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Trennung - Was passiert mit der Immobilie

11.10.2009 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe einige Fragen zu Eigentumsverhältnissen nach einer Trennung.

Ich bin seit 2006 glücklich verheiratet und hoffe dass das so bleiben wird.
Die Heirat erfolgte ganz normal ohne Vertrag und der somit gültigen Zugewinngemeinschaft.

Bereits im Jahre 2005 hatte meine Mutter ihr Vermögen aufgeteilt und mir eine vermietete Immobilie überschrieben. Au der Vermietung entstehen mir jährlich Mieteinnahmen von 6.000 Euro. die Immobilie wird schätzungsweise eine Marktwert von 220.000 Euro haben.

Wir sind gerade dabei uns selbst eine Immobilie zu zulegen. Ein großen Anteil der Finanzierung wird dabei der Verkauf des vermieteten Objektes einnehmen.
Meine Frau kann sehr wenig zur Finanzierung beitragen. Sie hat uns zwei wunderschöne Kinder geboren und versorgt Sie, während ich -ganz klassisch- für das Auskommen der Familie sorge.

Außerdem werde ich noch Eigenkapital in den Kauf einbringen das ebenfalls schon vor meiner Hochzeit mein Eigentum war.

Wenn man es richtig betrachtet finanziere eigentlich nur ich die neue Immobilie mit meinem vorgezogenen Familien-Erbe.

Darum meine Fragen:

Was würde im Falle eine Scheidung geschehen?
Wie könnte ich dann verhindern dass im Streitfall plötzlich das Vermögen zu gleichen Teilen aufgeteilt würde?
Kann das überhaupt passsieren, oder werden die vorehelichen Güter bei der Trennung berücksichtigt?

Welche Aussagekraft hat der Grundbucheintrag ?

Können beide Eheleute im Grundbuch stehen, aber im Falle einer Trennung die ursprünglichen Vermögensverhältnisse berücksichtigt werden?

Ich bin auf ihre Antworten gespannt.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Grundsätzlich gilt, dass im Fall einer Scheidung eine Vermögensauseinandersetzung und ein Zugewinnausgleich erfolgt.

Der Zugewinnausgleich erfolgt in der Weise, dass die beiden Anfangsvermögen der Ehegatten und die beiden Endvermögen der Ehegatten miteinander verglichen werden.

Der jenige Ehegatte, der während der Ehe den größeren Zugewinn erzielt hat, also dessen Endvermögen größer ist, als dessen Anfangsvermögen, hat dem Ehegatten, der den kleineren Zugewinn erzielt hat, die Hälfte seines Zugewinns zu zahlen.

Da die Immobilie, die von Ihrer Mutter Ihnen übertragen wurde und auch das Barvermögen bereits bei Eheschließung vorhanden war, stellt dies den Wert des Anfangsvermögens von Ihnen dar.

Sollten Sie nunmehr die Immobilie verkaufen und auch Ihr sonstiges Vermögen zum Kauf einer neuen Immobilie einsetzen, dürfte ein Zugewinn sich für Sie daraus nur dann ergeben, wenn die neue Immobilie mehr Wert ist, als der bisherige Wert Ihres Vermögens.

Sollte die neue Immobilie dann im gemeinsamen Eigentum von Ihnen und Ihrer Frau stehen, zählt nur der hälftige Grundstückswert zu Ihrem dann vorhandenen Vermögen, so dass im oben genannten Fall Ihr Endvermögen geringer sein dürfte als Ihr Anfangsvermögen und ein Zugewinn durch Sie nicht erzielt wäre.

Sollte Ihre Frau kein Anfangsvermögen besitzen und als Miteigentümerin in das Grundbuch eingetragen werden, erzielt Ihre Frau einen Zugewinn in Höhe des Hälftigen Wertes des Grundstückes, während sich Ihr Anfangsvermögen verringern dürfte.

Dadurch würde Ihre Frau den größeren Zugewinn erzielen und Ihnen zum Ausgleich verpflichtet sein.

Also im Fall der Eintragung beider Ehegatten im Grundbuch hätte Ihre Frau demzufolge einen Anspruch auf den Wert der Hälfte des Grundstücks (abzüglich darauf lastende Verbindlichkeiten), müsste Ihnen allerdings im Gegenzug die Hälfte ihres Zugewinns zahlen.

Dies lässt sich derzeit nur theoretisch darstellen, da beim Zugewinnausgleich ein Vergleich sämtlicher Vermögenswerte zur Ermittlung des Endvermögens berücksichtigt werden.

Der Grundbuchauszug sagt in der Regel aus, wer Eigentümer der Immobilie ist. Dabei ist davon auszugehen, dass das Grundstück beiden Ehegatten zu gleichen Teilen gehört, wenn beide als Miteigentümer je zur Hälfte eingetragen sind.

Demzufolge können beide Ehegatten als Eigentümer im Grundstück stehen, welches bei Ehescheidung beiden zu gleichen Teilen zusteht, jedoch über den Zugewinnausgleich die ursprünglichen Vermögensverhältnisse berücksichtigt werden.

Verhindern ließe sich eine solche Auseinandersetzung lediglich dann, wenn eine Gütertrennung (etwa durch Ehevertrag) vor Erwerb der Immobilie vereinbart wird oder wenn Sie die neue Immobilie überwiegend aus Ihrem bisherigen Vermögen finanzieren, die neue Immobilie ausschließlich auf Sie als Eigentümer eingetragen wird.

Sollte die neue Immobilie dann allerdings mehr Wert sein, als Ihr bisheriges Vermögen, würde Sie wiederum einen Zugewinn erzielen, der Sie dann ggf. zum Ausgleich verpflichtet, sofern Ihre Frau keinen Zugewinn erzielt.

Dies gilt natürlich nur dann, sofern der Güterstand der Zugewinngemeinschaft auch weiterhin besteht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.

Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen, sofern Sie der Nutzung dieser Möglichkeiten aufgeschlossen gegenüberstehen.

Eine weiterführende Vertretung zieht allerdings weitere Kosten nach sich. Im Fall einer Beauftragung würde ich den hier gezahlten Einsatz auf meine nachfolgenden Gebühren vollständig anrechnen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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