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Transferfehler plus Zeitverzögerung

| 6. Juli 2017 09:49 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung:

Die Frage behandelt die Zulässigkeit einer Änderung des Reisepreises und die Möglichkeit des Rücktritts im Fall der Änderung der Reiseleistung.

Guten Tag,

Im Dezember 16 habe ich im Reisebüro eine Reise nach Amerika gebucht. Erst 5 Tage New York dann sollte es zum chillen zu den Bahamas. Bei Nachfragen wie lange der Transfer von New York zu den Bahamas und zum Hotel ist lautete 3 Std. So steht es auch im Angebot und in der Buchungsbestätigung.....nun soll die Reise am 18.7 losgehen und ich bekam einen Anruf aus dem Reisebüro, das ich noch einen Inlandflug bezahlen soll.
Meine Antwort darauf, dass ich alles bezahlt habe inclusive Transfer wurde nicht geglaubt.
Man hat festgestellt, dass ich zusätzlich noch von Nassau nach Freeport fliegen müsste und dieser Transfer wurde weder erwähnt noch mitgebucht, zusätzliche Kosten von ca. 500€
Außerdem eine Reisezeit von ca. 14 Std d. h von 9 Tagen all inclusive fallen 2 Tage weg, der Stress zudem und das möchten wir nicht auf uns nehmen, es war nie die Anrede von so einem Marathon zu den Bahamas sondern von 3 Std. Auch war nicht die Rede von 6 Flügen.
Ich bin total enttäuscht, die Reise hat fast 5000€ gekostet und ich habe keine Reiserücktrittversicherung. Was kann ich tun?
Beste Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie beschreiben hier zwei Problemfelder, zum einen die Änderung des Reisepreises und zum anderen die Änderung der vereinbarten Leistung.

Das Ergebnis kurz vorab: Der Reiseveranstalter ist grundsätzlich an den geschlossenen Reisevertrag gebunden. Sofern Reiseleistungen erheblich geändert werden, kann Ihnen hier ein Rücktrittsrecht zustehen.

Ein Reisevertrag kommt grundsätzlich durch Angebot und Annahme zustande. Mit der Reisebestätigung des Reiseveranstalters nimmt dieser das Angebot des Kunden an und der Reisevertrag wird zu den entsprechenden Konditionen geschlossen. Der Reiseveranstalter ist dann grundsätzlich an den geschlossenen Reisevertrag gebunden.

Preiserhöhungen können grundsätzlich nur dann geltend gemacht werden, wenn dies mit genauen Angaben zur Berechnung des neuen Preises im Vertrag vorgesehen ist. Eine Preiserhöhung, die ab dem 20. Tage vor dem vereinbarten Abreisetermin verlangt wird, ist grundsätzlich unwirksam (vgl. § 651a Abs. 4 BGB ).

In der Mitteilung, dass weitere Zahlungen zu tätigen sein, liegt wiederum ein neues Angebot. Dieses müssen Sie nicht annehmen, sondern können auf dem geschlossenen Reisevertrag bestehen.

Grundsätzlich ist der Vertrag also für den Reiseveranstalter bindend und der Kunde kann auf die Durchführung des Vertrages zu den vereinbarten Konditionen bestehen.

Möglicherweise hat sich der Reiseveranstalter jedoch erhebliche Änderungen wesentlicher Reiseleistungen in Individualvereinbarungen vorbehalten. Dieses muss er dem Kunden dann unverzüglich nach Kenntnis vom Änderungsgrund erklären. Ausschlaggebend ist insofern die Zumutbarkeit einer Anpassung für den Kunden. Handelt es sich demnach um eine erhebliche und wesentliche Bestandteile betreffende Änderung, ist grundsätzlich von einer Unzumutbar- und somit Unwirksamkeit auszugehen.

Handelt es sich um eine zulässige aber erhebliche Leistungsänderung, steht dem Kunden ein Reiserücktrittsrecht zu (vgl. § 651a Abs. 5 S. 2 BGB ), er kann stattdessen, jeweils unverzüglich nach der Erklärung des Reiseveranstalters, die Teilnahme an einer mindestens gleichwertigen anderen Reise verlangen, sofern der Reiseveranstalter ihm eine solche ohne Mehrkosten für den Reisenden aus seinem Programm anbieten kann.

Im Falle einer unzulässigen Abänderung des Leistungsumfangs hat der Kunde ein Wahlrecht: Entweder er beruft sich gleichermaßen auf das Rücktrittsrecht bzw. verlangt eine vergleichbare Reisemöglichkeit, oder er tritt die geänderte Reise an und macht von seinen Anspruch auf Abhilfe (vgl. § 651c BGB ) Gebrauch.

Unabhängig von den zuvor genannten Rücktrittsgründen haben Sie auch das grundsätzliche Recht, vor Reisebeginn jederzeit vom Vertrag zurücktreten (vgl. § 651i BGB ). Nehmen Sie dieses Recht in Anspruch, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch grundsätzlich eine angemessene Entschädigung verlangen. Eine möglicherweise vereinbarte pauschale Berechnung muss dabei dem typischen Schaden, der des Reiseveranstalters durch den Rücktritt des Kunden entsteht, entsprechen. Der Nachweis, dass dies der Fall ist, obliegt dem Veranstalter. Entsprechende Rücktrittspauschalen sollten Sie ggf. auf Ihre Unwirksamkeit prüfen lassen.

