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Trennung/ Finanzen

12. April 2022 08:41 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrter Anwalt/Anwältin,
meine Frau hat sich von mir getrennt und ist mit den Kindern ausgezogen. Sie wird demnächst in eine eigene Wohnung einziehen. Wir haben uns im Rahmen der Kinderbetreuung auf ein Wechselmodell geeinigt, die Kinder bleiben aber bei mir gemeldet.
Jedoch haben wir Schwierigkeiten die weitere finanzielle Regelung zu treffen.
Wir besitzen ein gemeinsames Haus was jetzt von mir allein bewohnt wird und mit monatlichen Kreditraten von 637 Euro abzuzahlen ist, diese werden komplett von mir getragen.
Desweiteren besteht ein gemeinsamer Kredit in Höhe von monatlich 387 Euro für das Familienauto das jetzt nur noch von Ihr genutzt wird. Versicherung und Steuern schlagen auch noch mit monatlich 44 Euro zu buche.
Mein Verdienst beläuft sich auf netto 1950 Euro, ihr Verdienst auf 940 Euro. Sie erhält das Kindergeld in Höhe von 444 Euro plus je Kind von mir 100 Euro Unterhalt.
Die weitere monatliche Belastung für Lebensversicherung für Sie und die Kinder, sowie Verpflegungsgeld in der Kita und ihr Handy betragen nochmal 200 Euro.
Sie will finanziell von mir Unabhängig sein, kann aber finanziell keinen Ausgleich leisten weder für die Raten vom Haus, vom Auto, Nutzungsenschädigung Auto und ihre Sparraten oder Versicherungen.
Ich brauche hier mal Lösungsvorschläge da ich mich sonst finanziell ruiniere.

12. April 2022 | 09:41

Antwort

von


(1265)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Zunächst müssen Sie sich darüber im Klaren sein, welche Unterhaltspflichten mit der Trennung von Ihrer Ehefrau entstehen.

Neben dem Kindesunterhalt besteht ein Anspruch Ihrer Ehefrau auf Trennungsunterhalt in Gestalt des Aufstockungsunterhalts.

Zwei Besonderheiten sind in Ihrem Fall, was Kindes- und Trennungsunterhalt anbelangt, zu beachten: Da Sie sich für das Wechselmodell hinsichtlich der Kinderbetreuung entschieden haben, wird sich Ihre Verpflichtung zur Zahlung des Kindesunterhalts reduzieren. Auf welchen Betrag sich der Kindesunterhalt reduziert, hängt einerseits davon ab, mit welcher Verteilung das Wechselmodell praktiziert wird. Man kann das „klassische" Wechselmodell, also 50:50, praktizieren, aber auch beispielsweise 60:40. Sodann ist zu berücksichtigen, dass Ihre Ehefrau deutlich weniger verdient als Sie. D.h., selbst bei einem Wechselmodell von 50:50 bleibt eine Forderung Ihrer Ehefrau bezüglich des Kindesunterhalts.

Ihr Einkommen reicht aber nicht aus, um den vollen geschuldeten Unterhalt zu zahlen. Vielmehr wird hier ein Mangelfall vorliegen. Von einem Mangelfall spricht man dann, wenn die Einkünfte des Unterhaltspflichtigen nicht ausreichen, den Unterhalt, sei es nun Kindes- oder Trennungsunterhalt, zu zahlen, der sich rechnerisch anhand unterhaltsrechtlicher Gegebenheiten ergibt.


2.

Ein Problem ist das Haus.

Ich vermute, dass Sie und Ihre Ehefrau je zu 1/2 Miteigentümer des Hausgrundstücks sind. Wenn Ihre Ehefrau aus dem Haus auszieht, bewohnen Sie, plakativ gesprochen, den hälftigen Miteigentumsanteil Ihrer Ehefrau mit. Sie haben also einen so genannten Wohnvorteil. Dieser Wohnvorteil wird unterhaltsrechtlich dahingehend berücksichtigt, als dass man die hälftige fiktive Miete für das Haus Ihrem Einkommen zuschlägt.

Beispiel: Angenommen, man könnte für das Haus eine Kaltmiete von 1.000 € erzielen. Dann hätten Sie einen Wohnvorteil von 500 € pro Monat, der Ihrem Einkommen hinzugerechnet wird. Es wäre dann also von einem durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen von 2.450 € bei Ihnen auszugehen.


3.

Welche Lösungsvorschläge in finanzieller Hinsicht Aussicht auf Erfolg haben, hängt davon ab, inwieweit Sie beide kompromissbereit sind.

Das erste Problem dürfte das Hausgrundstück sein.

Ihre Ehefrau dürfte kaum ein Interesse daran haben, dass die Darlehensraten gezahlt werden, sie, die Ehefrau, von dem Haus jedoch keinen Nutzen hat, da sie das Haus nicht bewohnt..

Hier gibt es drei Möglichkeiten, die zu überlegen sind:

Zum einen kann einer von Ihnen den Miteigentumsanteils des anderen Ehegatten erwerben mit der Folge, dass einer von Ihnen alleiniger Eigentümer wird. Bei der von Ihnen geschilderten Einkommenslage wird das für beide Seiten schwierig sein. Die Alternativemöglichkeit besteht darin, dass Sie das Hausgrundstück verkaufen und den Erlös aus dem Verkauf abzüglich der Verbindlichkeiten hälftig teilen. Das scheint mir, wenn ich Ihre Zahlen zu Grunde lege, eine praktikable Möglichkeit zu sein.


4.

Bezüglich des Autos sollten Sie sich dahingehend verständigen, dass Ihre Frau auch die Kreditraten übernimmt. Gleiches gilt für Kfz-Steuer und die Kfz-Versicherung. Schließlich nutzt Ihre Ehefrau den Pkw allein, so dass es nur recht und billig wäre, wenn sie auch die Kosten trägt. Man könnte überlegen, ob die Möglichkeit besteht, dass Ihre Ehefrau ihr Einkommen erhöht, beispielsweise indem sie eine zweite Tätigkeit aufnimmt, und sei es auch nur ein Mini Job.


5.

Lösungsvorschläge sehen in Ihrem Fall letztlich so aus, dass durch die Trennung für beide Seiten ganz erhebliche finanzielle Einschränkungen entstehen.

Geht man vom Mindestunterhalt aus, müssen Ihnen monatlich als Erwerbstätiger 1.160 € verbleiben. Davon müssen Sie dann Ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Um die finanziellen Lage überhaupt erstmal bestimmen zu können, wäre es sinnvoll, eine Unterhaltsberechnung durchzuführen. Hierzu muss man das Alter der Kinder kennen und auch die genauen Einkünfte. Maßgeblich ist das durchschnittliche Nettoeinkommen beider Ehegatten der letzten zwölf Monate. Ob Sie das bei den Zahlen, die Sie genannt haben, so berücksichtigt haben, kann ich nicht beurteilen.

Sodann wären die Schulden abzuziehen, die abzugsfähig sind. Das sind keinesfalls alle Kosten, die monatlich anfallen, sondern nur bestimmte, von der Rechtsprechung anerkannte Positionen. Hierzu gehören betriebsbedingte Aufwendungen (Fahrtkosten) und auch ehebedingte Schulden, um zwei Beispiele zu nennen.


6.

Wenn man die genaue finanzielle Situation auf der Grundlage einer Unterhaltsberechnung kennt, kann man weitere Überlegungen anstellen. Dann stellt sich die Frage, inwieweit Sie sich mit Ihrer Ehefrau verständigen können. Das wird ein ganz wesentlicher Punkt des weiteren Vorgehens sein.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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