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Transportkostenübernahme während Garantie


| 31.10.2007 10:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Im August diesen Jahres erwarb unser Sohn im Mediamarkt Heidelberg ein TV-Gerät.
Vor 2 Wochen "stieg" der Fernseher aus und da es sich um ein relativ großes und schweres Gerät handelt, war ein Transport in die Mediamarkt-Filiale nicht möglich, zumal unser Sohn kein Auto besitzt.
Vom Mediamarkt wurde die Telefonnummer der zuständigen Vertragswerkstatt mitgeteilt, die unser Sohn auch kontaktierte und die nach 3 Tagen zwei Servicetechniker in die Wohnung schickte. Eine Reparatur des Gerätes war vor Ort nicht möglich, so dass eine Mitnahme in die Werkstatt erfolgte.
Bei der Terminvereinbarung für die Rücklieferung des Fernsehers wurde unserem Sohn von der Werkstatt mitgeteilt, dass es sich zwar um eine Garantiereparatur handelt, er aber für die Transportkosten in Höhe von 39 Euro aufkommen müsse.
Das mag nicht viel erscheinen. Unser Sohn ist aber Student und muss quasi jeden Euro zweimal umdrehen.

Unsere Frage: Verhält es sich tatsächlich so, dass der Käufer für die Transportkosten innerhalb der Garantiefrist selbst aufzukommen hat ?
Wenn nicht, wie soll sich unser Sohn richtig verhalten ? Bei Rücklieferung durch die Werkstatt die Zahlung der Transportkosten verweigern oder zahlen, und sich den Betrag von Mediamarkt erstatten lassen ?

Vielen Dank.
31.10.2007 | 10:32

Antwort

von


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Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt und diese eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die Antwort auf Ihre Frage ergibt sich unmittelbar aus dem Gesetz, nämlich aus der Vorschrift des § 439 Abs. 2 BGB - Anspruch aus gesetzliche Gewährleistung :

§ 439 BGB

" Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

(3) 1Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. 2Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen werden könnte. 3Der Anspruch des Käufers beschränkt sich in diesem Fall auf die andere Art der Nacherfüllung; das Recht des Verkäufers, auch diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1 zu verweigern, bleibt unberührt.

(4) Liefert der Verkäufer zum Zwecke der Nacherfüllung eine
mangelfreie Sache, so kann er vom Käufer Rückgewähr der mangelhaften Sache nach Maßgabe der §§ 346 bis 348 verlangen.
Der Verkäufer des Fernsehgerätes muss also die Transportkosten bezahlen."

Ihr Sohn sollte bei Übergabe des Gerätes auf die Rechtslage aufmerksam machen.

Für den Fall, dass das mit der Reparatur betraute Unternehmen das Gerät ohne Bezahlung der Transportkosten nicht übergeben sollte, so könnte wie folgt vorgegangen werden:

Die Transportkosten werden unter dem V o r b e h a l t ausgelegt, dass sie später vom Verkäufer erstattet werden. Die „Vereinbarung “ sollte unter Bezugnahme auf die Regelung des § 439 BGB schriftlich festgehalten werden. Dass der Verkäufer Transport - , Wege,- Arbeits – und Materialkosten tragen muss ist übrigens eine zwingende, also auch über AGB oder Individualvertrag nicht abdingbare Vorschrift ; so § 475 Abs. 1 BGB.

Auf einen Beleg, der die Zahlung ggf. bestätigt, sollte der Sohn unbedingt bestehen.


Sollte der Verkäufer die Kosten nicht übernehmen, so sollte diesem eine angemessen lange Frist ( ca. 14 Tage ) gesetzt werden, um zu zahlen. Wenn dieser Zahlungsaufforderung nicht Folge geleistet wird, so empfehle ich, ein Rechtsanwalt mit der Durchsetzung berechtigter Ansprüche zu beauftragen.

Die Kosten für die Rechtsverfolgung, so auch die Rechtsanwaltsgebühren, könnten dann nämlich vom Verkäufer mit günstigen Erfolgsaussichten eingefordert werden.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich im Rahmen dieses Forums eine Nachfrage zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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