Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Todesnahe Schenkung


| 14.03.2006 00:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Mein Vater hat meinem Bruder 4 Monate vor seinem Tod eine Haus im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge geschenkt. Hat diese todesnahe Schenkung einen Einfluß darauf, ob mein Bruder den Hauswert ausgleichen muß oder nicht?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

die Schenkung ist grundsätzlich durchaus zu berücksichtigen.

Sie haben sogenannte Pflichtteilsergänzungsansprüche gegen den beschenkten Miterben, und zwar gemäß § 2325 Abs. 3 BGB, wenn die Schenkung – wie hier – nicht länger als 10 Jahre vor dem Erbfall zurückliegt.

Nach § 2325 Abs. 1 BGB können Sie „als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlasse hinzugerechnet wird“.

Diese Ansprüche können Sie auch dann stellen, wenn Sie selbst als Erbe am Nachlass beteiligt sind oder waren, Sie also weder testamentarisch von der Erbfolge ausgeschlossen wurden noch die Erbschaft ausgeschlagen haben.
Denn ein ordentlicher Pflichtteilsanspruch ist nicht Voraussetzung für einen Pflichtteilsergänzungsanspruch (Bundesgerichtshof BGH NJW 1973, 995).

Sie sollten aber beachten, dass diese Ansprüche gemäß § 2332 BGB innerhalb von drei Jahren verjähren, gerechnet ab dem Zeitpunkt, in dem der (potentielle) Pflichtteilsberechtigte von dem Eintritt des Erbfalls und der ihn beeinträchtigenden Verfügung (also der Schenkung) Kenntnis erlangt hat.

Wenn der hinterlassene Erbteil mehr als die Hälfte des Nachlasses beträgt, wird gemäß § 2326 BGB von der Pflichtteilsergänzung der Betrag abgezogen, um den der tatsächliche Wert der Hinterlassenschaft den fiktiven Pflichtteilsanspruch (Hälfte des Nachlasses) übersteigt.

Unter den eben genannten Voraussetzungen wird Ihr Bruder den Wert des Hauses also in entsprechendem Umfang, je nach dem wie viel von dem Vermögen des Erblassers nach der Schenkung noch vorhanden war, auszugleichen haben.


Ich hoffe, Ihnen zunächst weitergeholfen zu haben.

Für Rückfragen zum Verständnis meiner Antwort stehe ich gerne zur Verfügung, ebenso für eine weitergehende Beauftragung in dieser Angelegenheit, wenn Sie dies wünschen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2006 | 15:20

Besteht ein Unterschied bei der Ausgleichspflicht, wenn die Schenkung nur 4 Monate vor dem Tod des Erblassers erfolgte oder sagen wir 2 Jahre voher? Oder anders gefragt, gibt es irgendwelche "Karenzzeiten" vor dem Tod des Erblassers, während denen eine Schenkung nicht gilt sondern ganz normal der Erbmasse -zumindest rechnerisch- zugeschlagen wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2006 | 16:33

Sehr geehrter Ratsuchender,

Es macht keinen Unterschied, ob die Schenkung vier Monate oder zwei Jahre vor dem Erbfall zurückliegt, da hier eine zehnjährige Frist gilt.
Wie sich aus § 2325 Abs. 3 BGB ergibt, werden zugunsten des Pflichtteilsberechtigten alle Schenkungen voll berücksichtigt (also der Erbmasse rechnerisch zugeschlagen), die innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Tod des Erblassers vollzogen wurden.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Antwort ist umfassend und sehr verständlich "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER