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Trennung steht an - darf ich die Kinder mitnehmen?

08.09.2013 10:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss der andere Elternteil einem Umzug des Kinder zustimmen. Andernfalls ist ein Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts erforderlich.

Sehr geehrte Rechtsanwältin,


ich benötige dringend einen Rat.

Ich möchte mich von meinem Mann trennen. Wir haben 2 Kinder (7 und 3 J.). Der Große kommt am Donnerstag in die 2. Klasse, der kleine geht in den Kindergarten. Sowohl Schule und Kindergarten sind an dem Ort, wo das Haus meines Mannes ist. Das Haus gehört meinem Mann alleine.

Am Donnerstag beginnt die Schule.

Ich würde zu meinen Eltern ziehen wollen, d. h. in eine andere Gemeinde (ca. 20 km) von unserem jetzigen Wohnort entfernt.

Darf ich meine Kinder ohne weiteres mitnehmen, wenn ich ausziehe oder müssen sie bei meinem Mann bleiben, wenn er nicht einverstanden ist, dass ich sie mitnehme. Was würde passieren, wenn ich die Kinder ohne seine Zustimmung mitnehme, kann er sie zurückholen oder gibt es vom Gesetz her einen Passus, dass die Mutter die Kinder mitnehmen darf, wenn sie in eine andere Gemeinde zieht?

Welche Tipps können Sie mir geben, damit ich meine Kinder mitnehmen kann? Die Zeit ist etwas knapp, aber evtl. würde eine Anmeldung am Donnerstag in der anderen Schule möglich sein. Aber ohne Zustimmung meines Mannes, geht das überhaupt, wenn wir gemeinsames Sorgerecht haben?


Vielen Dank! Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine Frage beantworten würden.


Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrter Fragesteller,


unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und des gesetzten Mindesteinsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:


Da das Sorgerecht Ihnen beiden gemeinsam zusteht, dürfen Sie die Kinder nicht ohne Zustimmung des Vaters mitnehmen.

Entweder stimmt er einem Umzug der Kinder zu, dann ist der Umzug unproblematisch. Sollte er das nicht tun, müssten Sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf sich übertragen lassen. Das geht bei Eilbedürftigkeit ggf. auf im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes.

Sollten Sie ohne die Zustimmung des Vaters die Kinder mitnehmen, besteht die Möglichkeit, dass der Vater seinerseits einen Antrag auf Übertragung des Sorgerechts oder des Aufenthaltsbestimmungsrechts stellt.

Sie sollten dringend um das Einverständnis des Vaters zum Umzug bitten und andernfalls umgehend einen ortsansässigen Anwalt mit der Durchsetzung des Aufenthaltsbestimmungsrechts beauftragen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwältin für Familienrecht Anja Holzapfel, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2013 | 11:01

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Wenn der Vater nicht zustimmt, dass ich die Kinder mitnehme und ich einen Antrag stelle, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht mir übertragen wird, er aber auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht möchte, wie werden da die Gerichte im Normalfall entscheiden? In unserer Situation: Zu Gunsten des Vaters, weil die Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden sollen? Aber dann dürfte ja eine Mutter nie ihre Kinder mitnehmen dürfen, wenn der Vater nicht einverstanden ist.

Wie schnell ist mit einer Entscheidung im einstweiligen Rechtsschutz zu rechnen?


Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2013 | 11:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Üblicherweise wird bei Kindern im Vor- und Grundschulalter stärker auf die Kontinuität der Betreuungsperson als auf das räumliche Umfeld abgestellt, so dass Ihre Chancen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu erhalten, jedenfalls dann gut sind, wenn Sie die Kinder bisher überwiegend versorgt haben. Es handelt sich jedoch stets um eine Einzelfallentscheidung, die sich nicht sicher prognostizieren lässt. Im Hinblick auf das Alter der Kinder dürfte eine erhebliche Rolle spielen, wie die Kinder nach der Trennung versorgt werden können: Wenn der Vater ganztags arbeitet, sie aber nur halbtags, spricht das für Sie.

Im einstweiligen Rechtsschutz wird nur in Ausnahmefällen (Gefahr des Kindeswohls) innerhalb weniger Tage entschieden, weil üblicherweise der andere Elternteil vorab angehört wird. Im Regelfall ist hier mit einer Verfahrensdauer von ca. zwei bis sechs Wochen zu rechnen. Die genaue Verfahrensdauer ist von Gericht zu Gericht verschieden.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

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