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Trennung-Zugewinn

| 26.01.2012 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Sehr geehrte Damen und Herren,
Mein Mann und ich sind seit 38 Jahre verheiratet und haben uns vor Kurzem getrennt. Bei mir steht folgender Fall zur Klärung:
Ende der 90er hat mein Vater mir einen Darlehen gegeben, um ein Haus im Ausland zu kaufen (mein Mann wollte sich nicht daran beteiligen und hat mir eine Erklärung unterschrieben, dass er damit einverstanden ist). Das Haus ist auf meinem Namen eingetragen.
Ich sollte im Rahmen meiner Möglichkeiten das Darlehen an meinem Vater zurückzahlen. Allerdings konnte ich bis heute keine Tilgung an ihn leisten, da wir zunächst dabei waren, eine Eigentumswohnung in Deutschland gemeinsam zu bezahlen, beide Kinder haben später studiert und mein Mann wurde arbeitslos (6 Jahre lang).
Aus den genannten Gründen schulde ich noch immer das gesamte Darlehen und zusätzliches Geld für Verbesserungen, die mein Vater in dem Haus vorgenommen hat.

Ich möchte eine Zugewinneinteilung und eine Gütertrennung notariell durchführen. Dabei kann ich mir vorstellen, dass mein Mann einen Anspruch auf einen Mehrwert des Hauses beanspruchen wird.

Meine Fragen dazu:

- Werden meine Schulden bei einer Zugewinneinteilung von meinem Zugewinn abgezogen?
- Hätte mein Mann einen grundsätzlichen Anspruch auf die Wertentwicklung des Hauses, also auf die Differenz zwischen damaligen Kaufpreis und heutiger offizieller Werteinschätzung? Was kann ich machen um das zu verhindern? Ich möchte das Haus nicht verkaufen müssen.
- Kann ich das Haus an einem Verwandten überschreiben, da es nur mir gehört?
- Zur Zeit gibt es noch keinen Stichtag für die Vermögensaufteilung. Oder zählt der Tag an dem wir aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sind als Stichtag?
- Was ist eine Indexierung in diesem Zusammenhang?

Vielen Dank schon in Voraus für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen - M

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
- Werden meine Schulden bei einer Zugewinneinteilung von meinem Zugewinn abgezogen?

Ja, Ihre Schulden werden bei der Ermittlung des Zugewinns berücksichtigt. In das Endvermögen sind sowohl alle Vermögensbestandteile, als auch alle Zahlungsverpflichtung aufzunehmen. Dem Wert des Hauses steht also das Darlehen bei Ihrem Vater gegenüber, so dass nur der Differenzbetrag zwischen jetzigem Wert des Hauses abzüglich der Darlehen in den Zugewinn einfließt.


- Hätte mein Mann einen grundsätzlichen Anspruch auf die Wertentwicklung des Hauses, also auf die Differenz zwischen damaligen Kaufpreis und heutiger offizieller Werteinschätzung? Was kann ich machen um das zu verhindern? Ich möchte das Haus nicht verkaufen müssen.

Ja, Ihr Mann hat grundsätzlich einen Anspruch auf Beteiligung an dem Wertzuwachs der Immobilie während der Ehe. Man darf die Immobilie aber nicht losgelöst von allen anderen Vermögenswerten betrachten. Unter Umständen ergibt sich nicht einmal eine Ausgleichspflicht Ihrerseits, wenn entsprechende Vermögenswerte bei Ihrem Ehemann vorhanden sind.

Sie können sich hier nur mit Ihrem Ehemann darauf verständigen, dies müsste aber durch notarielle Scheidungfolgenvereinbarung erfolgen, dass der Zugewinn auf diese besagte Immobilie nicht angewendet wird. Hierzu bedarf es allerdings des Einverständnis Ihres Ehemannes.

- Kann ich das Haus an einem Verwandten überschreiben, da es nur mir gehört?

Auch wenn das Haus nur Ihnen gehört, können Sie während bestehender Ehe nicht ohne Zustimmung Ihres Ehemannes über die Immobilie verfügen, wenn es sich bei der Immobilie um Ihren wesentlichen Vermögensbestand handelt. Außerdem könnte eine Schenkung an eine dritte Person eine illoyale Vermögensminderung bedeuten, so dass die Immobilie beim Zugewinnausgleich dennoch einfließt.


- Zur Zeit gibt es noch keinen Stichtag für die Vermögensaufteilung. Oder zählt der Tag an dem wir aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sind als Stichtag?

Stichtag für das Endvermögen im Zugewinn ist das Datum der Zustellung des Scheidungsantrages.

- Was ist eine Indexierung in diesem Zusammenhang?

Im Zugewinnausgleich wird das Anfangsvermögen indexiert, also das Vermögen, welches bereits zum Zeitpunkt der Eheschließung vorhanden gewesen ist. Schenkungen und Erbschaften während der Ehe, die nur einem Ehegatten zugeflossen sind, zählen ebenfalls zum Anfangsvermögen und werden ab dem Zeitpunkt des Zuflusses während der Ehe indexiert.

Wenn das Darlhen Ihres Vaters kein Darlehen wäre, sondern eine Schenkung an Sie, dann würde der Schenkungsbetrag ab dem Zeitpunkt der Schenkung indexiert. Dies bedeutet, dass vom aktuellen Wert der Immobilie nicht der Betrag in Abzug gebracht wird, der seinerzeit tatsächlich geschenkt wurde, sondern der Betrag, der sich aus der Indexierung ergbit.

Da Ihr Ehemann beim Kauf der Immobilie und unter Umständen auch während der Ehe nicht in das Objekt investiert hat, sollten Sie hier noch einmal das Gespräch suchen, ob man sich nicht darauf verständigen kann, dass die Immobilie bei der Bemessen des Zugewinns außen vor bleibt.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 31.01.2012 | 14:43

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