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Trennung - alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen


| 05.08.2009 21:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Mein Mann (Deutscher) und ich (Bulgarin) sind seit vielen Jahren verheiratet (Wohnsitz und Heirat in Deutschland) und haben ein 7 Jahre altes Kind, das die Schule Besucht. Wir wohnen mietfrei im Haus seiner Eltern. Jetzt hat mein Mann eine neue Frau kennengelernt und will sich von mir trennen. Er ist ausgezogen und wohnt seitdem im Haus gegenueber, das auch seiner Familie gehoert.
Ich bin Hausfrau und habe mich um das Kind gekuemmert, er ist Alleinverdiener.

Meine Fragen:
1. Welche Voraussetzungen muss ich erfuellen, damit das Kind nach der Trennung bei mir bleibt (eigene Wohnung, Job etc.). Er meinte, er haette alles (Job, Wohnung, Schule in der Naehe) und ich nichts (kein Job, keine eigene Wohnung und muesste umziehen).

2. Wie lange kann ich im 1. Trennungsjahr in unsere gemeinsame Wohnung bleiben, kann ich auch weiterhin mietfrei dort wohnen, sollten seine Eltern nicht einverstanden sein. Ich wuerde gerne dort ausziehen, kann aber in den ersten Monaten keine Miete bezahlen.

3. Wie wuerde ein Gericht entscheiden, sollte ich das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen. Das Kind spricht beide Sprachen sehr gut, war oft in Bulgarien zu Besuch und hat dort auch eine Familie, die uns wesentlich mehr unterstuetzen wird. Das Kind ist dort gut integrert, hat auch viele Freunde. Ich schaetze meine Chancen dort einen Job zu bekommen wesentlich hoeher, als in Deutschland.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

1. Sie müssen keine bestimmten Voraussetzungen erfüllen. Da das Kind erst 7 Jahre alt ist, benötigen Sie noch keinen Arbeitsplatz und auch zunächst keine eigene Wohnung. Natürlcih muss die Wohnlage aber geklärt sein. Entweder wohnen Sie weiter in der Ehewohung (siehe Frage 2) oder Sie suchen sich mit dem Kind eine eigene Wohnung. Finanziell werden Sie dazu in der Lage sein, denn Ihr Mann schuldet Unterhalt für Sie und für das Kind und zwar ab sofort, den die Trennung ist bereits erfolgt. Im Trennungsjahr sind Sie auch nicht verpflichtet sofort von der Hausfrauentätigkeit in die Erwerbstätigkeit zu wechseln.

Es spricht alles dafür, dass das Kind auch Trennung bei Ihnen bleibt, denn Ihr Mann ist voll berufstätig und müsste die Betreuung von Dritten übernehmen lassen. In der Regel soll das Kind bei dem Elternteil verbleiben, der auch auch vor Trennung den Schwerpunkt der Betreuung geleistet hat, dass sind immer noch in der Regel die Mütter.

2. Sie können für die Zeit des Getrenntlebens in der Ehewohnung verbleiben und haben sogar die Möglichkeit das gerichtlich durch ein Wohnungszuweisungsverfahren regeln zu lassen. Dies wäre aber nur eine vorläufige Regelung bis zur Scheidung, am Eigentum der Wohnung würde sich nichts ändern. Bei der Zuweisung schreibt das Gesetz vor, dass die Belange minderjähriger Kinder besonders berücksichtigt werden.

3. Ihre Chancen stehen grundsätzlich gut, allerdings könnte ein geplanter Umzug nach Bulgarien Ihre Chancehn verschlechtern. Grundsätzlich bleibt nach Trennung das ABR bei beiden Eltern. Eine gerichtliche Entscheidung erfolgt nur, wenn sich die Eltern nicht einigen können und ein Elternteil einen Antrag stellt.

Ein Umzug würde das Kind aus seinem bisherigen Umfeld lösen und würde Kontakte des Vaters sehr erschweren. Ob dies dem Kindeswohl entspricht, könnte zumindest fraglich sein. Dafür sprechen aber wieder die von Ihnen aufgeführten Punkte. Es ist sehr schwer eine entgültige Einschätzung abzugeben, weil hierfür die Informationen nicht ausreichen. Mehr Aussichten hätte aber sicher der Antrag, wenn Sie in Deutschland verbleiben wollen.
Am Ende wird man pürfen müssen, ob der geplante Umzug dem Kindeswohl entspricht. Hier würde vor Gericht auch sicher das Kind angehört und es würde wahrscheinlich ein Gutachten eingeholt. Daher ist eine entgültige Prognose nicht möglich.

Wegen der Schwierigkeit der Sache rate ich dringend zu anwaltlicher Hilfe.


Nachfrage vom Fragesteller 28.08.2009 | 19:05

Mein Mann hat mir folgenden Vorschlag gemacht: wir teilen alle Konten jetzt am anfang des Trennungsjahres zur Hälfte auf, auch diese, die nicht auf meinen Namen sind. Allerdings verlangt er dann die Gütertrennung ab diesem Zeitpunkt. Wir haben kein anderes Vermögen und auch keine Schulden.

Wie soll ich reagieren? Hat eine Kontentrennung mit dem Güterstand etwas zu tun, sind das nicht 2 verschiedene Sachen?
Soll ich zustimmen oder lieber noch 1 Jahr lang warten und dann erst den Zugewinnausgleich beantragen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2009 | 22:14

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie müssen unterscheiden zwischen dem Zugewinn und der sonstigen Vermögensauseinandersetzung. Die gemeinsamen Konten wären ja im Zugewinn neutral. Wenn Ihr Mann mehr Zugewinn erworben hat, stünde Ihnen die Hälfte der Differenz zu.

Wenn jetzt die Konten geteilt werden, dann wird sehr wahrscheinlich das Ergebnis eines späteren Zugewinns ungefähr vorgezogen. Genau könnte man das aber nur sagen, wenn man alle Zahlen kennt. Der Vorteil einer Teilung jetzt wäre, dass Sie keine Angst vor Vermögensverschiebungen Ihres Mannes haben müssten.

Ich würde nach Ihren Angaben auf den Vorschlag eingehen. Die Kontentrennung hat formal mit dem Güterstand nichts zu tun. Die frage ist, was Sie gewinnen können, wenn Sie auf den Zugewinn warten. Die gemeinsamen Konten müssten Sie ohnehin vorher aufteilen. Wenn kein sonstiges Vermögen vorhanden ist, hätte ich gegen eine Gütertrennung nach Aufteilung keine Bedenken.

Wie gesagt, basiert dies aber auf den vorliegenden Informationen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.09.2009 | 17:15


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FRAGESTELLER 01.09.2009 4,8/5.0
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