Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Transportschaden 'schwerer elektronischer Leistungsverstärker'

| 28.07.2011 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von


18:23
Hallo!

Ich habe folgendes Problem: auf einer Auktion habe ich einen HF Leistungsverstärker ersteigert. Die Abwicklung mit Bezahlung und Transportauftrag über einen bekannten Internet-Speditionsvermittler dauerte in etwa einen Monat, bis das knapp 500 kg schwere Gerät auf die Reise per Spedition ging.

Es wurde zu diesem Zweck vom Versender auf eine genau passende Einwegpalette gestellt und über einen Speditionsvermittlungsdienstleister in Auftrag gegeben. Das Gerät ist ungefähr 2m hoch und 50 cm tief und etwa 70 cm breit.

Leider lief der Transport nicht so wie gewünscht: der Verstärker kam bei mir liegend in Noppenfolie gewickelt auf einer Europalette (vorn und hinten überstehend) an.
Da ich nicht wusste, dass der Sender stehend verschickt worden war und von aussen an der Noppenfolie keine größeren Beschädigungen sichtbar waren, quittierte ich dem Fahrer den Empfang der Sendung. (Erst später durch meine Nachfrage beim Versender erfuhr ich, dass man den Verstärker stehend auf einer Einwegpalette verschickt hatte.)

Beim öffnen der Folie stellte sich nach der Abfahrt des Fahrers dann heraus, dass es sehr viele frische Kratzer auf dem Gehäuse gab. Das war aber nicht einmal das große Problem: Anscheinend hatte man beim hinlegen oder umladen auf die Europalette einen Luftschacht oben am Gerät zum Anheben mit einem Gabelstapler "mißbraucht". Innen sind einige Bleche ausgerissen (man sieht die Einscherung, die vermutlich durch eine Gabelstaplergabel hervorgeurfen wurde, sehr deutlich) und einige Bauteile, die im Abluftkamin angeordnet waren, sind zerstört worden.

Wann das genau auf dem Transport geschehen sein könnte, kann ich nicht sagen. Ich habe aber herausgefunden, dass das Gerät zunächst per LKW beim Versender abgeholt wurde, dann anscheinend auf die Bahn umgeladen wurde und danach wieder auf einen LKW, um die Fracht zu mir zu transportieren.

Das Problem ist, dass das Gerät schon in den nächsten 4 Wochen in Betrieb genommen werden sollte, der Speditionsvermittler aber mitteilt, dass die Schadensabwicklung mindestens 4 -6 Wochen dauern soll. Abgesehen davon will man keinen Schadensgutachter, der den Schaden genau aufnimmt, beauftragen oder bezahlen. Dazu kommt dann noch, dass die Reparatur des Schadens eventuell sehr teuer kommen kann und ein Marktwert für diese Art von Geräten eher schwierig zu ermitteln ist.

Auf jeden Fall dürften die Reparaturkosten deutlich über dem Kaufpreis liegen, der allerdings schon mehr als 1 Monat vor dem Transport vereinbart worden war.

Die Ganze Geschichte ist deswegen schon sehr vertrackt:

Ist die Handlunsgweise der Spedition grob Fahrlässig, wenn man eine beliebige Öffnung am Gerät benutzt, um es hochzuwuchten? (Bei einem Auto würde auch keiner auf die Idee kommen, die Scheiben runterzudrehen und es dann mit einem Gabelstapler durch die Festeröffnung anzuheben und umzusortieren)

Muss man Ansprüche gegenüber dem Vermittler (der den Auftrag angenommen hatte) oder der ausführenden Spedition geltend machen?

Und welche Kosten werden ersetzt: Reparaturkosten, Wertersatz des Verstärkers zu einem Preis eines gleichwertigen Gerätets oder nur der gezahlte Kaufpreis? Was ist mit einem Schadensgutachter?

Kann man auch Schadensersatz geltend machen, wenn die Spedition bzw der Vermittler die Sache hinzieht und deshalb irgendwie Ersatz durch Miete etc beschafft werden muss?

Gibt es jemanden, der mir helfen kann, hier Licht ins Dunkle zu bringen?

28.07.2011 | 15:46

Antwort

von


(527)
Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:


Zu 1: Muss man Ansprüche gegenüber dem Vermittler (der den Auftrag angenommen hatte) oder der ausführenden Spedition geltend machen?

Es kommt darauf an, mit wem Sie einen Vertrag haben, da es schließlich um vertragliche Ansprüche geht. Wenn Sie einen Speditionsvertrag mit dem Spediteur haben, den der Vermittler eben nur vermittelt hat, dann sind die Ansprüche gegen den Spediteur zu richten.

