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Trennung - Wohnwertberechnung


20.01.2006 20:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Meine Frau und ich sind seit dem 13.6.2005 getrennt. Uns gehört ein
Haus, das aber in 2 eigenständige Eigentumswohnungen aufgeteilt ist. Die obere Wohnung - 83 m2 - ist vermietet. In der unteren Wohnung - 103 m2 - wohnt meine Frau allein. Hypothekenbelastung der unteren Wohnung 725 Euro - davon 383 Euro Tilgung und 347 Euro Zinsen monatlich. Die obere vermietete Wohnung (Hypotheken 787 Euro) ca 600 Euro Zinsen und 187 Euro Tilgung erbringt 450 Euro Miete (Mietanteil jeweils 225 Euro) und 100 Euro Nebenkosten. Die jeweiligen Hypothkenkosten werden zu jeweils 50 % von uns gemeinsam getragen.

Meine Frau will mir keinen Betrag für Wohnvorteil (mietfreies Wohnen) bezahlen. Sie behauptet, Zinsen und Tilgung für die untere Wohnung seien höher als der Wohnvorteil (60 m2 x 7 Euro = 420 Euro)
Frage 1: Werden bei der Berechnung des Wohnvorteils auch die Tilgungsbeträge mit eingerechnet?
Frage 2: Muss auch die Hypothekenbelastung der vermieteten Wohnung bei der Wohnwertberechnung in Ansatz gebracht werden?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach Ihrer Schilderung gehe ich zunächst davon aus, daß Sie beide jeweils hälftige Miteigentümer der beiden Wohnungen sind und nicht jedem von Ihnen eine Wohnung zum Alleineigentum gehört.

Bei Zins und Tilgungsleistungen ist beim Ehegattenunterhalt zunächst zu unterscheiden, ob es sich um einen eheprägenden oder nichtprägenden Wohnwert handelt. Letzteres wäre der Fall, wenn das Wohneigentum nach der Trennung erworben worden wäre, und scheidet hier also aus.

Nach der Rechtsprechung sind bei gemeinsamen Eigentum nicht nur die Zinsen, sondern auch die Tilgungsleistungen beim Bedarf des Unterhaltsberechtigten wohnwertkürzend anzurechnen. Ein Wohnwertvorteil wird Ihrer Frau daher in der Tat nicht zuzurechnen sein.

Die Hypothekenbelastung der oberen Wohnung hat mit dem Wohnwertvorteil durch die Nutzung der unteren Wohnung unmittelbar nichts zu tun. Da Sie jedoch beide Zinsen und Tilgung für die obere Wohnung zahlen, sind bei Ihnen beiden im Rahmen der Einkommensermittlung die über die Mieteinnahmen hinausgehenden Abzahlungen voll zu berücksichtigen und als negative Mieteinkünfte anzusetzen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395


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Nachfrage vom Fragesteller 09.05.2006 | 07:48

Kurze Nachfrage zu Ihrer Antwort: Die Wohnwertberechnung der Wohnung meiner Frau stellt sich meiner Ansicht nach so dar: Wohnungsgröße 103 m2 - angemessene Wohnungsgröße ca 65 m2 mal 7 Euro (Mietspiegel) = 455 Euro Wert für mietfreies Wohnen. Vermindert um Zinsen und Tilgung (720 Euro für beide) also 360 Euro für jeden von uns = 455 Euro - 360 Euro (Zins und Tilg. meiner Frau) ergibt einen Wert von 95 Euro als Mietvorteil, der mir zusteht. Und dazu eine Folgefrage: Wird nach einem Jahr Trennung die normale Wohnungsgröße zu Grund gelegt und nicht die angemessene? Vielen Dank im Voraus. Udo Pfingst

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.05.2006 | 00:14

Ihre Annahme ist so pauschal leider nicht richtig:

Beim Trennungsunterhalt ist nur ein angemessener Wohnwert anzusetzen. Das gilt auch für eine lange Trennungszeit. Denn bis zur Scheidung ist eine Wiederherstellung der Lebensgemeinschaft nicht ausgeschlossen und darf nicht durch eine vorzeitige Aufgabe des Familienheims erschwert werden. Eine Ausnahme davon kann nur vorliegen, wenn bereits in der Trennungszeit eine volle Nutzung des Eigenheims erfolgt, etwa durch Untervermietung oder Aufnahme eines neuen Lebensgefährten.

Ob diese Voraussetzung in Ihrem Fall vorliegt, sollten Sie konkret anwaltlich klären lassen. Die Berechnung des Trennungsunterhaltes ist eine komplizierte Materie, die sich schwerlich ohne anwaltliche Hilfe bewältigen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

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