Möglicherweise wird das Reisebüro auch versuchen, den Reisevertrag nachträglich wegen eines Irrtums anzufechten. Die Anfechtung eines Reisevertrages kann jedoch nur im Einzelfall und bei Vorliegen eines zur Anfechtung berechtigenden Irrtums erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Fehler auch tatsächlich auf einem Irrtum beruht. Offensichtlich verlangt der Reiseveranstalter weitere Zahlungen, weil er die Reise aufgrund höherer Flugkosten nicht zu dem bestätigten, niedrigeren Reisepreis anbieten kann. Dementsprechend könnte hier ein sog. Kalkulationsirrtum vorliegen. Dieser berechtigt den Reiseveranstalter allerdings regelmäßig nicht zur Anfechtung des Reisevertrages. Etwas anderes kann gelten, wenn der Kunde bereits bei Vertragsschluss erkennt oder erkennen muss, dass die Erklärung des Reiseveranstalters auf einem derartigen Irrtum beruht und er deshalb annehmen muss, dass dem Reiseveranstalter die Durchführung des Vertrages unzumutbar ist. Einen solchen Fall kann ich hier allerdings nicht erkennen.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen verständlich beantwortet habe. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 6. Juli 2017 | 14:20

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort,

Zusammengefasst stehen die Sterne für mich also gut.
Entweder bekomme ich ein vergleichbares Angebot oder ich kann vom Vertag zurücktreten, oder?
Eine Kündigung von Reisebüro durch den Irrtum der falschen Buchung bzw. Fehlbuchung könnte mir auch noch passieren oder?
Wie verhalte ich mich bei einer nicht zufriedenstellenden Lösung seitens des Reisebüros, sprich sie besorgen meiner Tochter und mir den zusätzlichen Flug zur Zielinsel mir aber der Aufwand und der damit verbundene Zeitfaktor nicht entschädigt wird?

Tritt meine Rechtschutzversicherung in Kraft?
Muss ich Stornokosten zahlen.

Viele herzliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 6. Juli 2017 | 15:17

Vielen Dank für Ihre Rückfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Nach meiner ersten Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes müssen Sie Änderungen (Preis und Reiseleistungen) nicht hinnehmen.

Der Reiseveranstalter ist grundsätzlich an den geschlossenen Reisevertrag gebunden. Sofern die Reiseleistungen erheblich geändert werden, kann Ihnen hier grundsätzlich ein entsprechendes Rücktrittsrecht zustehen. Sofern Sie sich für die Reise entscheiden, könnte hier zumindest eine Minderung des Reisepreises in Betracht kommen.

Anstelle des Rücktrittsrechts können Sie bei einer erheblichen Änderung der Reiseleistungen grundsätzlich auch die Teilnahme an einer mindestens gleichwertigen anderen Reise verlangen.

Grundsätzlich besteht eine Einstandspflicht des Reiseveranstalters für Reisemängel, wobei eine Haftungsentlastung des Reisveranstalters bei bloßen Unannehmlichkeiten allgemein anerkannt ist. Bei Vorliegen eines Reisemangels muss der Reisende grundsätzlich (zunächst) Abhilfe verlangen (vgl. § 651c BGB ). Das Abhilfeverlangen ist dabei auf die Behebung des Mangels zu richten.

Ist keine Alternative (Abhilfe) möglich und Sie nehmen die Änderung an, so können Sie grundsätzlich eine Reisepreisminderung verlangen (vgl. § 651d BGB ). Alternativ könnten Sie auch kündigen (vgl. § 651e BGB ). Sofern ein mit dem Mangel zusammenhängenden Schaden entsteht, können Sie grundsätzlich auch Schadensersatz verlangen (vgl. § 651f Abs. 1 BGB ). Weiterhin kann man grundsätzlich auch im Fall nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit Schadensersatz verlangen (vgl. § 651f Abs. 2 BGB ).

Sofern Sie von Ihrem Rücktrittsrecht nach § 651i BGB Gebrauch machen, könnten möglicherweise die von Ihnen angesprochenen Stornokosten auf Sie zukommen (vgl. meine erste Antwort).

Sofern eine Anfechtung durch das Reisebüro erfolgt (was Sie hier wohl mit Kündigung meinen), wäre zu prüfen, ob ein entsprechender Anfechtungsgrund tatsächlich gegeben ist.

Ob Ihre Rechtsschutzversicherung hier bei einem Rechtsstreit Deckung bietet, hängt grundsätzlich von den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab. Sofern Sie keine Einigung erzielen, könnte man hier eine entsprechende Deckungsanfrage (am besten über einen Rechtsanwalt) stellen.

Bitte beachten Sie, dass eine abschließende Beurteilung hier nur bei genauer Prüfung des Vertragstextes und der Sachlage möglich ist. Dieser Dienst kann Ihnen hier lediglich eine erste Einschätzung an die Hand geben.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Für eine ggf. positive Bewertung wäre ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 6. Juli 2017 | 15:33

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