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Transportschaden und unbefriedigende Verarbeitung an Mobilheim der Firma Lacet

| 11.05.2020 11:42 |
Preis: 70,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir von der Firma Lacet am Niederrhein ein Mobilheim bauen (inkl. Transport und Aufbau) und von deren Tochtergesellschaft; Transportfirma Rickes, am 06.04.2020 liefern lassen.
12 Meter lang, 4 Meter breit und ca.12 Tonnen schwer.
Bei dem Abladevorgang meines Mobilheims ist ein Transportschaden entstanden.

Der Abladevorgang war sehr unsachgemäß und wurde wahrscheinlich nicht mit notwendigen Hebezeugen durchgeführt. Dabei stürzte mein Mobilheim aus ca. 50 cm Höhe auf die Laderampen. Diesen Transportschaden weigern sich beide Firmen anzuerkennen und mit kleinen kosmetischen Reparaturen zu übertünchen, oder wiegeln alle geschilderten Mängel als normal ab.

Mein Mobilheim hat an der Unterkonstruktion Beschädigungen und es sind überall Spalten verzogen, an den Spalten der Fenster kommt durch diese Luft ins Innere.
Die vorgebaute Terrasse hängt samt Dach um mindestens ca 4 bis 5 cm durch. Obwohl der Rest des Mobilheim in der Waage steht. Wodurch das Wasser der Terrassen-Regenrinne in die falsche Richtung überläuft.

Der Abladevorgang quälte sich über 3 ½ Stunden (normal ist eine ½ Stunde) denn es musste in der Zeit über zwei Quer-Traversen des Aufliegers. Als Abladeort wählte das Unternehmen die 25° bis 30° schräge Einfahrt, obwohl ausreichend gerade Flächen zur Verfügung standen. Ich bezweifle, dass dieser Auflieger zu Mobilheimtransport überhaupt geeignet war. Dabei schlug mein Mobilheim mehrfach rechts und/oder links stark auf den Auflieger.
Letztendlich stürzte es dann aus 50 cm Höhe Kopfüber (Terrassenseitig) auf die Laderampen auf ca. 45° Schräge.
Diesen Lärm hat man über den gesamten Campingplatz gehört.
Der unsachgemäße Abladevorgang wurde von mir per Video dokumentiert und auch an die Firma Lacet gesendet damit sie sich ein Bild davon machen konnte.

In der Regel dauert ein Abladen keine 3 ½ Stunden wie mir die beiden Monteure der Transportfirma bestätigten, da sie mein Mobilheim mit Hilfe eines Gabelstaplers aufgeladen haben, der beim Abladen nicht zur Verfügung stand.

Mittlerweile musste ich anhand vieler aufgefallener Mängel feststellen, dass die Produktion wahrscheinlich in Zeitnot und teilweise unprofessionell durchgeführt wurde.
Z.B. kein Heizkörper ist gerade montiert, die Küche steht samt Hängeschränke schief. Hier wird mir seitens der Firma Lacet gesagt, das ich als Kunde bestimmte Toleranzen hinnehmen muss und das sie sich an keine Bauvorschriften (ISO Zertifizierungen) halten müssen. Andererseits werden aber Baurechtliche Garantien von 5 Jahren vertraglich zugesichert.
Im Unterboden wurden regelrechte Krater durch die Dämmung und Querbalken gebohrt, es wurden zu lange Schrauben verbohrt, es schauen Nägel heraus die eigentlich in die Querbalken gehen sollten.
Es wurden auch Innenwände durch zu lange Schrauben nach innen beschädigt und Durchbohrungen nur kaschiert, satt sie auszutauschen.
Die Heizung funktionierte nicht, da sie auf Erdgas (in Häusern) und nicht auf Flüssiggas (auf Campingplätzen) eingestellt war.

Offensichtliche kosmetische Mängel werden zähneknirschend und schleppend teilweise durch die Firma beseitigt. Die offensichtlichen strukturellen Mängel am Baukörper werden durch fadenscheinige Theorien abgetan.
Ich habe Lacet mehrfach aufgefordert mir das Transport-Versicherungsunternehmen zu nennen. Ich vermute, das kann Lacet aber nicht.

Wie kann ich hier nun vorgehen? Ich habe Angst das versteckte Schäden vorhanden sind. Die Schräglage von Dach und Terrasse deuten eindeutig darauf hin.
Und muss ich die unbefriedigende Verarbeitung so hinnehmen?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworte:

Sie haben aufgrund des Kaufvertrages mit der Firma einen rechtlichen Anspruch auf die Übereignung eines mangelfreien Mobilhauses.

Ob Sie sich in diesem Fall überhaupt auf die Transportfirma bzw. deren Versicherung verweisen lassen müssen, kommt auf die vertragliche Konstruktion an.

Wenn Sie lediglich einen Vertrag mit der Firma Lacet abgeschlossen haben, dann ist diese Firma ihr Ansprechpartner.

Nach ihrer Darstellung liegen hier diverse Sachmängel vor, u.a. Beschädigung an der Unterkonstruktion, Spalten an den Fenstern, keine Heizkörper, Schräglage der Küche etc.

Wenn Sachmängel vorliegen ergeben sich die Rechte des Käufers aus § 437 BGB .

Innerhalb der aufgezählten Rechte besteht ein Stufenverhältnis, aus dem sich gemäß § 437 Nr. 1 BGB ein Vorrang der Nacherfüllung ergibt (BGH NJW 2005, 1348 ).

Nacherfüllung bedeutet, daß der Käufer zunächst nach seiner Wahl das Recht hat, die Lieferung einer mangelfreien Sache, oder die Beseitigung des Mangels zu verlangen.


Hier ist zu beachten:

Grundsätzlich hat nach dem Kaufrecht und der Regelung in § 439 Abs. 1 BGB der Käufer das Wahlrecht, ob er die Beseitigung des Mangels, oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangt:

„(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen."


Dieses Recht des Käufers kann der Verkäufer gemäß § 439 Abs. 4 BGB nur aus besonderen Gründen zurückweisen:

„(4) Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen werden könnte."

Diese Einrede wäre jedoch Sache des Verkäufers und braucht Sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu kümmern.

Daher würde ich Ihnen empfehlen eine Liste der o.g. Mängel anzufertigen und den Verkäufer gemäß §§ 437 , 439 BGB im Wege der Nacherfüllung zur Lieferung eines mangelfreien Mobilheims aufzufordern.

Diese Aufforderung sollte schriftlich und nachweisbar per Einwurf/Einschreiben sowie unter Fristsetzung von 4 Wochen erfolgen.

Kündigen Sie in dem Schreiben ebenfalls an, daß Sie sich bei der Verweigerung der Nacherfüllung den Rücktritt vom Kaufvertrag vorbehalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt



Rückfrage vom Fragesteller 11.05.2020 | 14:35

Ich habe mit der Transportfirma einen gesonderten Vertrag geschlossen und den Schaden dort gemeldet.

Sollte ich die Mängellisten an beide Firmen senden? Da ich nicht erahnen kann, was Fertigungsmangel und Folge des Sturzes sein kann?


Haben Sie herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort und Hilfe!!!
Beste Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.05.2020 | 14:50

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Sie haben Recht, es ist auch nicht ihre Aufgabe herauszufinden welche der Firmen für die jeweiligen Schäden verantwortlich ist.

Hier würde ich eher die Herstellerfirma in der Pflicht sehen, wobei man sich fragen muß, ob es aus der Sicht des Herstellers Sinn macht, wenn man in einem groß angelegten Gutachten eine Schadensersatzpflicht der Transportfirma nachweist, die ja schließlich eine Tochterfirma des eigenen Unternehmens ist.

Daher würde ich Ihnen empfehlen der Herstellerfirma eine komplette Liste der Mängel zu übermitteln und die Lieferung eines mangelfreien Mobilhauses zu verlangen.

Wenn die Firma Ihnen ein neues Mobilhaus liefert sind damit auch die Transportschäden erledigt.

Sollte die Firma die Nacherfüllungsansprüche schlichtweg ablehnen, wäre ein Vertragsrücktritt zu überlegen. In diesem Fall könnten Sie den Kaufpreis zurückfordern.


Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.05.2020 | 10:05

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