Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Trennung / Kinderverbleib / Nutzungsrecht Wohnung

| 03.10.2012 10:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo, ich habe folgendes Problem, meine Frau hat nach 25 Jahren Beziehung und 16 Jahren Ehe einen anderen kennengelernt !
Sie ist mit Ihm fremgegangen und verliebt! (hat sie mir gegenüber freiwillig zugegeben und erzählt)
Der Kontakt zu Ihm bleibt aufrecht erhalten und von mir erwartet sie die Duldung der Beziehung.
Ich hingegen komme damit gar nicht klar und möchte nun die Trennung. Nun will Sie in der Wohnung bleiben mit den Kindern und wünscht das ich ausziehe !
Ich hingegen möchte aber auch bleiben und die Kinder in ihrem gewohnten Umfeld belassen.
Die Mietwohnung läuft auf unser beider Namen.
Unsere beiden Söhne sind 12 Jahre und 15 Jahre alt.
Ich selbst befinde mich in einer Privatinsolvenz und habe keine Chance eine Wohnung zu bekommen aufgrund meiner Schufa Eintragung.
Ich bin selbstständig, arbeite viel von zu Hause aus und hätte genügend Zeit für die Kinder.
Meine Frau ist ebenfalls selbstständig und verdient bis zu 600 / 800 Euro netto. (möglich wären auch bis 1000 Euro netto, jedoch möchte sie nur halbtags arbeiten, auch in Zukunft)
Sie spielte mit dem Gedanken sich gemeinsam mit ihrem neuen Freund eine neue Wohnung zu suchen die groß genug ist um die Kinder mitnehmen zu können.
Die Kinder jedoch wollen nicht umziehen.
Für den Fall das ich doch ausziehen muss, will der kleine (12 Jahre) auf jeden Fall bei mir bleiben. (er fragt mich ständig ob er bei mir bleiben kann was mir das herz bricht)
Anfügen möchte ich auch noch das ich mich mehr um die Kinder kümmere als meine Frau. Die Hausaufgaben erledige ich bereits seit 2 Jahren alleine mit unserem 12 Jährigen. Der große ist bereits mit 15 sehr selbstständig, jedoch kommt er mit allem Problemen und Fragen zu mir, da ich öfters zu Hause bin als meine Frau.

Zur Zeit ist mein Frau auch ständig unterwegs zu Bandproben und Auftritten. (teilweise bleibt sie die ganze nacht weg)

Die Frage ist also, wie stehen die Aussichten, das ich in der Wohnung verbleiben kann und die Kinder ebenfalls in Ihrem gewohnten Umfeld ?
Muss meine Frau ausziehen ?

Die Stresssituation nehmen zu und es ist keine Besserung in Sicht.
Die Kinder wissen mittlerweile auch das Mama einen neuen Freund hat und fragen mich darüber aus. (wie oben angeführt fragt der kleine immer ob er bei mir bleiben kann)
Bei Fragen zur Situation der Mutter, sage ich den Kindern sie sollen Mama fragen weil ich nicht weiß wie es weitergeht und was sie denkt.
Diese Aussagen werden mir aber nun durch die Mutter so ausgelegt, das ich versuche die Kinder gegen Sie aufzuhetzen.

Wie komme ich rechtlich aus dieser Situation um weitere Stresssituation für die Kinder zu vermeiden.
Anfügen möchte ich noch das wir einen Ehevertrag haben über Gütertrennung. Ebenfalls getrennte Konten.
Mein Lohn ging aber zu 100 % auf Ihr Konto bisher.
Zur Zeit halbiere ich es und habe bereits das Auto komplett auf Ihren Namen überschrieben.
Im Gegenzug würde ich die Wohnung übernehmen war mein Vorschlag.

Alle anderen Versuche, Sie zieht zur Probe zu Ihm z.B. oder Sie zieht aus um sich darüber klar zu werden was Sie will, Ehetherapie etc., schlug Sie aus.
Ihr Wunsch ist es, das ich alleine ausziehe ohne die Kinder, Unterhalt zahle und Sie Ihre Beziehung ausleben lasse, was ich aber wiederum nicht akzeptieren will, da ich dort wohnen bleiben möchte.

Wie wäre der rechtliche Werdegang ? Bzw. wie würde ein Gericht urteilen ?

mit freundlichen Grüß,

Martin

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Leben Ehegatten getrennt (was auch innerhalb der Ehewohnung möglich ist) oder will einer von ihnen getrennt leben, so kann nach § 1361 a Abs. 1 BGB ein Ehegatte verlangen, dass ihm der andere die Ehewohnung oder einen Teil davon zur alleinigen Benutzung überläßt, soweit dies auch unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Eine unbillige Härte kann auch dann gegeben sein, wenn das Wohl im Haushalt lebender Kinder beeinträchtigt ist. Im Streitfall entscheidet das Familienegericht.

Auch ständige Spannungen und Streitereien zwischen den Eltern können zu einer erheblichen Belastung der Kinder führen und die Wohnungszuweisung rechtfertigen (OLG Brandenburg FamRZ 2010,1983). Maßgebend ist insoweit, ob ein erträgliches Miteinander im häuslichen Bereich noch möglich ist oder die häusliche Athmosphäre nachhaltig und vorraussichtlich irrevisiebel gestört ist. Das Interesse der Kinder am Verbleib in der vertrauten Umgebung wird in der Regel dazu führen, dass der Ehegatte, der besser für sie sorgen kann, in der Wohnung verbleibt
(OLG Celle FamRZ 2006,1143).

Nach Ihrer Schilderung könnten Sie daher gute Chancen auf Zuweisung der Ehewohnung haben, wenn die Kinder bei Ihnen verbleiben.

2.
Auch bei Getrenntleben der Eltern und auch nach einer Scheidung verbleibt es grundsätzlich bei der gemeinsamen elterlichen Sorge.

Leben die Eltern nicht nur vorübergehend getrennt, so kann jeder Elternteil beantragen, dass Ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge allein überträgt (§ 1671 Abs. 1 BGB).

Bei Meinungsverschiedenheiten darüber, bei welchem Elternteil die Kinder nach der Trennung leben sollen, sollten Sie die Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts beantragen.

Ohne Zustimmung des anderen Elternteils ist einem solchen Antrag stattzugeben, wenn zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl der Kinder am besten entspricht (§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB).

Ihre Kinder würden angehört werden.

Wenn bisher Sie sich hauptsächlich um die Kinder gekümmert haben, spricht einiges dafür, dass ein solcher Antrag Erfolg haben wird.

3.
Ich rate Ihnen, einen im Familienrecht tätigen Rechtsanwalt vor Ort zu beauftragen und durch diesen entsprechend Anträge beim Familiengericht stellen zu lassen. Anders werden Sie die Situation nicht ändern können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Moosmann, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.10.2012 | 12:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.10.2012 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68238 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Für eine erste Einschätzung zu den Erfolgsausichten war die Antwort sehr hilfreich. Auch der link zu einem Urteil könnte uns weiterhelfen. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Danke für die schnelle und kompetente Antwort. Das hat mir sehr geholfen. Den Anwalt kann ich voll und ganz weiterempfehlen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Antwort! Hat mein Problem zu einem positiven Abschluss gebracht. ...
FRAGESTELLER