halbe Haus ja auch mir gehört? Welche Kosten für das Haus muss ich weiterhin übernehmen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Während des Trennungsjahres hat Ihre Frau gegen Sie einen Anspruch auf Trennungsunterhalt in Höhe von 3/7 der Differenz des anrechenbaren Einkommens. Dies würde nach Ihren Angaben einen Betrag von ca. 771,42 € ergeben.

Da kein Unterhaltstatbestand (Betreuung eines Kindes, Alter oder Krankheit) gegenwärtig ersichtlich ist, ist es auch unter Berücksichtigung der Unterhaltsrechtsreform, die nächstes Jahr in Kraft tritt, eher unwahrscheinlich, dass Ihre Frau noch einen weitergehenden Anspruch auf Unterhalt, Aufstockungsunterhalt, haben wird. Sollte dies bejaht werden, so wäre dieser wahrscheinlich zu befristen. Dies hängt auch davon ab, ob es für Ihre Frau die Möglichkeit gibt, noch mehr zu arbeiten als dass es gegenwärtig der Fall ist.

Insgesamt könnte man dann von einem Einkommen Ihrer Frau in Höhe von 1471,42 € ausgehen.

Wenn Kinder das 18. Lebensjahr vollendet haben, werden beide Elternteile barunterhaltspflichtig entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit. Gegenüber volljährigen Kindern besteht ein Selbstbehalt von 1100 €.

Die Ausbildungsvergütung wird ab Volljährigkeit komplett auf den Bedarf des Kindes angerechnet, so dass für das Kind in Ausbildung kaum noch Unterhalt zu zahlen sein wird.

Für das Kind in der Schulausbildung muss allerdings noch von beiden Seiten Unterhalt gezahlt werden. Der Bedarf richtet sich nach den zusammengerechneten Einkommen beider Elternteile. Einschlägig wäre dann Einkommensgruppe 11 nach DDT 2005 mit einem Bedarf von 603 €. Da es sich um ein privilegiert volljähriges Kind handelt, beträgt der Selbstbehalt hier auch nur 890 €. Von dem Bedarf in Höhe von 603 € hätten Sie aufgrund Ihres Nettoeinkommens 443,01 € zu bezahlen, Ihre Frau 159,01 €. Davon ist noch prozentual gemäß der zu leistenden Zahlung der Kindergeldsbetrag in Abzug zu bringen, bei Ihnen also 113,14 €, bei Ihrer Frau 40,86 €.


Wenn Sie aus dem gemeinsamen Haus ausziehen, haben Sie über die Hälfte der Wohnfläche einen Anspruch auf Nutzungsentschädigung. Die Höhe orientiert sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

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