Zu 2: Ist die Handlunsgweise der Spedition grob Fahrlässig, wenn man eine beliebige Öffnung am Gerät benutzt, um es hochzuwuchten?

Entscheidend ist, ob der Spediteur haftet. Grundsätzlich haftet der Spediteur, wenn das Transportgut während seiner Obhut beschädigt wird. Diese Haftung ist ausgeschlossen, wenn er eine Beschädigung trotz größter Sorgfalt nicht vermeiden konnte.

Nach Ihrer Schilderung haftet der Spediteur. Er hat nicht für eine sichere und ordnungsgemäße Lage gesorgt und insbesondere die von Ihnen beschriebene Verladung mit einem Gabelstapler spricht nicht für eine Anwendung der erforderlichen Sorgfalt.


Zu 3: Umfang der Haftung

Der Spediteur haftet bzgl. der Beschädigung des Geräts auf Wertersatz, d.h. der Differenz zwischen dem Wert des beschädigten und dem Wert des unbeschädigten Geräts. Entscheidend ist dabei der Marktpreis, wobei eine Vermutung besteht, daß der Kaufpreis der hier relevante Marktpreis ist.

Für Ihren Fall würde dies bedeuten: Wenn die Reparaturkosten höher sind als der Kaufpreis, wäre der Kaufpreis zu ersetzen.
Die Schadensfeststellungskosten sind gleichfalls zu ersetzen. Es ist allerdings zu beachten, daß gewisse Haftungshöchstgrenzen bestehen, die auch die Feststellungskosten mit einbeziehen.

Demgegenüber kann für Beschädigungen kein Schadensersatz verlangt werden, also kein Ersatz von reinen Vermögensschaden, außer es liegt eine sogenannte Leichtfertigkeit vor (die im Einzelnen schwer nachweisbar ist). Es ist daher nur der zuvor beschriebene Wertersatz zu leisten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung gerne zur Verfügung.
Sie können mich bei weiteren Fragen auch über die Direktanfrage kontaktieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, noch einen schönen Tag und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de



Rückfrage vom Fragesteller 28.07.2011 | 16:23

Hallo Herr Mack!

Vielen Dank für Ihre Antwort, die hilft mir schonmal sehr weiter!
Könnten Sie noch die Frage zum Kaufpreis bzw Wertersatz verdeutlichen? Soweit ich gelesen habe, muss der Marktpreis ersetzt werden, oder, wenn das Gut unmittelbar vor der Übernahme verkauft wurde, kann das auch der Kaufpreis sein.

Wie lange ist dann das "unmittelbar", also wenn der Auktionspreis vor knapp 6 Wochen bei 1500 € lag, der Marktpreis bei Versand des Gerätes vor einer Woche bei zB 3000 € lag (ermittelt durch verbliebene, am Markt verfügbare gleichwertige Geräte) und eine Reparatur beispielsweise bei 4000 €?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.07.2011 | 18:23

Sehr geehrter Ratsuchender,

freut mich, wenn ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Wie ich Ihren Ausführungen entnehme haben Sie sich bereits mit der entsprechenden Regelung auseinander gesetzt.
Wie erwähnt sind nicht die Kosten für die Reparatur zu ersetzen, da diese höher liegen als der Wert des Geräts.

Nach der gesetzlichen Regelung ist grundsätzlich der Marktpreis zu ersetzen. Bzgl. des Kaufpreises besteht eine gesetzliche Vermutung, daß der Kaufpreis dem Marktpreis entspricht.
Diese Vermutung ist allerdings widerlegbar, durch konkrete Nachweise, nicht einfaches Bestreiten.

Wenn das Gerät vor wenigen Wochen ersteigert wurde sollte dies noch unmittelbar im Sinne der Regelung sein, da sich der allgemeine Marktpreis und der Wert des konkreten Geräts sicherlich nicht stark verändert hat.

Daher würde man aufgrund des Auktionspreises zu einem Wert des Geräts von Euro 1500,- kommen.

Wenn Sie nun einen höheren Markpreis geltend machen wollen müßten Sie dies nachweisen.
Aus dem von Ihnen gebildeten Beispiel, daß ein gleichwertiges Gerät derzeit nur für Euro 3000,- zu bekommen ist, folgt nicht automatisch ein genauso hoher Marktpreis(die verfügbaren Geräte könnten z.B. derzeit überteuert angeboten werden und nicht dem „normalen" Marktpreis entsprechen).

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.07.2011 | 00:53

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Thomas Mack »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 30.07.2011
5/5,0

ANTWORT VON

(527)

Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Vertragsrecht, Kaufrecht, Wirtschaftsrecht, Urheberrecht, Internationales Recht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Baurecht