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Trennung und Unterhalt - Erwerbsunfähigkeitsrente oder Frührente?

| 14.09.2012 15:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Hallo,
Mein Problem....
Nach fast 25 Jahren Ehe zieht nun mein Mann zum 1.10. aus der gemeinsamen Wohnung aus.
Gründe: Vielleicht eine andere Frau bin mir nicht sicher, vorstellen kann ich es mir nicht aber naja....
Zudem ist es seit einer langen Weile ein NEBENEINANDER statt ein ZUSAMMEN.
Da ich seit 20 Jahren ja nicht gearbeitet habe sondern die Kinder(3) versorgt, den Haushalt geführt, seine Mutter sowie seine Tante gepflegt habe, zudem noch hochgradig Diabethes und starkes Übergewicht(150kg) habe, ist eine Selbstversorgung durch einen Arbeitsplatz für mich (50 Jahre) denke ich nicht möglich.
Wie sieht die Möglichkeit auf finanzielle Unterstützung aus, bzw welche Möglichkeiten habe ich. Vielleicht können sie mir weiterhelfen.
Ich habe am 1.10 auch erst einen Termin beim Medizinischen Dienst in Würzburg, da ich eine Reha beantragt habe, die aber abgelehnt wurde da ich ja nicht arbeiten gehe. Und die Reha ja nur für Wiedereingliederung in die Arbeitswelt ist. Allerdings wurde mir ein Vorsprechen bei dem Med. Dienst empfohlen. Da wollte ich dann nachfragen wie die Möglichkeit für Erwerbsunfähigkeitsrente oder Frührente ist. Ich mache mir um meine finanzielle Zukunft schon auch Sorgen, denn ich muss ja Miete und Strom auch weiter zahlen.
Auch wenn der Vermieter mein Vater ist, muss er doch die Mietzahlung zwecks Hypothekenabzahlung auch an die Bank weiterführen.
Mein Mann sagt dass er mir keinen Unterhalt zahlen muss da keine Kinder mehr im Haushalt leben.
Er verdient netto ca. 1800€ monatlich wärend ich kein Einkommen habe.
Das Girokonto ist mit 5000€ (dispo-kredit)im Minus, aber sonst sind keine Kredite da.
Im Moment habe ich bis zur Klärung meiner Lage 89€ in meinem Geldbeutel (bitte entschuldigen sie daher auch meinen Mindestbetrag)denn ich weiss noch nicht wie es weiter geht.
Nun sagt mir mein jüngerer Sohn dass er doch Trennungsunterhalt bis zur Scheidung zahlen muss.
Stimmt das? Und wenn ja wie wäre die Höhe? Und wie beantrage ich das?
Mit freundlichen Grüßen
S.S.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal haben Sie Anspruch auf Trennungsunterhalt bis zum Scheidungstermin. Denn der Gesetzgeber will beiden Ehegatten bis dahin noch gleiche Lebensverhältnisse einräumen und noch keine vollendeten Tatsachen schaffen. Wohlmöglich finden Sie mit Ihrem Mann ja wieder zusammen bis dahin.

Trennungsunterhalt kann auch nicht ausgeschlossen werden. Er beträgt die Hälfte des Einkommens Ihres Mannes. Dieser hat jedoch einen sogenannten Erwerbstätigenbonus, sodass Ihnen 3/7 seines Einkommens zustehen. Es ist hier aber das bereinigte Nettoeinkommen gemeint. Denn von dem Nettoeinkommen können noch gewisse Abzüge gemacht werden.

Nach der Scheidung stellt sich die Frage, ob Ihnen nachehelicher Unterhalt zustehen würde.
Hier hat der Gesetzgeber den Grundsatz eingeführt, dass im Grunde jeder selbst für sich und sein Einkommen zu sorgen hat.
Anders ist dies jedoch, wenn Ihnen das nicht möglich ist, weil Sie krank sind. Wenn Sie aufgrund einer Erkrankung (und wenn Sie eine Reha anstreben, hört sich das nach Krankheit an) nicht arbeiten können, dann muss Ihr Mann auch nach der Ehe noch weiter Unterhalt für Sie zahlen.
Ein weiterer Grund wäre, wenn Sie Ihren Job aus Gründen aufgegeben haben, die in der Rollenverteilung in der Ehe ihren Grund hatten. Sie schreiben, dass Sie 25 Jahre verheiratet waren und seit 20 Jahren nicht mehr gearbeitet haben. Wenn es so war, dass sie beide es so gewollt haben, dass Ihr Mann das Geld verdient und Sie die Kinder betreuen und den Haushalt führen, dann ist das auch ein Grund, weshalb Ihr Mann Ihnen auch nach der Scheidung Unterhalt zahlen muss. Denn wenn Sie extra Ihren Job für die Ehe aufgegeben haben, dann müssen Sie auch darauf vertrauen können, dass Ihre Existenz bei einer damals nicht vorhergesehenen Scheidung gesichert bleibt.
Wenn Sie bedürftig sind, können Sie jetzt auch über den Weg der Beratungshilfe einen Anwalt aufsuchen, der Ihren Mann zunächst um Auskunft über sein Einkommen und sodann zur Zahlung des dann errechneten Unterhaltes auffordert.
Dies sollten Sie schnellstmöglich machen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
LL. M. Mathias Drewelow, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2012 | 16:06

Vielen Dank, Ihre Antwort war mir eine sehr große Hilfe und ist auch eine sehr große Erleichterung.
Ich werde nach dem Wochenende bei dem hiesigen Amtsgericht um eine Rechtsberatung bitten und mit deren Hilfe dann meinem Mann meinen Antrag zukommen lassen.
Nocheinmal herzlichen Dank und Ihnen ein wunderschönes Wochenende.
Mit den allerbesten Wünschen
St.Sch.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2012 | 09:09

Viel Erfolg und mit freundlichen Grüßen!
RA Drewelow

Bewertung des Fragestellers 14.09.2012 | 16:00

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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"Vielen herzlichen Dank. Nun ist mir doch sehr viel leichter. Ich werde mich am hiesigen Amtsgericht nach einem Rechtsberater erkundigen und das nach dem Wochenende anstreben. Nun habe ich wieder Hoffnung. Vielen Dank"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 14.09.2012 5/5,0
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