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Tragen eines Dr.-Titels aus den USA


| 21.02.2006 18:17 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bin Oberstudienrat an einem dt. Gymnasium und habe letztes Jahr in einem meiner Fächer an einer akkreditierten Privatuniversität in den USA promoviert. Ich erhielt die Promotionsurkunde zum "Doctor of Philosophy" (PhD) für eine Dissertation in Theologie. Ich habe alle erforderlichen Unterlagen wie Doktorarbeit (Thesis), Promotionsurkunde, Akkreditierungsbescheinigung des "Office of the Secretary of State" des "State of Delaware/USA" beim Einwohnermeldeamt unserer (Groß-)Stadt eingereicht. Der entsprechende Abteilungsleiter hat die Unterlagen eingehend geprüft - andere zeitgleiche Mitbewerber z.B. mit Urkunden osteurop. Universitäten haben keinen Anerkennung erhalten - und die Eintragung des Dr.-Titels als Namenszusatz veranlasst. Meine Frage lautet:
Darf ich nach Ihrer Einschätzung auf der Grundlage dieser Eintragung in meinen Personalausweis für private Zwecke den Dr.-Titel führen?
Zur Info: Es handelt sich nicht um einen gekauften Titel oder den Titel einer obskuren amerikanischen Kirche oder ein Berufsdoktorat!

Vielen Dank im Voraus,
hochachtungsvoll.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

Es gibt bundesweit kein einklagbares Recht akademische Grade,in den Personalausweis eintragen zu lassen, weil diese rechtlich keine Namensbestandteile sind.

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht und des Bundesgerichtshofs (Bundesverwaltungsgericht, Entscheidung vom 24.10.1957 und 11.4.1969, BVerwGE, Bd. 5, 1957/58, S. 291 bis 293.; Bundesgerichtshof, Beschluss vom 19.12.1962) besteht kein Rechtsanspruch auf eine derartige Namensergänzung in den Ausweispapieren. Akademische Grade sind weder Bestandteil des Namens noch eine Berufsbezeichnung.

Entgegen der Gesetzesgrundlage ist es dennoch in aller Regel möglich, bei dem Einwohnermeldeamt, gegen Vorlage einer Promotionsurkunde, eine Eintragung in den Personalausweis und/oder Reisepass zu erwirken.

Die Behörde kann sich allerdings aufgrund der geltenden Rechtssprechung weigern, eine Ausweisvermerkung vorzunehmen. Der Dr.-Titel ist zur Identifikation der Person nicht erforderlich. Zudem beinhaltet der Geburtsname nicht den Zusatz "Dr.".

Die Verwaltungsvorschrift zur Ausführung des Gesetzes über das Paßwesen (§ 5 Abs. 1 Nr. 9) betreffend den Dr.-Grad, Neufassung vom 03.07.2000 (§ 6 Abs. 2 Nr. 2.3) durch den Bund, sagt hingegen aus, dass bei Paßbewerbern die den akademischen Grad des Doktors führen, der Doktorgrad) vor dem Namen in der Abkürzung „Dr." ohne weiteren Zusatz eintragbar ist.

Insoweit dürfen Sie den Doktorgrad nutzen, ob dieser hingegen in den Personalasuweiß oder Reisepasse eingetragen wird, obliegt der Entscheidung der Einwohnermeldbehörde.

Gegenwärtig wird das Thema der Eintragung eines Dr.-Grades generell diskutiert. Es besteht eine Tendenz, in Zukunft vollständig auf Eintragungen zu verzichten. Nachdem früher auch Diplomgrade einen Einzug in Ausweispapiere fanden, reduzierte sich dies in den letzten Jahren auf Dr.-Grade. Die erwartete Neuregelung wäre ein weiterer Schritt, auf akademische Würden in persönlichen Identifikationspapieren zu verzichten.

Leider konnte ich die entsprechende Verwaltungsvorschrift in der Kürze der Zeit nicht beifügen, könnte diese aber, soweit Sie dies wünschen nachreichen.

Bei Fragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 21.02.2006 | 20:34

Ganz herzlichen Dank für die sehr schnelle und kompetente Antwort!! Vielleicht habe ich mich unscharf ausgedrückt. Ich habe die Eintragung des Dr.-Titels bereits durch das Einwohnermeldeamt. Darf ich also für private Zwecke, z.B. bei Unterschriften oder auf einer Visitenkarte mit Dr. unterschreiben?

Mit freundlich Grüßen - ich werde Sie weiter empfehlen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2006 | 20:59

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt.

Durch die Anerkennung des Doktorgrades und Einragung dürfen Sie den Doktorgrad vollumfänglich, also auch privat nutzen. (Visitenkarten, Scheck-. und Kreditkarten etc.)

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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Hochachtungsvoll "