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Trennung nicht verheiratetes Paar mit gemeinschaftlichem Immobilienbesitz

26.06.2019 17:01 |
Preis: 98,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer


Hallo RA(in), nach ca. 12 Jahren bin ich Zuhause ausgezogen, meine ehemalige Lebensgefährtin und ich haben eine gemeinsame Immobilie, die stark unterschiedlich finanziert wurde --alles belegt, auch Kontoauszüge etc. jetzt diskutieren wir um die Aufteilung. Wir stehen beide im Grundbuch zu je 50% (Kredit läuft noch ca. 8 Jahre, Volumen ist 150k€, Haus-Preis geschätzt bei ca. 500k€. Ich befürworte eine Aufteilung nach Höhe der Einlagen (100k€ von mir, 25k€ von meiner Familie, 29k€ von meiner ehemaligen Lebensgefährtin) Sie möchte 120 k€ auf Basis Einlage, und Gewinn nach Kreditablöse und Auszahlung der Einlagen des Hauses aufgeteilt nach Schlüssel von 60% (50:50) den Rest nach Verhältnis der Einlagen. Außerdem reklamiert Sie die Hälfte der Zahlung meiner Familie als Eigenkapital. Mein Argument nach Recherche: für nicht verheiratete Paare gibt es keinen Zugewinn auch nicht nach 20 Jahren (12 Jahre =60% von 20 Jahren). Außerdem habe ich durch größere Einlage in 10 Jahren 24k€ an Zinsen "transferiert".Bitte um kurze Info Danke.Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller ,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Zunächst einmal steht Ihrer Lebensgefährtin die Hälfte des Hauswertes zu. Im Falle eines Verkaufes müssten Sie also 50% des Reinerlöses an sie auszahlen.

Ganz klar ist erst einmal es gibt keinen Zugewinn. Auch nicht nach 100 Jahren.

Die Frage ist dann ob Sie einen Ersatz der geleisteten Zahlungen gegenüber ihr geltend machen können. Die monatlichen Raten (die ja vermutlich auch nicht paritätisch erbracht wurden) sind hier anders zu bewerten als die Einmalzahlungen oder Schenkungen.

Bei den Schenkungen ist zu klären ob diese zur Vermögensmehrung oder zum Lebensunterhalt gedacht waren. Einmalzahlungen sprechen hier für Vermögensmehrungen. Hier wäre dann zu schauen an wenn die Schenkung gedacht war. Entweder an das Familienmitglied (Sie) oder an die Beziehung (an Sie und Ihre Partnerin). Ein gutes Indiz kann das Empfängerkonto sein. Auch der Verwendungszweck kann hier wichtig sein. Wenn klar ist, dass die Schenkung am Ie alleine gehen sollte, ist dieses Geld wie eine eigene Einlage zu behandeln.

Die eigene Einlage ist voll dem Einlegenden zuzurechnen.

Die monatlichen Zahlungen sind hier meistens der Streitpunkt. Im Zweifel erfolgte die Leistung in dem Bewusstsein dafür, damit auch das Vermögen des Anderen zu mehren (" was soll's, wir bleiben ja doch zusammen und am Ende ist es eh egal"). In diesem Fall wäre der Antrag hälftig zwischen den Beteiligten auszugleichen. Etwas anderes gilt wenn nur im Vertrauen auf den Fortbestand der Beziehung geleistet wurde (die Beziehung also quasi Geschäftsgrundlage war). In diesem Fall könnte der Leistende einen angemessenen Ersatz verlangen. Im Regelfall wird dann aber dem Ausgleichspflichtig einfallen, dass er (oder in dem Fall sie) mehr zum Haushaltsgeld beigetragen hat. Oder die Urlaube wurden mehrheitlich von ihr bezahlt usw. Dies kann dann zu einem echten Rechenmarathon werden.

Das einfachste (und meist auch fairste) ist wenn jeder seine Einlage zurück bekommt und der Rest hälftig geteilt wird. In ihrem Fall heißt das, 500.000-150.000=350.000 Verteilungsmaße. 125.000 Einlage von Ihnen, 29.000 Einlage von Ihrer Lebensgefährtin. Es bleiben 196.000€ Verteilungsmaße. Diese hälftig geteilt ergeben 98.000 für jeden. Die Forderung Ihrer Partnerin scheinen mir also vernünftig. (Vorausgesetzt die von mir geäußerten Annahmen treffen zu).

ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen. Sollten Rückfragen bestehen lassen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion .

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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