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Trennung, wie bekomme ich das Aufenthaltsrecht der Kinder


16.02.2006 10:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Guten Tag,

nach 11 Jahren Ehe ohne wesentliche Konflikte, will meine Frau sich nun von mir trennen. Zusammen haben wir 2 eheliche Kinder 7 und 11 Jahre alt. Meine Frau will ausserdem einen Wohnortwechsel vornehmen. Entfernung ca. 10 Kilometer.

Wir leben in einem Wohngebiet mit vielen Kindern gleichen Alters, unter denen auch die Freunde meiner Kinder sind. Zu dem geht die ältere Tochter seit einem halben Jahr in die weiterführende Schule am Ort. Sie müsste zukünftig zu den langen Schultagen noch 45 Minuten Busfahren. (Bei der schulwahl war das ein wesentliches Argument für die Schule am Ort.)

Für meinen Teil sehe ich insbesondere den Wohnortwechsel für meine Kinder als problematisch an, weil sie dann keinerlei Möglichkeit haben (oder nur sehr eingeschränkt), innerhalb der Woche Kontakt mit mir aufzunehmen. Nach einiger Zeit werde ich Sie dann sicherlich nur alle 14 Tage zu Gesicht bekommen.

Bisher hat allerdings meine Frau die Betreuung der Kinder übernommen, weil ich ganztätig berufstätig war. Nun habe ich seit kurzem keine feste Anstellung mehr und kann mir, da ich freiberuflich tätig bin, meine Zeit frei einteilen. Somit hätte ich die Möglichkeit die Betreuung der Kinder in gleicher Weise wie meine Frau zu übernehmen.

Nun meine Fragen:

1.) Was kann ich tun, damit der Aufenthalt der Kinder bis zu einem endgültigen Urteil des Familiengerichtes bei mir bleibt.
Gibt es Referenzurteile oder allgemeine Gutachten von Kinderpsychologen, die mir helfen könnten?

2.) Von einem Bekannten habe ich die Information, dass es ein neues Gesetz oder ein Urteil gibt, dass Väter im Bezug auf die Betreuung gleichstellt. Wo kann ich das finden?

3.) Habe ich überhaupt eine Chance das Aufenthaltsrecht zu bekommen und was sind die schlagenden Argumente?

Für eine Antwort schon jetzt vielen Dank.






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Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Fragen möchte ich Ihnen wie folgt beantworten:


1.)
Zunächst einmal haben Sie und Ihre getrenntlebende Ehefrau das gemeinsame Sorgerecht und damit auch das von diesem mitumfaßte Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Sie können daher die Kinder bei sich behalten. Ist die Mutter damit auch grundsätzlich einverstanden, bedarf es keiner Regelung. Davon kann ich nach Ihrer Schilderung aber nicht ausgehen, so dass eine Regelung (leider) herbeigeführt werden mss.


2.)
In diesem Fall können und sollten Sie einen Antrag beim zuständigen Familienrecht auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes stellen.

Damit schnell entschieden wird, sollte gleichzeitig mit diesem Antrag auch ein Antrag auf einstweilige Anordnung der Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf Sie gestellt werden. Beim Letzteren handelt es sich um ein "Eilverfahren".

Über diese Anträge wird gerade in Sorgerechtsangelegenheiten sehr schnell entschieden, um möglichen Schaden von den Kindern abzuwenden.

Entscheidend ist dabei allein das Kindeswohl. Die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes hat sich ausschließlich hieran zu orientieren, wobei Sie sich aber nicht auf ein"allgemeines" Gutachten berufen können. Es handelt sich dabei immer um eine Einzelfallentscheidung, die auch jeweils vom Gericht eigenständig geprüft werden muss.

An Ihnen liegt es nun, hier darzulegen, warum eine Übertragung auf Sie dem Kindeswohl entspricht. Dazu sollten Sie auch einmal mit den Lehrern der Kinder sprechen und auch dort ggfs. wichtige Informationen erfahren. Denn die schulische Entwicklung der Kinder und die Folgen eines Umzuges werden eine gewichtige Rolle spielen.

Auch ist der Wille der Kinder nicht unerheblich. Dabei ist es aber für ein Verfahren möglichst zu unterlassen, diese in die ein eoder andere Richtung zu beeinflussen, da sich dieses auf die Entscheidung des Familiengerichtes negativ auswirken könnte.

Weiter wird damit argumentiert werden müssen, warum die Kinder bei Ihnen besser aufgehoben sind.

Dabei spielt die Bindung der Kinder zu dem einen oder einen Elternteil eine wesenliche Rolle, aber auch die Eingleiderung in das soziale Umfeld.

Sie haben also durchaus ein Chance, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen.


3.)
Als Entscheidungen möchte ich Ihnen nennen:

OLG Schleswig, Beschluss v. 26.2.2003, Az.: 10 UF 195/02,
OLG Brandenburg, Beschluss v. 08.11.2001, Az.: 15 UF 124/01.


4.)
Ein neues Gesetz gibt es nicht. Bei verheirateten Eltern ist dieses bereits im BGB verankert.


5.)
Sollte die - erstrebenswerte - Einigung mit der Kindesmutter nicht möglich sein und die gerichtliche Regelung anstehen, sollten Sie unverzüglich einen Rechtsanwalt aufsuchen, um dann die entsprechenden Schritte einzuleiten.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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