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Trennung Lebensgemeinschaft gemeinsames Haus

25.09.2010 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Meine Lebensgefährtin und ich haben vor 6.Jahren gemeinsam ein Haus gekauft. Jeder anteilig die hälfte. Vor einigen Monaten zog meine Lebenspartnerin aus und zahlte keinen Cent mehr für Darlehen. Da ich das Haus nicht verlieren wollte, zahlte ich die ganzen Schulden und laufenden Kosten ganz alleine. Nach einigen Wochen, ihres Auszuges, kamen wir wieder zusammen. Sie zog wieder ins gemeinsame Haus ein. Wir trafen eine mündliche Regelung, dass ich weiterhin die laufenden Kosten, sowie die Finanzierung des Hauses alleine trage, und sie die Verpflegung (Lebensmittel).
Im Moment, und ich glaube auch für die Zukunft funktioniert unsere Gemeinschaft nicht mehr.
Sie kauft nur noch für sich Lebensmittel ein und ich für mich. Das heißt, sie lebt ohne im gemeinsamen Haus ohne jegliche Beteiligung an Kosten und ich komme für alles auf (Hypothek,Strom,Telefon,Heizung.... und meine eigene Verpflegung).

Welche Möglichkeiten habe ich? Ich bin leider völlig ratlos, wie mir mein Recht auf Mitwirkung der Kosten ihrerseits sind.

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ich gehe bei der Beantwortung Ihrer Frage davon aus, dass Sie und Ihre Lebensgefährtin jeweils zu 50 % im Grundbuch stehen und auch das Darlehen beide unterzeichnet haben.
Sie müssen nun ganz genau das Außenverhältnis und das Innenverhältnis unterscheiden.

Im Außenverhältnis gegenüber der Bank haften Sie und Ihre ehemalige Lebensgefährtin gemeinsam, die Bank hat hier aber die Möglichkeit, die gesamte Darlehensrate z.B. nur von Ihnen zu fordern. Wenn Sie diese bezahlen, haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Ausgleich im Innenverhältnis auf die hälftige Zahlung.
Solange die Lebensgemeinschaft bestanden hat, ist jedoch davon auszugehen, dass die Lebensgefährten sich darüber einigen, wer die Kosten für das Haus übernimmt. Hier spielen natürlich die Einkommensverhältnisse eine Rolle. Während des Bestehens der Lebensgemeinschaft kann daher grundsätzlich kein Ausgleich gefordert werden, auch wenn nur ein Lebenspartner die Kosten des Hauses vollumfänglich zahlt.

Anders kann dies aber sein, wenn die Trennung der Lebensgemeinschaft erfolgt ist. Wenn hier keine ausdrückliche Absprache getroffen wird, sind die ehemaligen Lebensgefährten verpflichtet, das Darlehen hälftig zu tragen. Sie haben zunächst eine andere Vereinbarung mit Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin getroffen, an die sich diese aber anscheinend nicht hält. Ist dies der Fall, so lebt die eigentliche hälftige Teilung wohl wieder auf. Dies sollten Sie Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin auch mitteilen.
Anders wäre dies nur, wenn Ihre ehemalige Lebensgefährtin wieder aus dem gemeinsamen Haus ausziehen würde. Wenn Sie das Haus alleine nutzen, so müssen Sie zunächst auch alle laufenden Kosten inkl. Finanzierung tragen.

Da Sie beide Miteigentümer an dem Haus sind, besteht das nächste Problem darin, dass Sie durch Zahlung der Darlehensraten auch das Vermögen Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin mehren. Sie sollten sich daher bereits jetzt darüber Gedanken machen, wie Sie mit dem Haus weiter verfahren wollen. Aufgrund der Miteigentumsgemeinschaft gibt es folgende Möglichkeiten: 1. Sie einigen sich darüber, dass einer das Haus zum Alleineigentum übernimmt und dem anderen einen Ausgleich hierfür zahlt und gegenüber der Bank von den Verbindlichkeiten im Außenverhältnis freistellt. 2. Sie verkaufen das Haus an einen Dritten und teilen sich den Erlös. 3. Sie unterteilen das Haus in zwei Wohneinheiten und lassen diese im Grundbuch eintragen. 4. Es erfolgt keine Einigung über die Übertragung der Miteigentumshälfte und zur Auseinandersetzung der Gemeinschaft muss die Teilungsversteigerung betrieben werden.
Die letzte Alternative sollte auf jeden Fall vermieden werden, da hier wirtschaftliche gesehen beide Parteien erheblich verlieren.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 27.09.2010 | 17:27

"4. Es erfolgt keine Einigung über die Übertragung der Miteigentumshälfte und zur Auseinandersetzung der Gemeinschaft muss die Teilungsversteigerung betrieben werden.
Die letzte Alternative sollte auf jeden Fall vermieden werden, da hier wirtschaftliche gesehen beide Parteien erheblich verlieren."

Nachfrage: Wenn ich aber meine Hälfte nicht verkaufen bzw. versteigern lassen möchte, kann sie mich dazu zwingen oder kann sie nur ihre hälfte versteigern lassen. Denn ich komme meinen Verpflichtungen seitens der Bank nach und könnte wie bisher schon die vollen Raten selbst bezahlen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.09.2010 | 09:12

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre ehemalige Lebensgefährtin kann Sie nicht direkt dazu zwingen, das Haus zu versteigern. Sie kann aber die Auseinandersetzung der Gemeinschaft verlangen. Diese Auseinandersetzung einer Miteigentumsgemeinschaft endet dann im schlimmsten Fall mit einer Teilungsversteigerung des gesamten Objekts. Ein Verkauf nur des Anteils Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin ist grundsätzlich nicht möglich. Dies wäre nur eine Option, wenn das Haus z.B. in zwei Wohneinheiten unterteilt werden könnte.
Ansonsten bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, sich mit Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin zu einigen und den Miteigentumsanteil von dieser gegen eine Ausgleichszahlung zu übernehmen. Dies sollte bei einem angemessenen Ausgleichsbetrag aber möglich sein, da auch Ihre ehemalige Lebensgefährtin wirtschaftlich gesehen in diesem Fall besser stünde wie bei einer Teilungsversteigerung und anschließender Teilung des Erlöses.
Sollte es doch zu einer Teilungsversteigerung kommen, hätten Sie die Option das Haus selbst zu ersteigern.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)

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