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Totalschaden - Schadensersatzforderung an Freundin des Sohns

| 12.07.2011 20:21 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo,
ich hatte meinem Sohn für einen bestimmten Zweck mein Auto geliehen. Er lässt damit dann ohne mein Wissen seine Freundin fahren, die keinen Führerschein hat. Sie produziert einen Totalschaden (keine Geschaedigten, keine Polizei). Schrottwert 500 €.
Die beiden Jugendlichen (je 22 Jahre alt, Schüler und Studentin) erklären für 2500€ (incl. des Schrottwerts) ein Ersatzauto kaufen zu wollen. Mein Mann und ich schalten einen Gutachter ein, der den Schaden auf 4.000€ taxiert. Da unser Sohn durch das Überlassen des Autos eine Mitschuld trägt, sind sich die beiden Jugendlichen einig, dass sie den Schaden je zur Hälfte tragen wollen. Als wir aber darauf bestehen, dass der Schadenersatz in der vom Gutachter festgelegten Höhe zu leisten ist, verweigern sich die Freundin total. Wir haben ihr die Schadensersatzforderung per Gerichtsvollzieher zustellen lassen und haben ihr ihr eine Frist gesetzt, die ersten 1000 € zu bezahlen (wollte ihr angeblich ihr Vater geben) und danach eine Ratenzahlung über die Restsumme mit uns zu vereinbaren. Diese Frist hat sie verstreichen lassen, ebenso eine zweite. Auch beantwortet sie weder mails noch Telefonanrufe. Seit dem Unfall sind nun mehr als 2 Monate vergangen.
Wie können wir diese 2000€ von der Freundin unseres Sohns eintreiben?
Welches ist der gängige Weg? Mahnbescheid?, Klage? etc?
Wir haben kein Interesse daran, die jungen Leute zu kriminalisieren (Fahren ohne Führerschein), zumal unser Sohn wegen der Überlassung des Autos an eine Frau ohne Führerschein eine Mitschuld trägt und wohl ebenfalls in Schwierigkeiten geraten würde.
Daher die Frage: Ist eine Klage - oder was auch immer der gängige Weg wäre - möglich, ohne das die Tatsache des Fahrens ohne Führerschein zur Sprache kommen würde?
Wie ist es mit Verjährung? Bei einer Studentin wäre ja auch bei einer Pfändung wenig zu holen.
Wir sind zu großzügigen Stundungen bereit (Z.B. Abzahlung über 2 oder mehr Jahre - beide haben Nebenjobs), wissen aber nicht, wie wir unsere Forderung grundsätzlich durchsetzen können bei einer jungen Frau, die nun einfach den Kopf in den Sand steckt.
Vielen Dank für einen Rat!


Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Im vorliegenden Fall rate ich, Antrag auf Erlaß eines Mahnbescheids gegen die Schadenverursacherin, also gegen die Freundin Ihres Sohns, zu stellen.

Steckt die Freundin auch weiterhin den Kopf in den Sand, haben Sie die Möglichkeit, recht schnell einen vollstreckbaren Titel, den Vollstreckungsbescheid, zu erhalten.

Aufgrund des Vollstreckungsbescheids erteilen Sie Zwangsvollstreckungsauftrag verbunden mit dem Antrag auf Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung. Spätestens mit Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung wissen Sie, wie die Zwangsvollstreckung (ggf. Kontenpfändung) fortgesetzt werden kann.


2.

Sollte die Freundin gegen den Mahnbescheid Widerspruch oder gegen den Vollstreckungsbescheid Einspruch einlegen, ginge die Sache in das Klageverfahren über.

Der strafrechtliche Aspekt muß dabei keineswegs zur Sprache kommen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.07.2011 | 21:14

Hallo,
Sie sagen "der strafrechtliche Aspekt muß dabei keineswegs zur Sprache kommen". Aber: kann er denn zur Sprache kommen?
Der Hintergrund für diese Frage ist die Tatsache, dass sich die Freundin unsere Sohns so sehr sicher zu sein scheint. Sie hat auch sehr früh schon ihren Bruder, der Rechtsanwalt ist, ins Spiel gebracht. Der hat als erstes dafür gesorgt, dass unser Sohn anerkennen musste, dass er die Hälfte des Schadens zu tragen hat.
Daß sie sich nun so total verweigert, lässt bei uns den Verdacht keimen, dass ihr Rechtsanwaltsbruder der Meinung ist, wir würden auf keinen Fall vor Gericht gehen (obwohl wir das bereits angesprochen haben), da wir sonst befürchten müssten, dass dort die strafrechtliche Seite zur Sprache kommen könnte. Sie geht vermutlich davon aus, dass wir dieses Risiko zugunsten unseres Sohns nicht eingehen werden.
Also: besteht die Möglichkeit, dass die strafrechtliche Seite bei einer Klage eine Rolle spielt? - evtl. sogar dadurch, dass die Freundin (aus Rache???) diesen Punkt selbst ins Spiel bringt?
Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.07.2011 | 21:25

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Der strafrechtliche Aspekt könnte zur Sprache kommen, wenn die Angelegenheit in das Klageverfahren überginge und wenn der Zivilrichter den Vorgang an die Staatsanwaltschaft weiterleitete. Das ist aber höchst unwahrscheinlich und deshalb allenfalls ein theoretischer Gesichtspunkt.


2.

Natürlich könnte die Freundin gegen Ihren Sohn Strafanzeige erstatten. Nur wäre das ein "klassisches Eigentor", da dann gegen die Freundin wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt würde.


3.

Fazit: Ich hätte keine Bedenken, die Ansprüche im Wege des gerichtlichen Mahnverfahrens geltend zu machen. Die Freundin wartet halt ab, ob Sie etwas unternehmen. Eine großartige Strategie verbirgt sich hinter diesem Verhalten nicht.

Vermutlich wird die Freundin, sobald der Mahnbescheid zugestellt worden ist, um Ratenzahlung bitten.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.07.2011 | 21:33

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