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Todesanzeige für Lebenden erlaubt?


24.01.2007 22:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Meine Schwester (42J.) und ich (46J.) möchten für unseren Vater (Erzeuger) eine Anzeige in der Lokalpresse aufgeben, die einer Todesanzeige ähnelt. Da unser Vater seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr mit uns will (völlig unbegründet) genau so lange wieder verheiratet ist-hat er wohl Angst, wir könnten seiner "neuen" Frau Lügen aus der Vergangenheit erzählen.

Zur Anzeige: Trauerrand, Kreuz, seinen vollen Namen, in etwa so

Wir nehmen auf diesem Wege Abschied von
unserem Vater Max Mustermann geb.xx.xx.19xx
Da er nachüber 20 Jahren nicht einmal mit
seinen leiblichen Kindern / Enkeln reden will.
Sie selbstredend verleugnet, würden wir kaum
erfahren, wann er diese Erde verlässt.
Deine Strafe bekommst Du auf Erden,nicht im Himmel.
Ruhe in Frieden.
/es folgt die Auflistung sämtlicher Personen ca.15/

Unsere Frage: Selbst wenn die Anzeige nicht unter der Rubrik /Todesanzeigen/ erscheint,was ggf. auch die Zeitung nicht macht. Können wir sie so z.B. unter /Vermischtes/ drucken lassen?
Sein Geburtsjahr würden wir /verfälschen/
Vielen Dank für eine schnelle Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

unter berücksichtigung Ihrer Informationen möchte ich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Aus juristischer Sicht kann ich Ihnen nur von Ihrem Plan abraten.

Die von Ihnen dargestellte Anzeige könnte, je nachdem wie sie in Zusammenhang mit Vorkommnissen in der Vergangenheit zu verstehen ist, durchaus eine strafbare Beleidigung im Sinne von § 185 StGB darstellen.

Des weiteren könnte Ihr Vater unter Umständen Schadensersatz wegen der Beleidigung (§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 185 StGB) oder wegen einer Ehrverletzung (§ 823 Abs. 1 BGB) oder der Verletzung seines Persönlichkeitsrechts (§ 823 Abs.1 BGB i.V.m Art. 1, 2 GG) von Ihnen Verlangen, da seine Familiären Verhältnisse anprangernd für eine Vielzahl von Menschen in der Zeitung zur Schau gestellt werden.

Zudem käme eine Unterlassungsklage gegen Sie in betracht.

Als Fazit kann man sagen, dieser kleine Artikel könnte weitreichende Folgen haben, so dass Sie am besten darauf verzichten sollten.

Im Übrigen gehe ich nicht davon aus, dass eine Zeitung diese Anzeige ohne weiteres drucken wird.

Ob Sie das Geburtsjahr verfälschen, darauf kommt es dann auch nicht mehr an.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen und verbleibe,

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Keller

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2007 | 23:34

.......als Kleinkind durfte er mir das Nasenbein brechen, schlage ich ihn heute, gehe ins Gefängnis....

.Zur Nachfrage: und wenn wir statt seines vollen Namens nur seine Initialien nehmen ? wäre das unbedenklich ?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2007 | 07:37

Antwort auf die Nachfrage:

Natürlich darf auch niemand einem Kleinkind die Nase brechen. Diese ist heute und war auch früher strafbar. Es hätte nur entsprechend zu Anzeige gebracht werden müssen.

Zu Ihrer Frage:

Sofern Ihr Vater als Person in dieser Anzeige nicht mehr für andere zu erkennen wäre, wäre dies natürlich besser. Dann würde wohl zumindest keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts vorliegen.

Allerdings, sofern er sich dennoch in dieser Anzeige wiedererkennt, was ja offensichtlich die Absicht ist, käme u.U. dennoch eine strafbare Beleidung und darauf begründete Schadensersatzansprüche in Betracht, ebenso wie eine Ehrverletzung.

Für mich ist nicht ersichtlich, was diese Anzeige, außer persönlicher Genugtuung für Sie bringen soll. Vernünftig wäre es, darauf zu verzichten.

Sollten Sie dies dennoch "durchziehen" wollen, so muss man sagen, es besteht nur die Möglichkeit einer strafbaren Beleidigung und von Schadensersatzansprüchen.

Ob Sie tatsächlich damit konfrontiert werden, selbst im Falle einer Anzeige, kann man nicht mit Sicherheit vorhersagen.

In jedem Fall dürfte eine mögliche Geldstrafe, sowie ein Schadensersatzanspruch relativ gering ausfallen, wäre aber meiner Meinung nach dennoch überflüssig, da Sie einfach auf diese Anzeige insgesamt verzichten sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Keller

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