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Total erfolglose Suchmaschinenoptimierung (SEO) - PLZ 44...


07.12.2017 16:03 |
Preis: 60,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen kleinen UND/ABER SERIÖSEN Schlüsseldienst (einfache Türöffnung
für ca. 50 EURO). Auch zur schlimmsten Zeit und aufwendigste Öffnung kostet
unter 200 EURO inkl. Anfahrt.

Um für potentielle Kunden präsenter zu sein, habe ich mir gedacht, dass es
die richtige Zeit für eine Suchmaschinenoptimierung sei. Ein bißchen recherchiert
und eine professionell anmutende lokal ansässige Firma kontaktiert.

Das Angebot war sehr verlockend...

"Klare Ziele bei Ihrer Optimierung
Wir optimieren Ihre Webseite (http://www....de) mit dem Ziel die vereinbarten Keywords
in den nächsten 2 – 6 Monaten unter die Top 10 Positionen und in dem darauffolgendem
6 – 12 Monat auf die Top 3 Positionen in der Suchmaschine Google zu positionieren.
Bei allen Abweichungen finden selbstverständlich kostenfreie Nachbesserungen und
Nachoptimierungen für das vereinbarte Endziel durch die [FIRMA X] statt."

Laut eingefügter Grafik ist die Möglichkeit, bei google gefunden zu werden, wenn man auf
Platz 10 steht, nur noch bei 20%. Danach sieht's also dunkel aus.

Kostenpunkt: ca. 2.500 EUR / Jahr inkl. MWSt., 12 Monate Laufzeit, 4 Wochen Kündigungsfrist

DAS TRAURIGE ENDE VOM LIED:
Bei google und Co. nach einem Jahr nicht unter den Top 100, trotz mehrfacher Ermahnung
und kostenlosen Turbo-Nacharbeiten.

Hab dann halt gekündigt, damit es bei dem einen Jahr bleibt.

Auf Nachfrage habe ich Arbeitsprotokolle erhalten. Die externen Links auf meine Seite sind
durchgehend auf dritt- bis viertklassigen Internetseiten gesetzt worden, á la ...
www.fleischfarbene-untrhosen-1b-3.de (ich übertreibe etwas).

Bin leider kein Experte. Sonst hätte ich das ja selbst gemacht mit der Optimierung.
Man kann aber durch google überprüfen lassen, ob die Interseite für Mobilgeräte optimiert
ist. Dies ist laut google (sehr) wichtig für die Platzierung. Der Test 2 Tage vor Toreschluss
hat ergeben, dass die Seite EBEN NICHT für Mobilgeräte optimiert ist. Schon mal schlecht ...
Habe ich der Firma X vor Ende der Vertragslaufzeit mitgeteilt. Eine erbetene Stellungnahme
blieb leider aus.

FRAGE:
Ich gehe davon aus, dass ich keinen Werkvertrag abgeschlossen habe, um einen absolut
handfesten Anspruch auf die angepriesene Platzierung habe.
Allerdings sehe ich das so, dass die ergriffenen Maßnahmen untauglich waren, um auch
nur in Reichweite der Ziele zu gelangen. Gerade das mit der fehlenden Optimierung für
Mobilgeräte sehe ich als objektiven Mangel an.

Kann jemand hieraus (bitte) einen Anspruch auf Rückerstattung oder Nachbesserung mit
halbwegs verbindlichen Resultaten ableiten?!!!

Bräuchte dann wohl auch letztendlich jemanden, der mich zur Not vor Gericht vertritt.
PLZ-Bereich 44... am besten.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
07.12.2017 | 16:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Vertrag zur Suchmaschinenoptimierung kann sowohl als Dienstvertrag nach § 611 aber auch als Werkvertrag nach § 631 BGB ausgestaltet sein. Eine pauschale Einstufung dazu gibt es nicht. Viel mehr kommt es darauf an, was zwischen Parteien konkret vereinbart worden ist. Wenn ein bestimmter Erfolg geschuldet war, so handelt es sich um einen Werkvertrag. Vorliegend würde ich den SEO-Vertrag gemäß Ihrer Schilderung zu der Zielvereinbarung mit deutlicher Tendenz als Werkvertrag einstufen.
Dahingehend urteile auch bereits die Rechtsprechung (vgl. LG Amberg, Urteil vom 22.08.2012, Az. 14 O 417/12)

Vereinbart war eine konkrete Platzierung in Google. Bei einer Dienstleistung würde es nur lauten, dass Maßnahmen unternommen werden, um das Ranking zu verbessern. Um dies abschließend beurteilen zu können, müsste ich jedoch den Vertrag sehen oder zumindest die AGB der Agentur. Dort könnte der Erfolg z.B. ausgeschlossen sein. Zulässig wäre dies, wenn Sie als Unternehmer fungieren. Dies ist hier der Fall, wenn Sie einen Schlüsseldienst betreiben.

Wenn es sich um einen Werkvertrag handelt, haben Sie natürlich ein Recht auf Nacherfüllung aus § 365 BGB. In Ihrem Fall muss die Agentur also weitere Maßnahmen unternehmen, um die versprochene Google Position Ihrer Webseite zu erreichen. Gelingt Ihr dies nach zweimaliger Aufforderung nicht, so können Sie vom Vertrag zurücktreten, mit der Folge, dass sie Ihr Geld zurückerstattet bekommen müssen. In Abzug könnte hier die Agentur allenfalls eine anteilige Entschädigung bringen, da Sie naturgemäß das Ranking Ihrer Webseite nicht mehr auf den Urzustand zurückstellen können. Lediglich die Höhe der Entschädigung wäre schwierig festzulegen. Hierbei käme es darauf an, wie ein Gutachter oder Richter dies einschätzt. Dies ist nur sehr schwer möglich, da das Ranking von vielen Faktoren abhängig ist, vor allem auch solchen, welche die Agentur nicht beeinflusst.

Die Optimierung für Mobilgeräte ist hingegen nicht geschuldet, wenn dies nicht konkret vereinbart wurde, auch wenn dies maßgeblichen Einfluss auf das Ranking hat.

Ein Tipp von mir am Rande: Ein höheres Ranking erzielen Sie mittlerweile auch durch eine SSL-Verschlüsselung Ihrer Webseite, sofern Sie noch keine haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2017 | 17:48

Vielen Dank für die Antwort!

Laut AGB, in die ich natürlich bis jetzt garnicht reingeguckt habe, wird der Erfolg
ausdrücklich NICHT GARANTIERT:
"Soweit nicht ausdrücklich abweichend vereinbart, schuldet [Firma X] nicht
die Erbringung eines Werks. Insbesondere kann [Firma X] angesichts der
Vielfalt der Parameter, ... usw. usf."

Nachfrage:
Habe ich wohl bei einem Dienstvertrag irgendwelche Ansprüche in dieser Konstellation?
Kann ich darauf hinaus, dass die ergriffenen Maßnahmen objektiv untauglich bzw.
unzulänglich waren (was man ja am Ergebnis ablesen kann)?

Das Endergebnis der SEO ist leider wirklich bei ABSOLUT NULL. Fast so, als würde google meine
Seite überhaupt nicht kennen. Wenn ich unter den Top 20 wäre, würde ich ja garnichts sagen.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2017 | 18:15

Vielen Dank für die Rückmeldung und zusätzlichen Informationen.

Aus der Klausel lässt sich nicht zwingend ablesen, dass ein Werkvertrag hier ausgeschlossen ist. Denn man kann sich hier auf den Standpunkt stellen, dass ein Werk vereinbart wurde durch die Zielvorgabe des Rankings. Um es sicher auszuschließen, hätte die Agentur es anders formulieren müssen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen bezüglich des Vertragstyps, sodass es die Sache schon erschwert.

Qualifiziert man den Vertrag als Dienstvertrag, blieben nur Schadensersatzansprüche, da eine Gewährleistung ausgeschlossen ist. Einen solchen sehe ich hier aber nicht. Das wäre z.B. dann der Fall, falls sich Ihr Ranking verschlechtert hätte, was ja durchaus möglich ist durch Backlinks, die bei Google auf der Blacklist stehen.


Viele Grüße
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 07.12.2017 | 17:05

Oben sollte es natürlich Nacherfüllung aus § 635 BGB heißen, dort ist ein Zahlendreher reingerutscht.

Viele Grüße
Alexander Dietrich
ANTWORT VON

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